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  • Wenn die Pegel steigen: Miteinander üben, voneinander lernen

    RP Gießen unterstützt länderübergreifende Hochwasserschutzübung „Starkregen und Hochwasserschutz-Gilgamesch 2025“ entlang der Lahn in Hessen und Rheinland-Pfalz

    Gießen. Hochwasser enden nicht an Ländergrenzen. Bestes Beispiel: die Lahn. Um ein solches Szenario möglichst realistisch durchzuspielen, fand eine länderübergreifende Hochwasserübung der Verwaltungs- und Führungsstäbe im Grenzbereich von Hessen und Rheinland-Pfalz statt. Denn im Katastrophenfall kommt es nicht nur auf die Einsatzkräfte an, sondern auch auf ein reibungsloses Funktionieren der Krisenstäbe. Beschäftigte aus dem Dezernat Hochwasserschutz und oberirdische Gewässer beim Regierungspräsidium (RP) Gießen haben an allen drei Tagen die Übungsleitung unterstützt. An der „Operation Gilgamesch“ haben weit über 100 Personen teilgenommen. Die Initiative dazu kam von den Landkreisen Rhein-Lahn und Limburg-Weilburg.

    Das Szenario hat die gesamte Palette von Problemen geboten, die die Einsatzkräfte bei einem Hochwasser zu bewältigen haben: vollgelaufene Keller, Ausfall der Infrastruktur, überschwemmte Straßen und vieles mehr. Ziel der Übung war es, eine gute Kommunikation zwischen den Stäben zu erzielen, ein Rollenverständnis und eine Klärung der Zuständigkeiten zu üben sowie die eigene Aufgabenwahrnehmung zu erlernen. Es galt auch, Möglichkeiten zur Verbesserung zu erkennen und daraus die richtigen Rückschlüsse für die zukünftige Zusammenarbeit im Katastrophenfall zu ziehen.

    Einer der Aufgaben für das RP-Team lautete, gemeinsam mit dem Team aus der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord und dem Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz aktuelle Hochwasserlageberichte einzustellen, Anfragen zu beantworten und die Fachberatung zu übernehmen. Der Übung vorausgegangen war eine intensive Vorbereitung durch das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz Rheinland-Pfalz. In Zusammenarbeit mit der Lülf+ Sicherheitsberatung GmbH wurde ein Hochwasserszenario an der Lahn simuliert, das einem 20-jährlichen Ereignis an der Lahn und einem 100-jährlichen Ereignis an den Nebengewässern der Lahn entspricht.

    Die Übung startete am ersten Tag mit den Verwaltungsstäben der hessischen Kommunen Weilburg, Weinbach, Runkel und der Stadt Limburg. Einen Tag später lag der Übungsschwerpunkt in Rheinland-Pfalz, wo die Verbandsgemeinden Bad Ems-Nassau und Diez sowie die Stadt Lahnstein gemeinsam geübt haben. Der Höhepunkt der Übung folgte am dritten Tag mit einer Steigerung der Lage zu einem 50-jährlichen Hochwasserereignis, der mit den Katastrophenschutz- und Verwaltungsstäben der Landkreise Rhein-Lahn und Limburg-Weilburg geübt wurde. Auf hessischer Seite besuchte auch Dr. Sven Holland, Leiter des Dezernats Brand- und Katastrophenschutz beim RP Gießen, die Übungsleitung in Diez, um sich einen Überblick über die Lage im Landkreis Limburg-Weilburg zu verschaffen. Die Regie der Übung hatte an allen drei Tagen ihren Sitz im Feuerwehrhaus in Diez.

    Ein wichtiger Aspekt bei einer solchen länderübergreifenden Übung ist immer der Austausch: Am Rande wurde mit den Fachkolleginnen und -kollegen der SGD Nord wurde nicht nur das eigene Wissen abgeglichen und erweitert. Es wurde auch bei der fachlichen Bearbeitung des Übungsszenarios gegenseitig unterstützt. Hierbei spielten etwa Fragen zur Abschaltung von Kläranlagen, zu Vorhersagen der Pegel und dem Umgang mit Anfragen aus den Stäben an die Übungsleitung eine Rolle.

