Autor: admin

  • Wo Geduld, lange Arme und Erfindergeist gefragt sind

    RP auf Sommertour: Dr. Christoph Ullrich besucht Mesocosm GmbH am Forschungszentrum Neu-Ulrichstein in Homberg (Ohm) und begleitet RP-Beschäftigte während Inspektion

    Gießen/Homberg (Ohm). Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind konzentriert bei der Sache. Mit Keschern und anderen Hilfsmitteln fischen sie routiniert Tiere und Pflanzen aus einem der großen Teiche, sogenannte Modellökosysteme, auf dem Gelände der Mesocosm GmbH am Forschungszentrum Neu-Ulrichstein in Homberg (Ohm). Bei jedem Wetter und möglichst immer auf genau dieselbe Art und Weise. Dann heißt es: Organismen bestimmen und zählen, alles protokollieren, Tiere und Pflanzen wieder zurück ins Wasser bringen und abschließend Behälter reinigen. Pro Studie fallen in der Woche bis zu zehn verschiedene biologische, physikalische und chemische Beprobungen an, und dies in der Regel über drei Monate hinweg. „Bei unseren Studien sind Geduld und Durchhaltevermögen gefragt. Und oftmals auch lange Arme und Erfindergeist“, schmunzelt Prof. Dr. Klaus Peter Ebke. Der Leiter der Prüfeinrichtung und Geschäftsführer des Instituts für Gewässerschutz und sein Team gehen – neben anderen Forschungsprojekten und Tätigkeiten – einer wichtigen Frage nach: Wie wirken sich Pflanzenschutzmittel auf Gewässer und die darin lebenden Tiere und Pflanzen aus? Wie komplex das Ganze ist und welche Herausforderungen damit verbunden sind, erfuhr der Gießener Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich bei seiner Sommertour.

    Der Behördenleiter informierte sich zum einen über das Unternehmen. Zum anderen hatte er die Möglichkeit, zwei RP-Beschäftigte zu begleiten. Just an diesem Tag begann eine zweitägige Inspektion, bei der die RP-Fachleute den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Mesocosm über die Schulter schauten. Alle drei Jahre muss das Unternehmen zeigen, dass es nach den Grundsätzen der „Guten Laborpraxis“ arbeitet. Das ist wiederum für die Kunden wichtig und notwendig, die die Mesocosm GmbH mit Prüfungen und Studien beauftragen. Hinter der „Guten Laborpraxis“, kurz GLP, verbirgt sich ein internationales Qualitätssicherungssystem. Es gibt vor, wie die Prüfungen ablaufen, wie sie geplant, durchgeführt und überwacht werden. So wird sichergestellt, dass Daten zuverlässig und vergleichbar sind – ein Muss, wenn es darum geht, im Zuge eines Zulassungsverfahrens das Umweltrisiko von Chemikalien, Pflanzenschutz- oder Arzneimitteln zu beurteilen.

    Als Mitglieder der der GLP-Kommission Hessen schauen die beiden RP-Fachleute, ob die GLP-Standards eingehalten werden. Zwei Tage bedeutete das für Dr. Florian Peuckert vom Immissionsschutz-Dezernat, von Haus aus Chemiker, und seine Kollegin Judith Breidbach, Diplom-Gartenbauingenieurin und Mitarbeiterin des Pflanzenschutzdienstes: Räume und Freifläche begehen, zuschauen, Abläufe und Unterlagen anschauen, Geräte und Stichproben überprüfen und Gespräche führen. Mit dem Ergebnis, dass das Unternehmen das GLP-Zertifikat erneut für drei Jahre erhält und damit die Sicherheit garantiert wird, dass der Standard bei den Studien eingehalten wird.

