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  • Angebot steht allen offen

    Zertifizierte Bildungs- und Berufsberater geben Geflüchteten in der Erstaufnahmeeinrichtung Tipps zum Arbeitsmarkt in Deutschland – Kooperation mit der Volkshochschule Gießen

    Gießen. Viele der Geflüchteten, die in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen leben, hoffen auf einen Neuanfang. Sie wollen die deutsche Sprache lernen und sich bereits jetzt auf eine mögliche Zukunft in Deutschland vorbereiten. Dabei spielt besonders die Frage der Erwerbstätigkeit eine Rolle. Das wissen auch die Verantwortlichen des Regierungspräsidiums Gießen und bieten daher in Kooperation mit der Volkshochschule (vhs) Gießen eine kostenlose Beratung an. Seit 2019 gibt ein Team von zertifizierten Bildungsberaterinnen und -beratern einmal pro Woche fachkundige Tipps zum Arbeitsmarkt in Deutschland. „Das Angebot steht allen offen“, sagt Bildungsberater Abderrahim En-Nosse. Es spielt weder das Herkunftsland noch das Geschlecht eine Rolle. Die Beraterinnen und Berater, die selbst verschiedene Sprachen beherrschen und in diesen auch beraten, werden von Dolmetschern unterstützt.

    Durch Poster auf dem Gelände der Erstaufnahmeeinrichtung, aber auch in der EAEH-App „willkommen.“ wird auf das Angebot aufmerksam gemacht. An diesem Nachmittag lassen sich zwei aus Afghanistan stammende junge Männer beraten. Einer von ihnen hat, nach eigener Auskunft, einen mit dem Abitur vergleichbaren Schulabschluss und war sieben Jahre lang als Polizist tätig, während dem zweiten Mann der Schulbesuch schlichtweg verwehrt blieb und er sich sein Leben als Taxifahrer verdingte. Unterschiedliche Schicksale, aber ein Wunsch verbindet die beiden: In Deutschland beruflich Fuß fassen und ein sicheres Leben führen. En-Nosse klärt über Gesetze auf und berät individuell zu den jeweiligen nächsten Schritten, etwa über die Anerkennung von Zeugnissen, die Kosten für Übersetzungen und das deutsche Schul- und Berufsbildungssystem. Was er jedem jedoch eindringlich rät, ist, die Zeit in der Erstaufnahmeeinrichtung zu nutzen, um in den dort angebotenen Kursen Deutsch zu lernen.

    Die Ankunft in der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen ist für viele Menschen ein Neuanfang. Sie haben die Aussicht auf ein besseres Leben als in ihren Herkunftsländern. Diese Hoffnung schwingt an diesem Tag beim Beratungsgespräch von Abderrahim En-Nosse sehr stark mit. „Die Menschen gehen mit so viel Hoffnung ins Gespräch“, findet auch Seval Görgülü-Ülger, stellvertretende kommissarische Leiterin des Dezernats für Integration, Sozialbetreuung und Ehrenamt beim Regierungspräsidium Gießen. Die Menschen gehen mit der Einsicht aus der Beratung, dass es zwar schwer wird, sie es aber durchaus schaffen können, in Deutschland eine neue Heimat zu finden.

    Das Projekt richtet sich exklusiv an Menschen, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist. Pro Jahr nehmen circa 300 Personen die offene Sprechstunde wahr. „Ich finde, dass die Beratungen eine sehr wichtige Sache sind, die mehr hervorgehoben werden sollte“, meint Francesco Arman, Bildungs- und Sozialdezernent sowie Stadtrat der Stadt Gießen. Es sei wichtig, die eigene Bildung vor weiteren Integrationsschritten in den Fokus zu nehmen, um die eigenen Erwartungen richtig einordnen zu können. Die Beratungen bieten eine erste Orientierung für einen komplett neuen Lebensabschnitt.

    Bildunterschrift: Noria Mustaan (Dolmetscherin), Filiz Güler (RP), Abderrahim En-Nosse (vhs), Seval Görgülü-Ülger (RP), Waltraud Burger (vhs Amtsleitung), Christina Sarkis (vhs), Francesco Arman (Dezernent, Stadtrat; von links) freuen sich, dass das Angebot gut angenommen wird. Foto: RP Gießen

  • Wir suchen: Pädagogische Fachkräfte (m/w/d)

    39,00 Wochenstunden unbefristet

    Wir bieten unbefristete sowie befristete Stellen in Voll- oder Teilzeit in verschiedenen Wochenstunden Modellen an.

