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  • Gaspreisbremse wird zum Bumerang: Energieversorger irritiert mit nicht nachvollziehbaren Nachberechnungen

    Verbraucherzentrale Hessen rät zum Widerspruch

    Seit Anfang September wenden sich vermehrt Mainova-Kunden an die Verbraucherzentrale Hessen, die sich mit teils stattlichen Nachforderungen im Zusammenhang mit den im Jahr 2023 gewährten Gaspreisbremsen-Entlastungen konfrontiert sehen. Die Beträge werden pauschal geltend gemacht. Die Zusammensetzung bleibt völlig unklar und es wird nicht erläutert, welche Berechnungen zur Nachforderung geführt haben. Die Verbraucherzentrale Hessen empfiehlt betroffenen Kunden, Nachforderungen zu widersprechen und den Lieferanten aufzufordern, Rechts- und Berechnungsgrundlage zu benennen.

    Eine Rechnung im Briefkasten sorgt ohnehin schon nicht für Begeisterungsstürme bei den Empfängern – wenn diese dann auch noch unerwartet kommt, ist der Schreck noch größer. So erging es auch Familie A. aus Bürstadt, die von der Mainova AG die Mitteilung erhielt, dass in den nächsten Tagen rund 600 Euro vom Konto abgebucht werden. Im Betreff des Schreibens heißt es schlicht „Nachberechnung vom 01.01. bis 31.12.2023“. In der Folge wird auf eine „gesetzlich vorgeschriebene externe Wirtschaftsprüfung“ verwiesen. Weitere Einzelheiten zur „jeweiligen Beitragsermittlung“ soll den „beigefügten Berechnungsnachweisen“ zu entnehmen sein. Doch solche Nachweise sucht Familie A. vergebens. In der Anlage wird lediglich der Abrechnungszeitraum und der pauschale „Korrekturbetrag Preisbremse“ angegeben.

    Auch bei Ulrich S. aus Frankfurt wurde die Abbuchung von 130 Euro angekündigt. Doch auch ein weiterer Satz im Schreiben machte ihn stutzig. „Wir werden Ihnen die entsprechende Differenz auszahlen und bedanken uns für Ihr Verständnis“, hieß es da. Herr S. war unsicher, ob er sich nun freuen oder ärgern soll. Herr S. fragte direkt nach und erhielt als Antwort wenig Erhellendes. Mainova habe die Preisbremsen-Berechnungen ordnungsgemäß und gemäß den gesetzlichen Vorgaben durchgeführt. Dies sei auch im Rahmen der Testierung durch einen Wirtschaftsprüfer bestätigt worden. Dennoch könne es „in Einzelfällen aufgrund aktualisierter Daten, die im Zuge dieser Prüfung berücksichtigt wurden, zu einer entsprechenden Nachberechnung kommen“.

    Auch Herr B. aus Bad Vilbel hakte bei der Mainova nach, da er aufgrund der spärlichen Angaben im Schreiben zunächst einen Betrugsversuch witterte. Doch er erhielt eine ganz ähnliche Antwort mit dem Zusatz: „Die Nachberechnung ist kein Fehler, sondern Teil des gesetzlich vorgesehenen Prüfprozesses, um maximale Transparenz und Fairness sicherzustellen.“

    Nachberechnungen zwischen 60 und 600 Euro

    „Die Forderungen bei den uns bislang vorgelegten Fälle belaufen sich auf Beträge zwischen 60 und 600 Euro. Die Verbraucher vermögen nicht nachzuvollziehen, wieso sie mitten im Jahr eine Energierechnung bekommen. Die Beschwerden sind keineswegs auf Hessen beschränkt“, berichtet Peter Lassek, Leiter der Fachgruppe Recht bei der Verbraucherzentrale Hessen.

    Energierechnungen müssen einfach und verständlich sein

    Rechnungen für Energielieferungen an Endverbraucher müssen aufgrund gesetzlicher Vorgaben einfach und verständlich sein und sind auf Wunsch verständlich und unentgeltlich zu erläutern. „Die uns bislang vorgelegten Nachberechnungen zur Gaspreisbremse entbehren jedoch jeglicher Transparenz und sind in keiner Weise überprüfbar“, so Peter Lassek. „Darüber hinaus erscheinen uns die Nachberechnungen reichlich spät. Richtig ist zwar, dass die Entlastungen seinerzeit nur unter dem Vorbehalt einer späteren Rückforderung gewährt wurden. Dies hätte allerdings unserer Auffassung nach bis spätestens Mitte 2024 passieren müssen.“ Man denke nur an die vielen Vermieter, die ihre Betriebskostenabrechnung für den Abrechnungszeitraum 2023 bis Ende Dezember 2024 zu erstellen hatten und nun möglicherweise keine Nachzahlungen mehr bei ihren Mietern fordern können.