     

    Bildunterschrift:

    Hochwasser kennen keine Ländergrenzen. Deshalb fand im Grenzbereich von Hessen und Rheinland-Pfalz eine mehrtägige übergreifende Hochwasserübung statt. Beschäftigte aus dem Dezernat Hochwasserschutz und oberirdische Gewässer beim Regierungspräsidium Gießen haben an den drei Tagen die Übungsleitung unterstützt.

     

    Fotos: RP Gießen

  • Projekt JuSTICE: Erfolgreiche Kooperation für die Fachkräftesicherung

    • Erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Agentur für Arbeit und JLU im Projekt JuSTICE

    Im Rahmen des Projekts JuSTICE der Justus-Liebig-Universität Gießen sammeln internationale Akademikerinnen und Akademiker wertvolle praktische Erfahrungen in der öffentlichen Verwaltung. Auch die Agentur für Arbeit Gießen ist in diesem Projekt eine engagierte Partnerin. Zum 1. April werden dort drei Praktikantinnen und Praktikanten, Olha Velyehko, Taras Kravchenko und Natalia Zharikova, ihren Einsatz beginnen — ein weiterer Schritt in einer erfolgreichen Zusammenarbeit, die Theorie und Praxis auf vorbildliche Weise miteinander verbindet.

    In enger Abstimmung zwischen dem Personalteam und dem Hochschulteams der Agentur für Arbeit Gießen sowie dem Projektteam der JLU wurde das Projekt nicht nur begleitet, sondern aktiv mitgestaltet. Gemeinsam wird den Nachwuchskräften die Möglichkeit geboten in drei Monaten, wertvolle Einblicke in die Arbeitswelt zu erhalten. Neben der praktischen Mitarbeit werden sie durch Workshops und individuelle Beratung rund um das Thema Bewerbung umfassend durch die Hochschulberatung unterstützt. Auch das Onboarding und die Einarbeitung der Praktikantinnen und Praktikanten begleiten die Personalabteilungen mit großem Engagement.

    „Uns ist es ein großes Anliegen, in der Projektgestaltung aktiv mitzuwirken und als öffentlicher Arbeitgeber ein gutes Beispiel zu geben. Wir möchten zeigen, wie wertvoll es ist, Kooperationen zu leben und jungen Menschen die Chance zu geben, Einblicke in die Praxis zu erhalten“, betont Christiane Meyer-Fendler, Beraterin im Hochschulteam der Agentur für Arbeit Gießen.

    Darüber hinaus unterstreicht Agenturchef Michael Beck die Bedeutung dieser Initiative: „Es ist für uns als Verwaltung auch eine Investition in die Zukunft. Wir leisten unseren Beitrag zur Fachkräftesicherung und bieten jungen Talenten Entwicklungsmöglichkeiten — nicht selten finden wir hier potenzielle zukünftige Kolleginnen und Kollegen. Wir können es anderen Institutionen nur empfehlen.“ Die positive Zusammenarbeit mit der Justus-Liebig-Universität wird auch in Zukunft fortgesetzt und ausgebaut, um gemeinsam weitere Chancen für Nachwuchskräfte zu schaffen.

    Über das Projekt JuSTICE:

    JuSTICE steht für JLU Strategic Training for International Careers in Executive Administration. In diesem Projekt sollen internationale Akademikerinnen und Akademiker für eine bildungsadäquate Beschäftigung in Deutschland vorbereitet werden. Es bietet ein auf jeweils ein Jahr konzipiertes ganzheitliches Angebot an universitärer Qualifizierung, Arbeitserfahrung in Deutschland, Beratung und Unterstützung. D.h. es stehen auch Kurse in Deutsch als Fremdsprache und Verwaltungsrecht mit dem FB 01 – Rechtswissenschaften auf dem Programm bevor das Praktikum angetreten wird.