    Wir erwarten Sie:
    • mit einer abgeschlossenen Ausbildung als Erzieher*in mit staatlicher Anerkennung oder eine vergleichbare Qualifikation nach § 25b HKJGB.
    • mit hohem Engagement für die Belange unserer Kinder mit und ohne Behinderung sowie deren Familien.
    • mit Freude unsere Konzeption mitzutragen und fortzuschreiben.
    • die Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche (ACK) wird aufgrund der christlichen Strukturierung und Konzeption der Einrichtung begrüßt. Andere oder keine Konfessionszugehörigkeiten schließen eine Tätigkeit nicht aus.

    Benefits:
    • eine attraktive Vergütung nach Entgeltgruppe E7 der Kirchlichen Dienstvertragsordnung (KDO) der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN): sowie die im kirchlichen Dienst üblichen Sozialleistungen.
    • zusätzliche Leistungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus dem Familienbudget z. B. Klassenfahrten, Pflege von Angehörigen, sowie weitere attraktive Benefits. Sprechen Sie uns gerne an.
    • regelmäßige Team- und Dienstbesprechungen, sowie Konzeptionstage
    • Fort- und Weiterbildungen und regelmäßiges Supervisionsangebot
    • Jährliche Sonderzahlungen
    • Anerkennung von dienstlichen Vorzeiten
    • Betriebliche Altersvorsorge EZVK
    • Jobrad Option (nur bei unbefristeter Stelle)
    • Sonderkonditionen im Bereich Fitness möglich
    • Möglichkeit der Entgeltumwandlung
    • Vermögenswirksame Leistungen

    Schriftliche Bewerbung an:
    Evangelisches Dekanat Gießen
    Fachbereich Kindertageseinrichtungen
    Südanlage13
    35390Gießen
    kitas.dekanat.giessen@ekhn.de

  • „Stabilste Feldhamsterbestände in Hessen und höchste Dichte an Rebhühnern bundesweit“

    Fünf Jahre Feldflurprojekt Gießen-Süd: Beteiligte ziehen Bilanz – Projekt wird bis Ende 2026 verlängert

    Gießen. Wer an der Grüninger Warte unterwegs ist, wird mit einem herrlichen Ausblick in alle Himmelsrichtungen belohnt. Wer dazu noch ein Fernglas zückt, die Ohren spitzt und die Augen abwechselnd in den Himmel, auf den Boden und in die Umgebung richtet, merkt schnell: Der Bereich ist für Tiere ein wahres Paradies. Rebhühner, Hamster, Feldlerchen und viele andere Arten fühlen sich hier wohl – sehr zur Freude der Arbeitsgruppe „Feldflurprojekt Gießen-Süd“. Deren Mitglieder, etwa 25 Frauen und Männer, trafen sich auf Initiative des Regierungspräsidiums Gießen in Pohlheim, um nach fünf Jahren Bilanz zu ziehen. Auch wenn es dabei vorrangig um die Populationen von Hamster und Rebhuhn ging, so war doch klar: „Mit dem Feldflurprojekt tun wir vielen Arten einen Gefallen“, fasste Dr. Tobias Erik Reiners, Vorsitzender der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) zusammen. Umso mehr freuten sich alle Beteiligten über die Nachricht, dass das Projekt bis Ende 2026 verlängert wird.

    2018 hat das hessische Umweltministerium hessenweit Feldflurprojekte ins Leben gerufen, um dem gravierenden Rückgang von Feldhamster, Rebhuhn und Co. entgegenzuwirken. Im Projektgebiet „Gießen-Süd“ koordiniert das Regierungspräsidium Gießen gemeinsam mit der Abteilung für den ländlichen Raum der Landkreise Lahn-Dill und Gießen die Bemühungen aller haupt- und ehrenamtlichen Akteure – darunter Landwirte, Jäger, Behörden, Naturschutzverbände sowie die Kommunen Langgöns, Pohlheim, Linden, Hüttenberg und die Stadt Gießen. Auf einer Fläche von 3.300 Hektar werden verschiedene Maßnahmen zum Schutz von Feldhamster, Rebhuhn und Feldlerche gefördert. Mitte 2019 ging es im Bereich Gießen-Süd richtig los. Jetzt, nach fünf Jahren, ist klar: „Das Projektgebiet Gießen-Süd kann die stabilsten Feldhamsterbestände in Hessen und die höchste Dichte an Rebhühnern bundesweit vorweisen“, freute sich Bettina Schreiner von der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Gießen.