    Bei der Vorstellung des Unternehmens und dem anschließenden Rundgang erfahren der Regierungspräsident und die beiden RP-Beschäftigten allerhand über die 2002 gegründete GmbH. Etwa, dass sich das Unternehmen auf dem Gelände der ehemaligen Landesanstalt für Tierzucht befindet, das zu Forschungszwecken umgestaltet wurde. Herzstück des Freigeländes sind die fünf großen Teiche, die durch den Einsatz von großen Metallzylindern in einzelne Testsysteme (Mesokosmen) unterteilt werden. Hier tummeln sich Schnecken, Ruderwanzen, Wasserflöhe und Büschelmückenlarven, wachsen Algen und andere Wasserpflanzen. Zum Beproben schlüpfender Insekten ragen kleine Zelte aus dem Wasser. Hier werden die Tiere in Sammelfallen gefangen, um sie später zählen und bestimmen zu können. Anhand der Untersuchungen erfahren die Wissenschaftler beispielsweise, wie sich die Zugabe von Pflanzenschutzmitteln auswirkt. Pflanzen sich die Tiere fort? Steht das Ökosystem unter Stress und wenn ja, kann es sich erholen? „Wir können viele Aussagen über die tatsächliche Wirkung im Ökosystem treffen“, betont Geschäftsführer Ebke. „Mesokosmos-Prüfungen sind weitaus aufwendiger als entsprechende Laborversuche und erbringen deutlich mehr Informationen für eine realistische Umwelt-Risikoabschätzung. Daher gibt es in Europa auch nur vier vergleichbare GLP-Prüfeinrichtungen wie in Homberg (Ohm).“

    Die Bedingungen vor Ort sind ideal, wie er darstellt. Ein kleiner See, ehemals Fischteich, liefert Wasser und Sediment. „Unser braunes Gold“, lacht Prof. Dr. Klaus Peter Ebke. Bei den Prüfeinrichtungen selbst ist hingegen oft Erfindergeist gefragt. Die meiste Probenahmetechnik ist keine Massenware, sondern eigens entwickelt und gebaut worden. Da wird das Spitzsieb aus der Gastronomie zum Probenehmer für wirbellose Kleinlebwesen. Und auch ein Fließgerinne-System wurde selbst entwickelt und gebaut. Kooperiert wird mit Universitäten und Laboren. „Angesichts der komplexen Studien ist es wichtig, dass man gut harmoniert und vernetzt ist“, betont Ebke.

     

     

    Bildunterschriften:

    1. Routiniert holen die Mitarbeiter die Tiere aus den Teichen. (Beitragsbild)
    2. Prof. Dr. Klaus Peter Ebke, Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich sowie die RP-Beschäftigten Judith Breidbach und Dr. Florian Peuckert schauen, welche Tiere sich in den Proben tummeln; Arten und Anzahl werden bestimmt.
    3. Prof. Dr. Klaus Peter Ebke (2. v. l.) zeigt Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich sowie die RP-Beschäftigten Judith Breidbach und Dr. Florian Peuckert (von rechts), welche Insekten sich in den Fangdosen befinden.
    4. Routiniert holen die Mitarbeiter die Tiere aus den Teichen, während Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich, Judith Breidbach und Dr. Florian Peuckert vom RP zuschauen.
    5. Prof. Dr. Klaus Peter Ebke erklärt, wie das selbst entwickelte Fließgerinne-System funktioniert.

     

    Fotos: RP Gießen

  • Brut- und Zugvögel profitieren

    EU-Informationszentrum im RP Gießen und die Jüdische Gemeinde Gießen veranstalten gemeinsam Matinee

    Gießen. Das EU-Informationszentrum im Regierungspräsidium Gießen lädt gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde Gießen zur Veranstaltung „Oskar Schindler – ein Held in der dunkelsten Zeit Europas?“ ein. Die Matinee findet am Sonntag, 31. August 2025, um 10:30 Uhr in den Räumlichkeiten der Jüdischen Gemeinde Gießen, Burggraben 6, 35390 Gießen, statt.

    Vor 80 Jahren endete der Zweite Weltkrieg und mit ihm der Holocaust – eine der dunkelsten Zäsuren in der europäischen Geschichte und ein schwerer Bruch der Zivilisation. Oskar Schindler wird heute als Symbol für Mut und Zivilcourage geehrt, weil er in dieser Zeit rund 1.200 jüdische Menschen vor dem sicheren Tod rettete. Lange Zeit blieb Schindler in Deutschland wenig bekannt und gewürdigt. Der Industrielle, der selbst menschliche Schwächen zeigte, wurde später von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt und in Jerusalem beigesetzt. Sein Leben fand durch Steven Spielbergs Film „Schindlers Liste“ (1994) weltweite Anerkennung.