     

    Weitere Informationen zum Projekt JuSTICE unter:

    https://www.uni-giessen.de/de/zentren/zfbk/career/justice

     

    Bildtext Beitragsbild von links: Michael Beck (Vorsitzender der Geschäftsführung), Christiane Meyer-Fenderl (Hochschulberatung), Natalia Zharikova, Olha Velyehko, Taras Kravchenko, Iris Heilgendorf (Hochschulberatung)

    Bildtext Bannerbild von links: Natalia Zharikova, Taras Kravchenko, Olha Velyehko

    Bildquelle: Agentur für Arbeit Gießen/Nischalke

  • Strom für jährlich 30.000 Drei-Personen-Haushalte

    Regierungspräsidium Gießen genehmigt Windpark Rossberg – Sieben Windenergieanlagen dürfen in Ebsdorfergrund errichtet und betrieben werden

    Gießen/Ebsdorfergrund. Sieben Windenergieanlagen dürfen im Windpark Rossberg in der Gemeinde Ebsdorfergrund, Gemarkung Rossberg, errichtet und betrieben werden. Hierzu hat das Regierungspräsidium (RP) Gießen die immissionsschutzrechtliche Genehmigung erteilt. Antragstellerin ist die JUWI GmbH mit Sitz im rheinland-pfälzischen Wörrstadt.

    Die Anlagen modernster Bauart und -größe verfügen über 150 Meter Rotordurchmesser und eine Gesamthöhe von 244 Metern, wobei eine Anlage drei Meter niedriger ausfällt. Mit einer Nennleistung von 5,6 Megawatt (MW) pro Anlage, also insgesamt 39,2 MW für alle sieben, kann für den Windpark Rossberg ein jährlicher Stromertrag von etwa 120.000 Megawattstunden (MWh) prognostiziert werden. Bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch von bis zu vier Megawattstunden pro Jahr in einem Drei-Personen-Haushalt wird der Windpark also etwa 30.000 Haushalte mit Strom versorgen können.

    Die sieben Anlagen ergänzen den im Dezember vom RP Gießen im gleichen Windvorranggebiet genehmigten Windpark Dreihausen-Nordeck. Bereits am 20.12.2024 war die Genehmigung zum Bau von fünf baugleichen Windenergieanlagen mit ebenfalls jeweils 5,6 MW Leistung in Allendorf (Lumda), Gemarkung Nordeck (3 WEA), und in Ebsdorfergrund, Gemarkung Dreihausen (2 WEA) erteilt worden. Die Kapazität der beiden Windparks mit zusammen zwölf Windenergieanlagen wird dann für die Versorgung von jährlich rund 50.000 Drei-Personen-Haushalten ausreichen. Damit können die beiden Windparks einen effektiven Beitrag zur Energieversorgung mit regional erzeugtem, grünem Strom leisten.

    Bei dem Windpark Rossberg wurden die gesetzlichen Änderungen zur Beschleunigung und Vereinfachung von Genehmigungsverfahren speziell für Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien angewandt. Dies führte neben einer modifizierten artenschutzrechtlichen Prüfung und dem Wegfall einer gesonderten Umweltverträglichkeitsprüfung auch dazu, dass das Genehmigungsverfahren auf das vereinfachte Verfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz umgestellt wurde. Dieses sieht keine förmliche Öffentlichkeitsbeteiligung vor.

    Die dennoch von Dritten eingereichten umfangreichen Eingaben wurden unabhängig von dieser Verfahrensumstellung vom RP Gießen entgegengenommen. Dabei handelte es sich unter anderem um die Bürgerinitiative Wald ohne Windkraft (WoW), das Marburger Institut für Ornithologie und Ökologie und die Naturschutzinitiative. Daraufhin sind die jeweils betroffenen Fachbehörden hinzugezogen worden. Die Eingaben fanden dadurch Eingang in das Genehmigungsverfahren und sind dort entsprechend berücksichtigt worden.