    Dass das nicht von ungefähr kommt und mit viel Arbeit und auch finanziellem Aufwand verbunden ist, wurde bei der gut zweistündigen Exkursion deutlich. Das beginnt schon bei der Zucht der Tiere und geht bei der Auswilderung und der folgenden Beobachtung weiter. Auf der Grüninger Warte wurden im vergangenen Jahr erstmals Tiere ausgewildert, 24 an der Zahl. 2024 kamen weitere 19 dazu, wie Julia Heinze von der Arbeitsgemeinschaft Feldhamsterschutz der HGON berichtete. Schon davor gab es an dieser Stelle recht viele Feldhamster. Die Auswilderungen dienten daher nicht nur der Vermehrung der Bestände, sondern vor allem dem genetischen Austausch der Vorkommen. In diesem Jahr wurden bereits 46 neue Tiere gezählt. „Alle Tiere sind gechipt, sodass wir konkrete Zahlen liefern können. Jeden Monat werden die Hamster gefangen und wir schauen, ob und wie sie sich vermehrt haben“, erklärte sie. In Langgöns wird schon seit drei Jahren ausgewildert. Hier wurden in diesem Jahr 275 Individuen nachgewiesen. „Das ist die drittstärkste Population in Hessen, ein toller Erfolg“, freute sich Julia Heinze.

    Dazu tragen viele Menschen bei. Zum Beispiel die Familie Fay vom Hof Obersteinberg in Pohlheim, die die Auswilderungsfläche an der Grüninger Warte bewirtschaftet. Die Fläche, etwa drei Hektar groß, ist vom Frühjahr bis zum Herbst eingezäunt. Das soll insbesondere Fressfeinde wie Füchse und Waschbären fernhalten. Die eigentliche „Maßnahme“ zum Schutz der Hamster erstreckt sich auf zwei Hektar. Hier wachsen Getreide und Klee und es blühen Blumen – ein idealer Lebensraum, der abwechslungsreiche Nahrung bietet und genug Möglichkeiten, um sich vor Fressfeinden zu verstecken. Inzwischen finden sich auch rund um die Fläche zahlreiche Spuren der Hamster, die seit 2020 als weltweit vom Aussterben bedroht eingestuft werden.

    Neben den Landwirten bringen sich auch die Jagdpächter ein. Sie sorgen aber nicht nur dafür, dass Fressfeinde reduziert werden, sondern pflegen zudem Hecken und legen Blühstreifen an. „Die Zusammenarbeit ist wichtig“, betonten Dr. Tobias Erik Reiners und Moritz Mattern, Vorsitzender der Hegegemeinschaft Grüningen, unisono. „Der Hegegemeinschaft, der die Jagdpächter und Jagdgenossenschaften aus Pohlheim, Linden, Fernwald und Langgöns angehören, ist es außerdem wichtig, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Wir haben daher aus eigenen Mitteln Schilder entwerfen lassen und angeschafft“, sagte Mattern. Auf ihnen ist zusammengefasst, worauf Spaziergänger, Freizeitsportler und Hundebesitzer im Feld achten sollten – nicht nur um Hamster und Rebhühner, sondern um Tiere und Pflanzen im Allgemeinen zu schützen.

    Was die Rebhühner angeht, sind die Zahlen ebenso erfreulich. Matthias Korn vom Büro für faunistische Fachfragen in Linden beobachtet die Tiere an der Grüninger Warte bereits seit 2019. Im Februar beginnt die Balz, bei der die Hähne mit lauten Rufen Weibchen anlocken. Mehr als 30 solcher Rufplätze hat er in diesem Jahr ausgemacht. Wie viele Tiere es tatsächlich sind, ob sie hier leben oder sich nur zum Balzen treffen, lässt sich aber nicht sagen. Das zählt zu den Fragen, denen sich die Arbeitsgruppe in den kommenden beiden Jahren widmen möchte. „Wo brüten die Rebhühner und wo verbringen sie den Winter? Wie viele der Nachkommen schaffen es, sich zu reproduzieren und wovon hängt das ab? So vieles ist noch nicht beantwortet, auch bezogen auf die Hamster“, fasste RP-Mitarbeiterin Bettina Schreiner zusammen. „Es bleibt also spannend.“

    Bildunterschrift: Kleine Fähnchen an der Grüninger Warte zeigen, an welchen Stellen sich Hamsterbaue befinden.