    Die Veranstaltung nimmt bewusst die europäische Dimension dieses Erinnerns in den Blick: Der Holocaust war ein europaweites Verbrechen, dessen Erinnerung und die Lehren daraus eine zentrale Rolle für das heutige gemeinsame Europa spielen. Dr. Martin Liepach, Antisemitismus-Forscher am Fritz Bauer Institut der Goethe-Universität Frankfurt, wird Schindlers Leben vorstellen und die Bedeutung des Gedenkens an den Holocaust für die europäische Gesellschaft erläutern. Dabei werden auch die Herausforderungen und Chancen der europäischen Erinnerungskultur diskutiert.

    Die Matinee wird musikalisch begleitet und bietet den Gästen die Gelegenheit, gemeinsam Einblicke in das historische und heutige jüdische Leben in Deutschland und Europa zu gewinnen.

    Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei und öffentlich. Eine Anmeldung ist aus organisatorischen Gründen notwendig und bis Donnerstag, 28. August 2025, per E-Mail an eu-infozentrum@rpgi.hessen.de möglich.

     

    Bildunterschrift:

    Zu Gast bei der Matinee „Oskar Schindler – ein Held in der dunkelsten Zeit Europas?“ in der Jüdischen Gemeinde Gießen am Sonntag, 31. August, um 10:30 Uhr: Dr. Martin Liepach, Antisemitismus-Forscher am Fritz Bauer Institut der Goethe-Universität Frankfurt.

     

    Foto: privat/RP Gießen

  • Lustig, Schräg, Gießen

    Neues Buch von Andreas Eikenroth „Stadt, Land, Stuss“ ab sofort in der Tourist-Information erhältlich

    Gießen bekommt Nachschub an schrägen Geschichten und gezeichneten Gedanken: Ab sofort ist in der Tourist-Information das neue Buch „Stadt, Land, Stuss“ von Andreas Eikenroth erhältlich. Der Gießener Künstler, Autor und Illustrator hat dafür seine besten Fundstücke, absurden Einfälle und spitzen Kommentare über Gießen, Hessen und die große weite Welt zusammengestellt – wie immer mit einer gehörigen Portion Witz und liebevoller Eigenwilligkeit.

    Ob Kneipen, die angeblich schon Goethe besucht hat, unheimliche Mönche, Teenage-Hühner oder die Tücken der korrekten „Äbbelwoi“-Aussprache – Eikenroth nimmt kein Blatt vor den Mund und verknüpft Alltag, Literatur und Gießener Besonderheiten auf seine ganz eigene Weise. Auch Hermann Hesse, Kurt Tucholsky und Karl May finden ihren Platz im mittelhessischen Kosmos, den der Autor hier augenzwinkernd ausleuchtet. Ergänzt werden die Texte durch seine unverwechselbaren Illustrationen, die den absurden Gedanken einen ebenso skurrilen wie charmanten Rahmen geben.

    Der gebürtige Gießener Andreas Eikenroth ist längst kein Unbekannter mehr. In den 1990er Jahren gründete er das Comicmagazin „the Kainsmal“ mit, es folgten zahlreiche Veröffentlichungen im Eigenverlag und beim Verlag Edition 52, darunter preisgekrönte Graphic Novels wie „Die Schönheit des Scheiterns“. Neben Comicadaptionen literarischer Klassiker wie Woyzeck, Lenz und aktuell Dantons Tod schreibt Eikenroth für den Gießener Anzeiger, The Heritage Post und mare. Gemeinsam mit Katrina Friese veröffentlichte er außerdem die Wanderführer-Reihe „Warte, ich komme mit…“ sowie das Stadtbuch „Latscho Gießen“.

    Das neue Buch ist für 14,90 € in der Tourist-Information Gießen erhältlich. Erschienen ist „Stadt, Land, Stuss“ im Wartbergverlag.

  • 22. Krimifestival Gießen

    Das 22. Krimifestival in Gießen beginnt am Freitag, den 26. September und läuft bis zum 31. Oktober. Wie jedes Jahr werden prominente Vorleser:innen, spannende Auto:innen und Podcaster:innen zu Gast sein!

    Ab Samstag, 6. September ist das Programm auf der Homepage: www.krimifestival-giessen.de, in der Tourist-Information (Schulstraße 4) und der Stadtbibliothek (Berliner Platz 1) erhältlich.

    Der exklusive eintägige Vorverkauf findet am Samstag, den 13. September von 9 – 13 Uhr in der Sparkasse Gießen (Johannesstraße) statt. Sichern Sie sich dort ihr Ticket ohne VVK-Gebühr.

    Früh kommen lohnt sich!