    Wesentliche Gegenstände der Prüfung der Genehmigungsfähigkeit waren neben dem technischen Immissionsschutz, also dem Schutz vor Lärm und Schattenwurf, auch eine Vielzahl weiterer Umweltbelange wie Naturschutz- und Forstrecht, aber auch Fragen des Baurechts, des Denkmalschutzes oder der Luftverkehrssicherheit. Besondere Bedeutung kamen unter anderem dem Schutz des Grundwassers und der Sicherstellung der Wasserversorgung zu. Nach Prüfung aller Belange kam das RP Gießen als Genehmigungsbehörde zu dem Ergebnis, dass der Umsetzung des Vorhabens keine Hinderungsgründe entgegenstehen.

     

    Bildunterschrift:

    Sieben Windenergieanlagen dürfen im Ebsdorfergrund errichtet und betrieben werden: Das Regierungspräsidium Gießen hat den Windpark Rossberg genehmigt.

     

    Foto: RP Gießen

  • Zwei Infoveranstaltungen im BiZ zu Bewerbungstipps und KI Nutzung im Bewerbungsprozess

    • Am 8. April um 10 Uhr informiert Agentur für Arbeit Gießen im Berufsinformationszentrum (BiZ) zu Bewerbungstipps
    • Am 10. April um 10 Uhr Vortrag zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz als Schlüssel für einen erfolgreichen Bewerbungsprozess ebenfalls im BiZ
    • Teilnahme ist kostenlos, Anmeldung nicht erforderlich

    Einen passenden Job zu finden, ist gar nicht so leicht. Interessierte und Menschen auf Arbeits- oder Ausbildungssuche können sich am 8. April um 10 Uhr darüber informieren, wie und wo man am besten nach Stellen sucht und wie eine erfolgreiche Bewerbung aussehen kann.

    Ob Jobwechsel, Wiedereinstieg nach Familienzeit oder erster Job, die passende Stelle zu finden, kann schwierig sein. Doch es gibt einige Tipps und Tricks, um erfolgreich zu sein. Referent Gerrit Fischer verrät sie in der Veranstaltung.

    Zusätzlich findet am 10. April ebenfalls um 10 Uhr ein Vortrag zum Thema „Künstliche Intelligenz (KI) im Bewerbungsverfahren“ statt. Vor Ort wird erklärt und gezeigt, was bei der Nutzung moderner Hilfsmittel im Bewerbungsprozess zu beachten ist und wie man KI gewinnbringend einsetzen kann, ohne dass die individuelle Note in der Bewerbung verloren geht.

    Beide Veranstaltungen sind kostenlos und finden vor Ort im Berufsinformationszentrum (BiZ) der Arbeitsagentur Gießen in der Nordanlage 60 statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

    Das BiZ in der Arbeitsagentur Gießen kann auch jederzeit zur Berufswahl besucht werden. Alle Infos zum BiZ: www.arbeitsagentur.de/vor-ort/giessen/biz-giessen

     

    Bildquelle: Blue Planet Studio/Adobestock

  • Gefahr für Fledermäuse und Menschen

    Mittelhessen ist reich an alten Stollen und Gruben zur Gewinnung von Eisenerz und anderen Bodenschätzen. Sie sind ein wichtiger Lebensraum und vor allem wichtige Rückzugsorte für viele Tierarten – entweder das ganze Jahr über oder nur zu bestimmten Zeiten. Schließlich ist es dort dunkel, meist feucht und kühl, aber frostfrei und die Temperaturschwankungen sind gering. „Fledermäuse halten hier im Moment noch ihren Winterschlaf und verstecken sich meistens in tiefen Spalten und Rissen. Daher sind sie nicht leicht zu entdecken“, weiß Stefanie Specht vom Dezernat für Schutzgebiete des Regierungspräsidiums Gießen.