  • Christine Schramm feiert 40-jähriges Dienstjubiläum bei der Arbeitsagentur

    Christine Schramm feiert ihr 40-jähriges Dienstjubiläum bei der Agentur für Arbeit Gießen. Die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt sagt: „Menschen brauchen eine berufliche Perspektive. Sie brauchen einen Plan, wie sie einen Beruf finden, Leben und Arbeit zusammenbringen, sich ständig weiterentwickeln, ihre Existenz eigenständig sichern. In einer Arbeitswelt im Wandel müssen dabei Transformation, Digitalisierung und Zukunftstrends zusammen gedacht werden mit dem Erschließen von Wünschen und Kompetenzen der Menschen, jenseits von Geschlecht und Herkunft. Dafür setze ich mich mit alter Erfahrung und neuen Ideen ein.“

    In unterschiedlichsten Bereichen arbeiten und immer wieder Neues lernen bestimmte auch ihr ganzes Berufsleben. Nach einem Studium als Diplom- Verwaltungswirtin in Mannheim sicherte sie als Verantwortliche für Insolvenzgeld Menschen den Lebensunterhalt und brachte als Arbeitsvermittlerin Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen zusammen. Nach einer Weiterbildung zur Berufsberaterin beriet sie Jugendliche an allgemeinbildenden Schulen, behinderte Jugendliche, Studierende und Promovierende zu Berufswahl und Karriere. Wissenschaftliche Weiterbildungen unter anderem zur Social Media Managerin und in Design Thinking kann sie als Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt einbringen, um Menschen in Seminaren Mut zur Berufswahl nach Interessen und Talenten zu machen. Ihr Wissen in handlungsorientierter Berufsorientierung, Berufsberatung und Kreativitätstechniken gibt sie in der Aus- und Weiterbildung an ihre Kolleg*innen weiter.

    Bildquelle: Bundesagentur für Arbeit Gießen
    Bildtext: Christine Schramm, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt

  • Ein Projekt mit Vorbildfunktion

    Klein Bio GbR in Eschenburg-Roth erhält EU-Zulassung als Schlacht- und Zerlegungsbetrieb für Farmwild sowie als Wildbearbeitungsbetrieb

    Gießen. „Sicherlich kann dieses Projekt Vorbildfunktion für andere Bio-Betriebe haben.“ Lobende Worte fand der Gießener Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich für die Klein Bio GbR in Eschenburg-Roth. Er überreichte Max Klein stellvertretend für das Unternehmen die EU-Zulassung als Schlacht- und Zerlegungsbetrieb für Farmwild sowie als Wildbearbeitungsbetrieb. Begleitet wurde der Regierungspräsident von Dr. Sabine Wenthe, Veterinärin beim Regierungspräsidium Gießen, die nach Kontrolle der Räumlichkeiten und der betriebseigenen Dokumentationen im Rahmen des Zulassungsverfahrens den entsprechenden Bescheid erstellt hatte.

    Der Familienbetrieb schlachtet und verarbeitet sein eigenes, in einem Gatter gehaltene Rotwild. Das Besondere in diesem Fall: Das Rotwild ist „Wächter“ über die Legehennen des Unternehmens und wird auf den weitläufigen Auslaufflächen gehalten, um Raubvögel fernzuhalten. Max Klein und Gerhard Maschuw führten Dr. Christoph Ullrich und Dr. Sabine Wenthe vor der Betriebsaufnahme durch die neuen Arbeitsräume. „Es ist sehr bemerkenswert, wie die Firma Klein gewährleistet, dass die Legehennen ihren Auslauf bekommen und gleichzeitig vor Greifvögeln geschützt werden“, sagte Ullrich. Dank der EU-Zulassung kann das Unternehmen jetzt also nicht nur wie gehabt seine heimischen Eier in Supermärkten anbieten, sondern auch sein „Roth“-Wild vermarkten.