     

  • Aktionswoche zur Chancengleichheit am Arbeitsmarkt

    • Woche der Chancengleichheit vom 8. bis 12. September
    • Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt informieren
    • Umfangreiches Veranstaltungsprogramm digital und in Präsenz für Frauen, die erwerbstätig sind oder es werden wollen

    Wer nach der Elternzeit oder der Pflege von Angehörigen in den Beruf zurückkehren möchte, kann die Unterstützung der „Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt“ (BCA) in Anspruch nehmen. Die Mitarbeiterinnen der Arbeitsagentur Gießen beraten zudem zur nachhaltigen Existenzsicherung und beispielsweise bei Ausbildung in Teilzeit. Zu diesen und weiteren Themen werden in der Woche der Chancengleichheit (WdC) in der Zeit vom 8. bis 12. September verschiedene Workshops und Vorträge sowie Seminare und Messen in Präsenz und digital angeboten.

    „Wir möchten insbesondere Interessierte erreichen, die noch nicht mit der Arbeitsagentur in Kontakt stehen“, so Anne-Christin Wagner, BCA der Arbeitsagentur Gießen.

    Die Aktionswoche ist die größte landesweite Kampagne zur Förderung der Chancengleichheit am Arbeitsmarkt. Die Angebote der Aktionswoche sind in der Veranstaltungsdatenbank der Bundesagentur für Arbeit oder über den Link https://rb.gy/c6zd2s zu finden. Alle Infos zur WdC unter: https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rd-h/chancengleichheit-am-arbeitsmarkt-in-hessen/hessische-woche-der-chancengleichheit

  • Kunst für den guten Zweck – Der Stadtkirchenturm

    Entdecken Sie einen besonderen Druck des Künstlers Josef Krahforst:

    Das Motiv zeigt den markanten Stadtkirchenturm, eines der Wahrzeichen Gießens.

    Der Künstler, der seit über 30 Jahren in Laubach lebt, hat die Drucke in einer außergewöhnlichen Technik gefertigt: Jeder Abzug entsteht per Handballen auf 200g-Papier mit einer Farbe auf Ölbasis, ganz ohne Druckerpresse. So wird jedes Stück zu einem individuellen Unikat auf Basis eines Original-Holzschnitts.

    • Format: 205 x 500 mm
    • Farbe auf Ölbasis
    • Preis: 12,50 €

    Mit dem Kauf unterstützen Sie nicht nur die Kunst, sondern auch den Kirchenladen am Turm. Der gesamte Erlös fließt in dessen wichtige Arbeit mitten in unserer Stadt.

    So verbinden sich Kunst, Stadtgeschichte und soziales Engagement – und Sie können ein Stück Gießen mit nach Hause nehmen.

     

    Bitte beachten: Der Rahmen dient nur zur Darstellung und ist nicht im Verkauf enthalten.

  • Arbeitsagentur Gießen: Jugendliche waren im August vom Anstieg der Arbeitslosigkeit am stärksten betroffen

    Im August ist die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen weiter gestiegen. Im abgelaufenen Monat waren 20502 Menschen arbeitslos gemeldet, 185 mehr als im Juli. Die Arbeitslosenquote bleib zum Vormonat unverändert und liegt aktuell bei 5,3 Prozent.

    Im August des Vorjahres waren damals 689 Menschen weniger gemeldet. Die Quote lag seinerzeit bei 5,2 Prozent.

    „Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit war im August insbesondere die Gruppe der unter 25-Jährigen betroffen, die nach dem Ende ihrer Ausbildung oder Schule kurzzeitig arbeitslos gemeldet sind“, kommentiert Michael Beck, Leiter der Arbeitsagentur Gießen, die neusten Zahlen vom Arbeitsmarkt. „Diese saisonübliche Entwicklung hat in der Vergangenheit gezeigt, dass dieser Personenkreis nach wenigen Wochen vom Arbeitsmarkt aufgenommen wurde. Aufmerksamkeit erregt die vergleichsweise geringe Anzahl von Arbeitgebern gemeldeten Arbeitsstellen seit Jahresbeginn. Zwar wird nicht jede unbesetzte Stelle der Arbeitsagentur gemeldet, aber im Vergleich zu den Vorjahren zeichnet sich ein deutliches Bild ab. Daher werben wir nach wie vor offene Arbeitsstellen aktiv ein, um den Bedarf der Unternehmen durch direkte Vermittlung oder durch eine Arbeitsmarktberatung mit alternativen Strategien zu decken.“

     

    Unterbeschäftigung

    Die „Unterbeschäftigung im engeren Sinne“, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, belief sich im August auf 25810 Personen. Das waren 159 weniger als vor einem Monat und 356 weniger als vor einem Jahr.