     

    Bekannte Winterquartiere sind normalerweise verschlossen, vergittert oder bis auf kleine, für Fledermäuse durchlässige Schlitze zugemauert, um Fressfeinde wie Waschbären fernzuhalten. „Es ist wichtig, dass das auch so bleibt, Schlösser nicht aufgebrochen und Stollen nicht begangen werden“, appelliert sie insbesondere an Hobby-Höhlenforscher. „Letzteres kann für Menschen gefährlich sein. Gerade Laien können nicht einschätzen, ob die Standsicherheit noch gegeben ist oder überhaupt noch ausreichend Luft zum Atmen bleibt“, erklärt Hendrik Ebert, Leiter des Dezernats Bergaufsicht beim Regierungspräsidium. Nicht zu vergessen ist, dass das Betreten von Stollen und Höhlen letztlich Hausfriedensbruch darstellt und somit strafbar ist.

     

    Unabhängig von der Gefahr für Menschen – besonders für die streng geschützten Fledermäuse hat das Betreten von Stollen, Gruben und Höhlen schlimme Folgen. „Die meisten Höhlenbewohner vertragen es nicht, wenn Menschen in ihren Lebensraum eindringen. Fledermäuse, die im Winterschlaf aufgeschreckt werden, sterben meistens an Entkräftung.“ Ist der Zugang einmal geöffnet, sind die schlafenden Fledermäuse eine leichte Beute für Waschbären und andere fleischfressende Tiere. Noch dazu besteht die Gefahr, dass sie totgetrampelt werden. „Bei allen hier heimischen Fledermausarten handelt es sich nicht um Blutsauger. Stattdessen jagen sie Insekten und vertilgen massenweise Stechmücken. Dies sollte uns alle motivieren, unsere Fledermäuse zu schützen und ihre Winterquartiere nicht zu betreten“, bittet die Expertin. Das ist vom 1. Oktober bis zum 31. März laut Bundesnaturschutzgesetz ohnehin streng untersagt. Aber auch wenn die Fledermäuse ausgeflogen sind, tummeln sich hier das ganze Jahr über noch andere Tiere, beispielsweise Feuersalamander, Springschwanz- und Spinnenarten, die es zu schützen gilt.

  • RP Gießen sucht ehrenamtliche Helfer für Biber-Monitoring

    Biber sind eifrige Nager. In ein bis zwei Stunden können sie kleine Bäume fällen, in einer Nacht sogar dicke Stämme durchnagen. Und die Tiere sind geschickte und fleißige Baumeister. Haben sie „ihr“ Revier in einem Gewässer gefunden, wird dieses „wohnlich“ eingerichtet. Hierzu gehört je nach Gewässertyp ein Bau oder eine Burg. Darüber hinaus werden in den kleineren Bächen Dämme gebaut, die das Wasser stauen. So werden die Wohnungen geschützt und die schwimmbegeisterten Tiere können sich problemlos fortbewegen. Durch diese Lebensweise gelingt es dem Biber in kürzester Zeit, seine Lebensräume neu zu gestalten und enge Gewässerläufe zu renaturieren. Was den Biber und Umweltschützer freut, sorgt allerdings mancherorts für Ärger, wenn zum Beispiel Felder überflutet werden oder das Wasser für einen Rückstau in der Kanalisation sorgt. „Der Biber wird natürlich nicht von allen gern gesehen, aber er bringt viel Wertvolles mit und wird sich weiter etablieren“, sagt Sebastian Weller. Er ist Bibermanager beim Regierungspräsidium Gießen und hat als solcher einen Blick auf die inzwischen rund 140 Biberreviere in Mittelhessen. Neben dem Regierungspräsidium Gießen ist auch HessenForst mit seinen Forstämtern in dieses hauptamtliche Management eingebunden. Das ist viel Arbeit – daher sucht das amtliche Management weitere Menschen, die ehrenamtlich helfen.