    Bildunterschrift: Max Klein (2. v. r.) und Gerhard Maschuw (2. v. l.) führten Dr. Christoph Ullrich und Dr. Sabine Wenthe durch die Räumlichkeiten. Foto: RP Gießen

  • Artenreichtum im Quellmoor erhalten und schützen

    Regierungspräsidium Gießen ist für die Pflege von Naturschutzgebieten zuständig – Waldkiefer im Naturschutzgebiet Aschborn und Uderborn bei Rödgen entfernt

    Gießen. Früher war es üblich, landwirtschaftliche Flächen trockenzulegen, Quellen einzufassen oder Moore für den Torfabbau zu entwässern. Inzwischen ist unbestritten: Moore und Sümpfe sind wichtig für den Klimaschutz. Das Regierungspräsidium Gießen als Obere Naturschutzbehörde ist für die Pflege von Naturschutzgebieten zuständig und hat daher ein Auge auf diese Flächen. Dazu zählt auch das Quellmoor im Westen des Naturschutzgebiets Aschborn und Uderborn bei Rödgen im Landkreis Gießen. Dort ist nun eine Waldkiefer entfernt worden – zugunsten seltener Arten im Quellmoor.

    Die Fläche ist leicht aufgewölbt und birgt einen bis zu zwei Meter mächtigen Torfkörper. Hier leben viele seltene, gefährdete und stark gefährdete Arten wie das Breitblättrige Wollgras, das Breitblättrige Knabenkraut oder in den Randbereichen der Schwarzblaue und der Große Moorbläuling. Das kleine Moor hat naturschutzfachlich überregionale Bedeutung. Die Waldkiefer mitten im Moor ist jedoch im Verlauf der vergangenen Jahre immer größer geworden. Sie wirft mittlerweile zu viel Schatten und die Nadeln, die sie verliert, sind schwer abbaubar. Das hat wahrscheinlich dazu geführt, dass eine der ganz besonders seltenen Arten des Quellmoores, die stark gefährdete Sumpf-Ständelwurz, seit ein paar Jahren gar nicht mehr nachgewiesen werden konnte. Zuvor war sie nur noch in den Randbereichen der Kiefer gewachsen.

    Die Obere Naturschutzbehörde hat aufgrund der immer stärkeren Beeinträchtigungen entschieden, die Waldkiefer möglichst schonend für Boden, Vegetation und Fauna entfernen zu lassen, um der Artenverarmung in diesem sehr seltenen Quellmoor mit seinem vitalen, artenreichen Nasswiesenbestand und vielen gefährdeten Arten entgegenzuwirken. Denn anders als Sumpf-Ständelwurz und Co. ist die Kiefer weder eine seltene noch eine gefährdete Art und kommt durch die Forstwirtschaft bei uns häufig vor.

    Da der Moorstandort sehr nass und sehr empfindlich ist, musste die Maßnahme bei möglichst trockener Witterung durchgeführt werden. Da es nach einem langen Zeitraum mit nasser Witterung aktuell eine Trockenphase gibt, wurde dieses Zeitfenster genutzt und der Baum unter der Leitung des Forstamtes Wettenberg durch Mitarbeiter der Stadt Gießen schonend entfernt.

    Bildunterschrift: Im Quellmoor wachsen unter anderem das Breitblättrige Knabenkraut und die Kuckucks-Lichtnelke. Foto: RP Gießen

  • „Zeigen, was das heimische Handwerk kann und macht“

    Zum Tag des Tischlerhandwerks am 21. und 22. September: Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich und Betriebsberater Stefan Höhn vom Fachverband Leben Raum Gestaltung Hessen/Rheinland-Pfalz besuchen die Schreinerei Kunz in Dornburg-Dorndorf

    Gießen. Die Schreinerei Kunz in Dornburg-Dorndorf im Landkreis Limburg-Weilburg ist ein klassisches Familienunternehmen. Das fällt spätestens beim Betreten der Werkstatt auf. Denn hier stehen nicht nur moderne, computergesteuerte Maschinen für den hochwertigen Innenausbau, sondern auch die alte Ständerbohrmaschine vom Großvater – im wahrsten Sinne des Wortes Maschinen aus mehreren Generationen. Das Unternehmen wird sogar schon in fünfter Generation geführt, wie der Gießener Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich und Stefan Höhn, Technischer Betriebsberater beim Fachverband Leben Raum Gestaltung Hessen/Rheinland-Pfalz, von Inhaber Christian Kunz erfuhren. Gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Höfner und Kommunalpolitikerin Katja Kloft besuchten Ullrich und Höhn das Dorndorfer Unternehmen. Anlass war der Tag des Tischlerhandwerks am 21. und 22. September, an dem zahlreiche hessische Tischler- und Schreinerbetriebe ihre Werkstätten öffnen und Interessierten einen Einblick in die vielfältigen Tätigkeiten des Handwerks gewähren.