     

    Gemeldete Stellen

    Der Zugang an gemeldeten Arbeitsstellen ist im August das vierte Mal in Folge gesunken. Arbeitgeber meldeten im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen insgesamt 822 neue Stellen. Dies waren 120 Stellen (-12,7 Prozent) weniger als im August 2024.

    Der Bestand an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen ist im August erstmals seit über zwei Jahren unter die Marke von fünftausend gemeldeten Stellen gefallen.

    Zum Stichtag waren 4973 Arbeitsstellen gemeldet, 902 (-15,4 Prozent) weniger als im August des Vorjahres.

     

    Männer und Frauen

    Nach Geschlechtern betrachtet ist die Arbeitslosigkeit bei Männern wie Frauen gleichermaßen gestiegen. Aus saisonalen Gründen prozentual stärker bei den Frauen.

    Im August lag die Zahl der arbeitslosen Männer bei 11377, 47 mehr als im Vormonat. Die Quote stieg um 0,1 und liegt danach bei 5,6 Prozent. Im Vorjahresvergleich waren im August 2024 512 Männer weniger gemeldet. Seinerzeit lag die Quote bei 5,3 Prozent.

    Bei der Arbeitsagentur Gießen waren im August insgesamt 9125 Frauen als arbeitslos registriert, 138 mehr als im Juli. Die Quote für diese Personengruppe stieg um 0,1 auf nun 5,0 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 177 Frauen weniger registriert. Damals lag die Quote ebenfalls bei 5,0 Prozent.

     

    Besondere Personengruppen

    Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit waren im August auch die Personengruppen der Älteren und der Jugendlichen betroffen. Aus saisonalen Gründen allerding unterschiedlich stark.

    Die Zahl der Jugendlichen unter 25 Jahren die im August eine Arbeitsstelle suchten, stieg aufgrund des Schul- und Ausbildungsendes um 167 auf 2290 Personen. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,4 Prozent und liegt aktuell bei 5,7 Prozent. Im Vorjahresmonat waren damals 152 junge Menschen weniger gemeldet und die Arbeitslosenquote lag bei 5,3 Prozent.

    Die Anzahl der über 50-jährigen Erwerbslosen ist im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen im August um acht Personen auf nun 6569 Ältere gesunken. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 4,9 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 221 Menschen dieser Altersgruppe weniger arbeitslos gemeldet. Damals lag die Quote bei 4,7 Prozent.

     

    Regionale Unterschiede

    In den drei Landkreisen im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen, dem Landkreis Gießen, dem Wetteraukreis und dem Vogelsbergkreis, hat sich die Arbeitslosigkeit unterschiedlich entwickelt. Während die Zahl der Arbeitslosen in den Landkreisen Gießen und Wetterau stieg, wurde im Vogelsbergkreis ein leichter Rückgang verzeichnet.

    Im Kreis Gießen waren im August insgesamt 9678 Menschen erwerbslos gemeldet, 86 Personen mehr als den Monat zuvor. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 6,3 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 6,1 Prozent. Damals waren 464 Menschen weniger registriert.

    Im Wetteraukreis stieg die Zahl der Arbeitslosen im August um 102 Personen auf 8274. Die Quote ist gegenüber dem Vormonat um 0,1 auf nun 4,7 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind jetzt 295 Erwerbslose mehr gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote bei 4,6 Prozent.

    Im Vogelsbergkreis ist die Anzahl der Erwerbslosen im August gesunken. 2550 Personen waren arbeitslos gemeldet, drei weniger als im Juli. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,4 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 70 Personen mehr erwerbslos gemeldet und die Quote lag bei 4,5 Prozent.

     

    Die beiden Rechtskreise (Sozialgesetzbuch II und III)

    Bei einer Betrachtung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen (Sozialgesetzbuch II und III) hat sich im Monat August die Anzahl der Betroffenen unterschiedlich entwickelt. Während die Zahl der bei den Jobcentern gemeldeten erhöht hat, ist die Zahl der Arbeitslosen im Bereich der Arbeitsagentur leicht zurückgegangen.