     

    Weller und die Kollegen und Kolleginnen von HessenForst sind viel unterwegs, insbesondere im Kreis Gießen und im Vogelsbergkreis. Allein im Vogelsberg gibt es mehr als 80 Biberreviere. Hinzu kommen rund 40 im Landkreis Gießen, acht im Lahn-Dill-Kreis, sieben im Landkreis Marburg-Biedenkopf und eines im Landkreis Limburg-Weilburg. „Es werden natürlich auch immer mehr“, berichtet Weller. Genau deswegen sucht er Menschen aus den fünf Landkreisen, die oft an Gewässern unterwegs sind und merken, wenn an diesen ein Biber am Werk ist. Angenagte oder gefällte Bäume, eine Burg, ein Damm aus Ästen, der quer durch den Bach geht – all das sind typische Anzeichen, dass die streng geschützte Art hier aktiv ist. Je früher die Tiere entdeckt werden, desto besser kann das Management laufen. Werden Konflikte frühzeitig erkannt, können diese bereits vor dem Eintritt größerer Probleme gelöst und angegangen werden, ist Weller überzeugt.

     

    „Die Tiere leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer Umwelt und es passieren tolle Dinge, wenn der notwendige Raum dafür da ist. Sie schaffen es, ehemals geradlinige, enge Gewässerläufe neu zu gestalten und zu renaturieren. Oftmals können dadurch aufwendige und kostenintensive Renaturierungsmaßnahmen eingespart und das dafür benötigte Geld an anderen Stellen eingespart werden. Aber es gilt auch abzuwägen, besonders wenn die öffentliche Infrastruktur betroffen ist. Daher ist das Management, das wir seit Jahren betreiben, immens wichtig“, betont Sebastian Weller.

     

    Während das Lösen von Konflikten weiterhin dem amtlichen Management obliegt, soll das Ehrenamt künftig beim Monitoring eine größere Rolle spielen. Die Ehrenamtlichen sind dann sozusagen die Augen vor Ort, sollen beobachten und melden, wenn die Tiere beispielsweise ein neues Gewässer besiedeln. Das kann ein Fluss sein, aber genauso gut ein größerer Teich. „Wichtig ist, dass wir die Aktivitäten der Tiere frühzeitig mitbekommen“, erklärt Sebastian Weller. Daneben sollen die Ehrenamtlichen die bestehenden Burgen und Dämme im Auge behalten, auf Veränderungen und entstehende Probleme achten. Er hofft, dass sich möglichst viele Menschen melden. „Das muss nicht zwingend eine Person aus dem Naturschutzbereich sein. Genauso gut können es Menschen sein, die regelmäßig an Gewässern mit ihrem Hund spazieren gehen, oder aber Beschäftigte von Kommunen, die hier tätig sind“, verdeutlicht er.

     

    Bislang gibt es in Mittelhessen vor allem im Norden und Osten viele Reviere, aber auch an Lahn und Dill ist der Biber auf dem Vormarsch. Gibt es Konflikte, sind Lösungen und gute Kompromisse gefragt. Die können zum Beispiel so aussehen, dass Eigentümer die betroffenen Flächen tauschen. Oder aber es werden Präventivmaßnahmen ergriffen, die weitere Schäden verhindern.

     

    Weitere Informationen können per E-Mail an Wildtiermanagement@rpgi.hessen.de erfragt werden.

     

     

  • Kugelbrunnen im BID Marktquartier wird zum Osterbrunnen

    Unter dem Motto „Blühende Vielfalt“ wird ab Gründonnerstag der Kugelbrunnen auf dem Kreuzplatz sich wieder in einen floralen Osterbrunnen verwandeln. Wie bereits in den vergangenen Jahren, gestalten auch in diesem Jahr Mitarbeitende aus dem Bereich Garten- und Landschaftsbau der IJB gGmbH (gemeinnützige Gesellschaft für Integration, Jugend und Berufsbildung gGmbH) und in Kooperation mit dem BID Marktquartier den Kugelbrunnen am Kreuzplatz in der Gießener Innenstadt.