    Ziel des vom Fachverband für das Tischlerhandwerk ins Leben gerufenen Aktionstages ist der Austausch. Gleichzeitig ist er eine gute Gelegenheit, die Stärke und Leistungsfähigkeit des mittelhessischen Handwerks zu demonstrieren. „Es ist wichtig, zu zeigen, was das heimische Handwerk kann und macht. Alle reden von KI, aber das Handwerk ist mindestens genauso wichtig. Denn künstliche Intelligenz kann nun mal keine Fenster einbauen“, betonte Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich. Wie wichtig der Dialog zwischen Handwerk, Wirtschaft und Politik ist, betonte auch Betriebsberater Stefan Höhn vom Fachverband. „Hohe Energiekosten und bürokratische Hemmnisse belasten viele Tischlereien im Land. Komplexe Zusammenhänge, wie zum Beispiel die energetische Nutzung von Altholz, lassen sich bei einem Ortstermin besser verdeutlichen.“

    Im Januar 2000 hat Christian Kunz das Unternehmen von seinem Vater übernommen und führt es zusammen mit seiner Ehefrau. Die Schreinerei beschäftigt sieben Mitarbeiter und drei Auszubildende und hat sich vornehmlich auf den individuellen Innenausbau spezialisiert. Möbel aus Dorndorf – von der Garderobe über Schränke bis zum Wickeltisch – sind zum Beispiel in Kindertagesstätten in der Region, im Rhein-Main-Gebiet oder auch dem Vordertaunus zu finden. Und sogar im Plenarsaal des hessischen Landtags. Kein Problem also, das Hessenwappen während des Rundgangs durch die Werkstatt auf Holz zu zaubern.

    Im Verlauf des Treffens kam das Gespräch auf allgemeine Themen wie die Weiterbeschäftigung von Rentnern und den Abbau der Bürokratie. Die Besucher wollten im Gegenzug wissen, wie es um den Nachwuchs bestellt ist. „Schreiner ist ein interessanter Ausbildungsberuf und somit ist die Lage noch gut“, freute sich Christian Kunz. „Wir setzen weiter auf die duale Ausbildung, die sich seit Jahrzehnten bewährt hat. Deshalb ist der Berufsschulstandort in Limburg immens wichtig für uns“, sagte Kunz. „Womit wir allerdings kämpfen, ist das Meister-Eder-Image“, schmunzelte Kunz. „Der alte Mann am Hobel – davon sind wir weit entfernt.“

    Bildunterschriften: Dank moderner Technik kein Problem: Das Hessenwappen wird in ein Holzbrett gefräst. Inhaber Christian Kunz, Stefan Höhn, Dr. Christoph Ullrich und Andreas Höfner (von rechts) schauen einem Mitarbeiter über die Schulter.

  • Reisen mit der Bahn weiterhin für alle ermöglichen

    Verbraucherverbände fordern: Keine Benachteiligung bei Bahnreisen

    Die Verbraucherzentrale Hessen, der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und weitere mitzeichnende Verbände appellieren an die Bundesregierung und die Deutsche Bahn AG, niemanden durch die Digitalisierung im Vertrieb von Bahnreisen zu benachteiligen oder gar auszuschließen. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen zwischen digitalen und analogen Lösungen wählen können.

    Martha F. aus Dietzenbach lebt von einer kleinen Rente und freut sich jedes Jahr darauf, mit der Bahn ihre Enkelkinder im Norden Deutschlands zu besuchen. Um sich die Reisen leisten zu können, ist sie auf Sparangebote angewiesen. Doch als sie im Reisezentrum der Bahn ein Sparticket erwerben will, stellt sie fest, dass das Ticket nur in personalisierter Form verkauft wird. Dafür muss sie eine Handynummer und eine E-Mail-Adresse angeben, die sie jedoch nicht besitzt. Für Martha F. ist der Zugang zu kostengünstigen Angeboten damit versperrt.