    „Wir raten Verbrauchern derzeit, den Nachforderungsschreiben schriftlich zu widersprechen und konkret nach der Benennung der Rechtsgrundlage zu fragen, aus der sich der angebliche Rückforderungsanspruch ergeben soll. Darüber hinaus sollte ein detaillierter gesetzeskonformer Berechnungsnachweis gefordert und dabei eine Frist von zehn bis vierzehn Tagen gesetzt werden“, so Lassek. „Kommt innerhalb der Frist keine oder keine nachvollziehbare Antwort, empfiehlt es sich, die Schlichtungsstelle Energie in Berlin anzurufen.“ Mehr zu den Voraussetzungen sind in den FAQ der Schlichtungsstelle zu finden.

    Hintergrund Energiepreisbremsen

    Die Preisbremsen gelten seit dem 1. März 2023 und wirken rückwirkend zum 1. Januar 2023. Die Regelung soll Privathaushalte und Kleingewerbe mit einem jährlichen Verbrauch von bis zu 1.500.000 kWh beim Gas und Wärme und bis zu 30.000 kWh beim Strom entlasten (für Abnehmer größerer Mengen gelten gesonderte Regelungen). Sie zahlen dann für 80 Prozent ihres prognostizierten Jahresverbrauchs 40 Cent pro Kilowattstunde beim Strom, 12 Cent beim Gas und 9,5 Cent bei der Wärme (jeweils brutto). Für die restlichen 20 Prozent des Verbrauchs wird der Preis fällig, der im Vertrag mit dem Anbieter vereinbart ist.

  • „Fahrzeug erleichtert die Arbeit enorm“

    Neuer Probenahmebus des Regierungspräsidiums Gießen im Einsatz – Vom Kanalhaken bis zur Sonde ist alles drin – Kontrollen in Kläranlagen in Mittelhessen

    Gießen. „Die Handgriffe sitzen noch“, lacht Daniela Hildebrand. Die Mitarbeiterin des Regierungspräsidiums Gießen war vor ihrer Zeit als Leiterin des Dezernats „Kommunales Abwasser und Gewässergüte“ unter anderem vier Jahre unterwegs, um Proben in Kläranlagen zu nehmen. Auch im neuen Fahrzeug, das mit allerlei technischem Equipment ausgestattet ist, findet sie sich schnell zurecht und kann Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich problemlos erklären, was sich im Inneren befindet. „Alles hat seinen Platz“, stellt der Behördenleiter zufrieden fest. Probenehmer, Schöpfer, Sonden, Kanalhaken, Waschbecken, eine große Kühlbox und mehr sind in dem Fahrzeug verstaut. „Nach dem aufwändigen Innenausbau ist das Fahrzeug jetzt im Einsatz und erleichtert die Arbeit enorm. Die Rückmeldungen aus dem Team sind durchweg positiv“, freut sich Dr. Christoph Ullrich.

    Beim Regierungspräsidium Gießen gibt es zwei solche Probenahmefahrzeuge. Die Obere Wasserbehörde ist zuständig für die staatliche Abwasseruntersuchung aller mittelhessischen Kläranlagen – in den fünf mittelhessischen Landkreisen sind das 214 an der Zahl. Die RP-Beschäftigten kommen einer wichtigen Aufgabe nach: Sie kontrollieren, ob das, was die kommunalen Kläranlagen in die heimischen Flüsse einleiten, den Vorgaben entspricht. Das geschieht unangekündigt, jährlich zwischen zwei und sechs Mal pro Anlage. „Alleine im vergangenen Jahr kamen wir auf mehr als 450 Probennahmen zwischen Limburg und Schlitz, Münchhausen und Espa“, berichtet die Dezernatsleiterin.

    Während Daniela Hildebrand dem Regierungspräsidenten alles zeigt, macht sich RP-Mitarbeiter Hubertus Pfaff schon mal ans Werk. An diesem Tag werden Proben in der Kläranlage in Gießen genommen. Das geschieht an mehreren Stellen, insbesondere dort, wo das gereinigte Abwasser in die Lahn eingeleitet wird. Vor Ort wird nach pH-Wert, Temperatur, Leitfähigkeit und Sauerstoffsättigung geschaut. Außerdem werden Farbe und Geruch bewertet. Die Proben werden anschließend in einem Labor in Marburg analysiert. Die RP-Beschäftigten bewerten danach die Ergebnisse und teilen sie dem Kläranlagenbetreiber mit.