    Bei der Arbeitsagentur Gießen (und den Geschäftsstellen in Bad Vilbel, Büdingen, Friedberg und Lauterbach) waren im August 7531 Personen gemeldet, 51 weniger als im Vormonat Juli. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt die Zahl damit heute um 606 Personen höher.

    Die Zahl der in den Jobcentern geführten Erwerbslosen stieg um 236 Personen auf nun 12971. Ein Jahr zuvor wurden dort noch 83 Personen weniger geführt.

    Das Jobcenter Gießen betreute im August 6820 Arbeitslose, 80 Personen mehr gegenüber Juli.

    Im Jobcenter Wetterau waren im abgelaufenen Monat 4655 Arbeitslose gemeldet, 133 Personen mehr als im Vormonat Juli.

    Im Vogelsbergkreis wurden bei der Kommunalen Vermittlungsagentur (KVA) insgesamt 1496 Arbeitslose im August betreut, 23 mehr als im Juli.

     

    Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

    Gemäß den jüngsten hochgerechneten vorläufigen Daten vom 28. Februar stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen im Vergleich zum Vorjahr um 1100 auf rund 231825 Personen. Dies entspricht einem Anstieg um 0,5 Prozent.

     

     

    Foto: Agentur für Arbeit Gießen

     

  • Im Mathematikum – Kühne Konstruktionen mit KAPLA-Plättchen

    Im Mathematikum gibt es ab dem 13.09.2025 KAPLA-Plättchen. Mit diesen lässt sich vieles bauen. Von Türmen über Brücken bis zu Tieren – (fast) alles ist möglich.

    Über 30.000 KAPLA-Plättchen aus Pinienholz liegen im Mathematikum in Gießen bereit und warten auf groß und klein.

    Zur Eröffnung begrüßt das Mathematikum das Centre KAPLA Lyon, das zeigt, was für Möglichkeiten in den kleinen Plättchen stecken.

     

    Hier werden Sie direkt zu der Internetseite vom Mathematikum zu den KAPLA-Plättchen weitergeleitet: Mathematikum Gießen – Kühne Konstruktionen mit KAPLA-Plättchen

    Und hier gelangen Sie direkt zur PDF des Flyers zur Ausstellung: Flyer zu der Ausstellung

  • Metzgerei Engel feiert 135. Firmenjubiläum

    Das mittlerweile in fünfter Generation geführte Unternehmen, die Metzgerei Engel, feiert in diesem Jahr seinen 135. Geburtstag und möchte dies als kleines Sommerfest mit seinen Kunden am Samstag, den 30. August 2025, ab 10 Uhr feiern. Jeder ist herzlich eingeladen!

    Nicht verwunderlich, dass auch in diesem Jahr die seit Generationen weitergegebenen Rezepte verschiedener Wurst- und Schinkensorten einmal mehr zu mehreren Gold- und Silbermedaillen bei der Qualitätsprüfung der Internationalen Fleischer-Fachausstellung (IFFA) im Frühsommer geführt haben.

    Die Gießener Metzgerei Engel nahm persönlich den Sonderpreis des Deutschen Fleischer-Verbands für den Gewinn der Goldmedaillen in allen Rubriken aus den Händen von Landesinnungsmeister und DFV-Vizepräsident Eckhart Neun sowie FFH-„Dummfrager“ Boris Meinzer im Schloss Gedern entgegen.

    Für die Fleischermeister Peter und Hendrik Engel ist es eine besondere Ehre, vor allem aber eine Anerkennung ihres Bestrebens nach Spitzenqualität. „Wir wollen bei der Herstellung unserer Produkte alles richtig machen. Deswegen achten wir schon bei der Auswahl der Rohmaterialien auf beste Qualität.“ Um dies zu überprüfen, wird regelmäßig an den neutralen Kontrollen des Fleischerverbands teilgenommen. „Hier wird kritisch, aber fair geprüft“, urteilt Peter Engel.

    [Die internationalen Qualitätswettbewerbe zur IFFA wurden vor über 60 Jahren vom Deutschen Fleischer-Verband ins Leben gerufen. Es werden Aussehen, Zusammensetzung, Geruch und Geschmack der handwerklich hergestellten Produkte überprüft. Mittlerweile messen sich mehrere hundert Fleischer aus 28 Ländern mit ihren Fleisch-, Wurst- und Schinkenprodukten bei der IFFA in Frankfurt am Main. In diesem Jahr hatte die Jury, bestehend aus Fleischermeistern und -meisterinnen, Veterinären und Fachleuten aus der Lebensmittelüberwachung, 1.173 Produkte zu bewerten.]