    Teilhabe beginnt bereits am Bahnschalter
    Martha F. ist keine Ausnahme, sondern eine von vielen: Laut Statistischem Bundesamt gab es im Jahr 2023 in Deutschland in der Altersgruppe zwischen 16 und 74 Jahren fünf Prozent Offliner, also Menschen, die noch nie das Internet genutzt haben. Einige haben gar keine Wahl, weil sie die nötigen Geräte nicht besitzen – so wie Martha F. –, oder die Anwendungen sind für ihren Bedarf nicht ausreichend barrierefrei nutzbar. Manche Menschen sind auch freiwillig offline.

    „Wenn günstige Tickets und Produkte wie die BahnCard nur noch digital verfügbar sind, schließt das vulnerable Verbrauchergruppen von wichtigen Dienstleistungen aus“, kritisiert Olesja Jäger, Referentin für Verbraucherrecht bei der Verbraucherzentrale Hessen. „Ältere Menschen und Menschen, die aus finanziellen, sozialen oder datensparsamen Gründen keinen digitalen Zugang nutzen möchten oder können, dürfen nicht dazu gezwungen werden. Das betrifft insbesondere Angebote der Grundversorgung, wie etwa die Mobilität.“

    Digitale Chancengleichheit
    Eine repräsentative Befragung im Auftrag des vzbv im Sommer 2024 zeigt: 96 Prozent der Teilnehmenden stimmen der Aussage eher oder voll und ganz zu, dass auch Menschen ohne Internetzugang oder Smartphone Zugang zu allen Angeboten im öffentlichen Personenverkehr haben müssen. 47 Prozent der Befragten fühlen sich etwas oder sogar stark eingeschränkt, wenn der Fahrkartenkauf nur noch digital möglich wäre. Bei den ab 60-Jährigen sind es sogar 70 Prozent. Die knappe Mehrheit der Befragten (54 Prozent) ist außerdem der Meinung, dass es eher schlecht oder sehr schlecht ist, wenn die Deutsche Bahn einige Produkte nur noch digital verkauft.

    Nach Ansicht des Großteils der Befragten liegt es vor allem in der Verantwortung der Verkehrsunternehmen (84 Prozent), gefolgt von der Politik (59 Prozent), sicherzustellen, dass auch Menschen ohne Smartphone oder Internetzugang weiterhin Fahrkarten kaufen können.

    Die Verbraucherverbände fordern daher:
    •Tickets ohne personenbezogene Daten: Tickets müssen bei der Deutschen Bahn auch ohne Herausgabe von personenbezogenen Daten erhältlich sein.
    •Kritische Überprüfung durch Aufsichtsbehörden: Digitale Maßnahmen müssen überprüft werden, um sicherzustellen, dass sie den Grundsätzen der Datensparsamkeit und Barrierefreiheit entsprechen. Andernfalls müssen sie abgelehnt werden.
    •Transparenz und Datenschutz: Viele Menschen wissen nicht genau, welche privaten Daten Dienstleister sammeln. Angesichts vielfach veröffentlichter Digitallecks ist die Zurückhaltung beim Herausgeben personenbezogener Daten nachvollziehbar. Nur eine datenschutzkonforme Digitalisierung, die inklusiv ist und auch Offliner mitnimmt, macht Mobilität einfacher, komfortabler und sichert Teilhabe für alle.
    •Barrierefreiheit: Solange digitale Lösungen keinen gleichwertigen Ersatz zu analogen Lösungen bieten, müssen alternative und niederschwellige Lösungen geschaffen werden. Der Ticketverkauf im Fahrzeug sowie der telefonische Ticketverkauf müssen als Alternative neu bewertet und gegebenenfalls wieder eingeführt werden.
    •Informationen am Bahnsteig und im Fahrzeug: Informationen dürfen nicht ausschließlich in Apps ausgelagert werden, sondern müssen auch am Bahnsteig und im Fahrzeug angeboten werden. Dynamische Informationen (Störungen, Änderung der Wagenreihung etc.) können zum Beispiel über Bildschirme digital und in Echtzeit erfolgen.

  • Anhörungsverfahren abgeschlossen

    Ersatzneubau der Talbrücke Langgöns: RP Ullrich unterzeichnet Vorlagebericht für den sechsstreifigen Ausbau der A 45

    Gießen/Langgöns: Die Talbrücke Langgöns im Verlauf der A 45 soll neu gebaut werden. Jetzt hat das Vorhaben eine weitere Hürde genommen: Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich hat den entsprechenden Vorlagebericht an das Hessische Verkehrsministerium unterzeichnet, nachdem das Regierungspräsidium Gießen das verwaltungsrechtliche Anhörungsverfahren durchgeführt hat. Die Planfeststellungsbehörde im Wirtschaftsministerium in Wiesbaden wird nun über den Fortgang zur Schaffung des Baurechts entscheiden.