    Mit viel Kreativität und Fleiß zeigen die Mitarbeitenden der IJB gGmbH bereits zum 14. Mal ihr gärtnerisches Können bei der Umgestaltung der drei großen, grauen Betonkugeln. Ziel der IJB gGmbH ist es unter anderem, arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Lebensverhältnissen mit besonderen Schwierigkeiten, Beschäftigung, Berufsorientierung und Qualifizierung zu bieten. Auch bildet die IJB bereits seit Jahren im Bereich Garten- und Landschaftsbau und Verkauf aus und unterstützt dabei gezielt junge Menschen mit Lernproblemen. Neben wichtigen Grundkenntnissen wird auch Zuverlässigkeit gefördert. Einmal mehr freuen sich die Mitarbeitenden über die Gelegenheit, ihr Können in der Praxis umzusetzen und das Ergebnis einem breiten Publikum präsentieren zu können. »

    Vom 17. April bis zum 22. April wird diese besondere Osterdekoration im BID Marktquartier die Besucher der Gießener Innenstadt erfreuen.

  • Tipps zu Kauf und Nutzung von Fahrrad- und Skaterhelmen

    Fahrradfahren macht Spaß, ist gesund und hält fit. Damit der Fahrspaß sicher bleibt, sollten Radler einen Helm tragen. Das ist in Deutschland zwar keine Pflicht, aber ein Fahrradhelm schützt den Kopf bei Stürzen vor schlimmen Verletzungen und bleibenden Schäden. „Gerade für Kinder ist ein Kopfschutz beim Fahrradfahren sehr wichtig, denn durch mangelnde Fahrerfahrung sind sie besonders gefährdet“, rät Stefan Wingenbach, Experte für technischen Verbraucherschutz beim Regierungspräsidium Gießen. Das ist sowohl in Geschäften als auch im Internet kontrollierend tätig, damit nur sichere Helme in den Handel gelangen.

    Um sicherzustellen, dass Fahrradhelme auch die qualitativ hohen technischen Ansprüche erfüllen, müssen sie die harmonisierte Europäische Norm EN 1078 erfüllen. Diese regelt die Eigenschaften der Stoßdämpfung eines Helms für Radfahrer sowie für Benutzer von Skateboards und Rollschuhen. Zugleich bestätigt sie, dass der Helm getestet wurde und zudem alle vorgeschriebenen und für die Sicherheit relevanten Grenzwerte eingehalten sind. Hat der Helm die notwendigen Prüfungen bestanden, muss im Helm der Hinweis auf die Norm ersichtlich sein. Zusätzlich muss auch die CE-Kennzeichnung deutlich sichtbar angebracht werden.

    Beim Kauf des Helms ist unbedingt darauf zu achten, dass eine Gebrauchsanleitung in deutscher Sprache beiliegt. „In dieser müssen mindestens der Name des Herstellers mit vollständiger Anschrift, die Modellbezeichnung, die Größe, das Gewicht, das Herstellungsjahr sowie ein Warnhinweis für Kinder im Zusammenhang mit Kletteraktivitäten aufgeführt sein“, erläutert der RP-Experte Wingenbach. Auch eine Erklärung, dass Helme nicht durch Zusätze oder auch Entfernung von Originalteilen verändert werden sollten, darf dort nicht fehlen. Mittlerweile sind viele Modelle auch mit modernster Elektronik ausgestattet wie digitale Beleuchtung oder Abbiegehinweise. Diese bieten eine bessere Sichtbarkeit, sind aber gesetzlich nicht vorgeschrieben. Egal, ob puristisch oder hochtechnisiert: „Vor dem Kauf eines Fahrradschutzhelmes sollten Sie auf jeden Fall mehrere Modelle ausprobieren, um festzustellen, welches Modell Ihnen individuell am besten passt“, rät Stefan Wingenbach. Sein Tipp: Im Zweifel in einem Fachgeschäft auch im Hinblick auf die Einstellmöglichkeiten und die Passform beraten lassen.