    Aus den eingesendeten Produkten wurden die Hausmacher Stracke, die Bauernmettwurst, die Rote Fleischwurst, die groben Pfefferbeißer, der rohe Kasseler und der gekochte Schinken mit Gold ausgezeichnet. Engels Bierschinken, Walnusssalami und Wiener Würstchen erhielten Silber.

    Tradition seit 1890

    In den sogenannten Gründerjahren 1890 (der Deutsche Fleischer-Verband war damals erst 15 Jahre alt) gründete Ludwig Haas mit seiner Frau Sophie seine Metzgerei in der „Wassergass“, die bis heute am selben Standort in Gießen-Wieseck zu finden ist. Sein Sohn Otto übernahm die Metzgerei mit seiner Frau Mina im Jahr 1921 und leitete sie bis zu seinem Tod. Von 1939 bis 1945 wurde die Metzgerei von Mina und Tochter Emmi geführt, da Sohn bzw. Bruder Ernst eingezogen wurde und im April 1945 verstarb.

    1946 heirateten Richard und Emmi Engel, geb. Haas, und führten die Metzgerei von 1946 bis 1981. Sohn Peter übernahm 1982 und leitete den Betrieb mit seiner Frau Hildegard bis Ende 2012.

    In mittlerweile fünfter Generation führt Hendrik Richard Engel die Traditionsmetzgerei mit seiner Frau Jelena und den beiden Kindern erfolgreich fort.

    Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm – wie Vater Hans Peter Engel hat auch Sohn Hendrik Richard seinen Meisterbrief bereits mit 21 Jahren erworben.

    Ausbildung hat hohen Stellenwert

    Besonders stolz ist man auf die Ausbildung junger Menschen! Alle Auszubildenden bestanden ihre Prüfungen und „wurden was“! Am weitesten hat es Peter Find gebracht, der mittlerweile Chefkoch im Ritz-Carlton in Hongkong ist und dort 100 Köche unter sich hat. Nach einem langen Wiedersehen lud er die Engels ein, ihn „in seinem Reich“ zu besuchen – was gerne angenommen wurde! „Das war ein Erlebnis! Nicht nur die Stadt zu besuchen, sondern auch in die Arbeitsabläufe und hinter die Kulissen eines so gigantischen Hotels zu schauen. Einfach Wahnsinn!“, so Hendrik Engel.

    Heute hat sich die Einstellung zur Arbeit und zum Handwerk massiv verändert, und eine Ausbildung im Fleischerhandwerk ist seltener geworden. Umso mehr ist die Familie Engel stolz auf ihre beiden jetzigen Auszubildenden Dana Schmitt und – seit diesem Monat – ihre Schwester Sarah Schmitt.

    Neben der Traditionsmetzgerei mit all ihren altbewährten Rezepturen, der Sensorik im Reifegrad, ausgetüftelten Garmethoden und eingespielten Verfahrensabläufen beliefert die Familie Engel ihre Kunden mit einem vielseitigen Partyservice: von Schnittchen zum Sektempfang über exklusive Fingerfood-Auswahl bis hin zu Buffets für Geburtstage, Hochzeiten, Konfirmationen oder Kommunionsfeiern. Auch Grill-Buffets vor Ort am Bräter oder mit dem eigenen Imbisswagen gehören dazu.

    Partyservice für Joachim Gauck

    Apropos Partyservice: Als die Übergabe der Urkunden im Sommer in Gedern stattfand, kam der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck nach Gießen zur Einweihung des ehemaligen Erstaufnahmelagers in der Lahnstraße. Uns wurde die Ehre zuteil, ihn und seine Gäste zu beliefern, sodass die „Seniors“ alleine die Urkunden abholen mussten.

    Wir möchten hochwertige Lebensmittel und deren Herstellung stärker in den Fokus der Konsumenten rücken und vermitteln, dass gesunde Lebensmittel entscheidend sind für eine nachhaltige Gesundheit!

    Wir bedanken uns bei unseren Kunden für das entgegengebrachte Vertrauen und freuen uns, Sie am Samstag zu sehen!

    Ihre Familie Engel und Mitarbeiter