    Das Vorhaben umfasst den sechsstreifigen Ausbau der A 45 von nördlich der Talbrücke Langgöns bis hin zum Gambacher Kreuz sowie den Ersatzneubau der Talbrücke Langgöns selbst. Das etwa 480 Meter lange Brückenbauwerk wurde in den Jahren 1996 und 2000 grundhaft instandgesetzt und wird in den kommenden Jahren das Ende seiner technischen Nutzungsdauer erreichen. Durch einen weiteren deutlichen Zuwachs des Verkehrsaufkommens ist der sechsstreifige Ausbau der A 45 unumgänglich, auch um in Zukunft dem Verkehrsfluss gerecht zu werden.

    Im Verlauf des Streckenabschnitts befinden sich neben der Talbrücke fünf weitere Autobahnüber- und -unterführungen. Vier dieser Bauwerke werden im Zuge des Ausbaus ebenfalls erneuert, für ein Bauwerk zur Überführung eines Wirtschaftsweges ist ein ersatzloser Rückbau vorgesehen. Darüber hinaus umfasst die Maßnahme die Anpassung der Ein- und Ausfahrt eines im Abschnitt befindlichen Parkplatzes sowie die notwendigen Anpassungen und Änderungen der parallelen und kreuzenden Verkehrswege. Zum Schutz der Anwohner von Langgöns werden Lärmschutzanlagen in beiden Fahrtrichtungen vorgesehen, womit eine Minderung der Lärmbelastung gegenüber der derzeitigen Situation erreicht wird.

    Die Erweiterung der A 45 auf sechs Fahrstreifen zwischen der Anschlussstelle Haiger/Burbach und dem Autobahnkreuz Gambach ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 als vordringliches Projekt enthalten. Der hier betrachtete Streckenabschnitt ist ein Teilabschnitt der Gesamtausbaumaßnahme. Von dem Bauvorhaben sind vier Kommunen betroffen.

  • Breites Angebot der Arbeitsagentur bei der Aus- und Weiterbildungsmesse in Alsfeld

    Agentur für Arbeit Gießen informiert und berät am 26. September bei der Aus- und Weiterbildungsmesse in Alsfeld
    Auch Ansprechpartner für Weiterbildung vor Ort
    Persönliche Beratung für Beschäftigte, Arbeitgeber und junge Menschen

    Bei der alljährlich stattfindenden Aus- und Weiterbildungsmesse am 26. September von 8 bis 16 Uhr in der Hessenhalle in Alsfeld können sich Besucher am Stand der Arbeitsagentur umfassend über Berufsorientierung, Ausbildung, Weiterbildung sowie Mitarbeitersuche informieren.

    „Wir freuen uns, auch in diesem Jahr wieder die Aus- und Weiterbildungsmesse in Alsfeld zu unterstützen. Diese Messe bietet allen Besuchern die einmalige Gelegenheit, sich umfassend über beruflichen Perspektiven beraten zu lassen und direkte Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen“, so Stefan Schober, Geschäftsstellenleiter im Vogelsberg. „Es ist uns ein Anliegen, die Menschen in unserer Region auf ihrem Weg in eine erfolgreiche Zukunft zu begleiten und zu fördern.“

    Durch die Erweiterung des Veranstaltungsangebots um den Bereich „Weiterbildung“, können sich auch Menschen in Beschäftigung über Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote erkundigen, um neue berufliche Wege zu entdecken. Dazu stehen sogenannte „Berufsberater im Erwerbsleben“ für Fragen bereit.

    Jugendliche und deren Eltern haben die Möglichkeit sich auf der Messe zu Ausbildung, Studium und Berufswahl, aber auch zu Überbrückungsmöglichkeiten und Bewerbungsverfahren bei den Berufsberatern der Arbeitsagentur beraten zu lassen. Der Arbeitgeberservice hilft bei Fragen zur Mitarbeitersuche und Qualifizierung von Beschäftigten weiter. Die Weiterbildungsberatung ist ebenfalls vor Ort und rundet das Messeangebot mit Infos zu Arbeitssuche, Weiterbildung, Umschulung ab.

    Der Messebesuch ist für Interessierte ohne Anmeldung und kostenlos möglich.