    Ist der Helm gekauft, gibt es einen weiteren Sicherheitsaspekt zu beachten, denn Fahrradhelme unterliegen einem Alterungsprozess. Deshalb muss in jedem Helm das Quartal und Jahr der Herstellung angegeben sein. Wegen der individuellen Angaben der Hersteller in den Bedienungsanleitungen dürfen Helme nach Ablauf der dort festgesetzten Gebrauchsdauer nicht mehr benutzt werden. „Und hat der Helm nach einem Sturz seine Aufgabe erfüllt“, ist ein entscheidender Rat des RP-Experten, „dann hat er ausgedient und muss ebenfalls aussortiert werden.“ Denn selbst wenn äußerlich keine Beschädigungen erkennbar sind, kann die Schutzwirkung stark eingeschränkt sein.

  • Schimmel vermeiden – Tipps von der Verbraucherzentrale

    Schimmel vermeiden

    Energiespartipp der Verbraucherzentrale Hessen

    Wird eine Wohnung oder ein einzelner Raum nicht ausreichend belüftet, kann sich die Luftfeuchtigkeit an kühlen Stellen wie Fensterleibung oder Außenecke niederschlagen. Damit ist der Nährboden für Schimmelsporen bereitet und es kann zu gesundheitsschädlichem Schimmel kommen. Ein erhöhtes Risiko für Schimmelbildung besteht, wenn während der Nutzung eines Raumes viel Feuchtigkeit freigesetzt wurde, zum Beispiel beim Duschen, Schlafen, Kochen, Wäsche trocknen, aber auch durch Raumluftbefeuchter oder Aquarien.

    Daher lüftet man am besten mehrmals am Tag mit weit geöffneten Fenstern einige Minuten lang quer durch die Wohnung. Die Luft wird schnell ausgetauscht, aber Wände und Möbel kühlen nicht aus. Zu Problemen mit Schimmel und allen weiteren Fragen des Energiesparens berät die Energieberatung der Verbraucherzentrale Hessen.

    Kompetent und anbieterunabhängig zu allen Fragen des privaten Energieverbrauchs: Die Energieberatung der Verbraucherzentrale Hessen
    Dipl.-Ing. (FH) Architekt Thomas Jungherr und Dipl.-Ing. (FH) Architekt Thilo Kreicker bieten Energieberatung an in der Verbraucherzentrale Hessen – Beratungsstelle Gießen, Südanlage 4 (neben Kongresshalle). Die Energieberatung findet jeweils von 14 -17 Uhr dienstags (in ungerader KW), mittwochs (in gerader KW) und freitags (in ungerader KW) statt. Die kostenfreie Energieberatung dauert ca. 45 Minuten. Termine können unter (0641) 76 234 vereinbart werden. Falls erforderlich kommt ein:e Energieexpert:in auch zu Ihnen nach Hause (Eigenbeteiligung 40€).

    Weitere Informationen zur Energieberatung und Terminvereinbarung unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder 0800 – 809 802 400.

    Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.

  • Osterfeuer 2025 in und um Gießen

    Hier können Sie in diesem Jahr herrliche Osterfeuer bewundern:

    Schützenhaus Krofdorf: Ostersamstag (19.04.,) ab 18 Uhr

    Vereinsgemeinschaft Rüddingshausen: Ostersamstag (19.04.), ab 17 Uhr auf dem Festplatz, Wermertshäuser Straße 15

    Flugplatzgemeinschaft Reiskirchen-Ettingshausen: 17.04., ab 19 Uhr

    Allendorf Lumbda, Ortsteil Winnen vom Burschenclub Nordeck-Winnen: Ostersamstag (19.04.), ab 17 Uhr, im Geiersbergweg gegenüber Sportplatz

     

    Wer das Osterfeuer verpasst hat, es gibt ein Maifeuer an der Grillhütte Geilshausen am 30.04. ab 21 Uhr!

     

    Ihre Gemeinde im Kreis Gießen macht in diesem Jahr auch ein Osterfeuer? Geben Sie uns die Daten und wir tragen es hier mit ein!