    Die Werte, die RP-Mitarbeiter Pfaff vor Ort ermittelt, liegen absolut im Normbereich, wie Dezernatsleiterin Daniela Hildebrand erläutert. Das kommt nicht von ungefähr. Wird die Kläranlage doch kontinuierlich modernisiert, um den steigenden Anforderungen an die Abwasserreinigung gerecht zu werden. Muss sie auch angesichts der Mengen Abwasser, die hier landen. Das zufließende Kanalnetz ist das größte in Hessen. Es reicht im Westen von Münchholzhausen bis Göbelnrod im Osten sowie von Krofdorf-Gleiberg im Norden bis Cleeberg im Süden. Pro Sekunde laufen hier bis zu 800 Liter Abwasser zu. Wenn es regnet, muss die Kläranlage 1.650 Liter in der Sekunde aufnehmen und reinigen.

     

    Bildunterschriften:

    1. RP-Mitarbeiter Hubertus Pfaff (2. v. r.) erklärt seine Handgriffe. Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich, Dezernatsleiterin Daniela Hildebrand und ihre Stellvertreterin Dr. Veronika Wesp schauen und hören interessiert zu. (Beitragsbild)

    2.+3. RP-Mitarbeiter Hubertus Pfaff nimmt routiniert die Proben.

    4.+5. Dezernatsleiterin Daniela Hildebrand zeigt Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich im Beisein von RP-Mitarbeiter Hubertus Pfaff, was sich alles in dem Fahrzeug befindet.

     

    Fotos: RP Gießen

  • „Scheuen Sie sich nicht, auf uns zuzukommen“

    Regierungspräsidium Gießen veranstaltet traditionelle Informationsveranstaltung für neu gewählte und bereits amtierende Wahlbeamte aus dem Regierungsbezirk

    Gießen. Egal ob es um Windkraft, die Ausweisung von Gewerbegebieten oder auch die Unterbringung von Geflüchteten geht: Zwischen dem Regierungspräsidium Gießen und den Kommunen in den fünf mittelhessischen Landkreisen gibt es viele Verbindungen. Da ist es wichtig, sich immer wieder auszutauschen. Traditionell lädt das Regierungspräsidium daher Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden, Städten und Landkreisen zu einer Infoveranstaltung ein. „Unsere wichtige Botschaft ist: Scheuen Sie sich nicht, auf uns zuzukommen. Machen Sie das besonders bei komplexen Themen wie der Windkraft oder der Regionalplanung frühzeitig. Wir helfen gerne weiter und beraten. Lassen Sie uns ins Gespräch kommen, bevor Beschlüsse gefasst werden, die vielleicht am Ende gar nicht realisierbar sind“, sagte Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich. Er begrüßte die Gäste herzlich und freute sich auf die Möglichkeit zum Austausch. Gemeinsam mit den Abteilungsleiterinnen und -leitern und weiteren Beschäftigten stand er Rede und Antwort zu verschiedenen Themen.

    Mit dabei waren Oliver Hölz (Bürgermeister Hüttenberg), Andreas Höfner (Bürgermeister Dornburg), Alexandra Klusmann (Bürgermeisterin Rauschenberg), Andre Schlipp (Bürgermeister Amöneburg), Sven Schmidt (Bürgermeister Wetter), Peter Blum (Bürgermeister Waldbrunn), Christian Harms (Bürgermeister Weinbach), Tobias Breidenbach (Bürgermeister Reiskirchen), Reiner Greve (Bürgermeister Löhnberg), Klaus Bastian (Erster Beigeordneter Driedorf), Michael Krenos (Bürgermeister Sinn), Christoph Lück (Bürgermeister Kirtorf) und Dietmar Krist (Bürgermeister Antrifttal).

    Ein Teil von ihnen nahm die Möglichkeit war, zu Beginn den „Weg des Flüchtlings“ zu gehen. Wo kommen sie in Gießen an? Was erwartet sie hier? Wie geht es für sie weiter? Antworten auf diese und andere Fragen gab es beim Rundgang durch das Ankunftszentrum in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen in Gießen. Im zweiten Teil wurde zunächst die Behörde mit ihren sieben Abteilungen und 46 Dezernaten vorgestellt. Zudem gab es tiefergehende Informationen aus den Bereichen Kommunalaufsicht, Zivile Verteidigung, Regionalplanung, Windkraft und erneuerbare Energien, Flüchtlingsangelegenheiten und Arbeitsschutz. Hierbei erfuhren die Frauen und Männer beispielsweise, welche Aufgaben die Kommunalaufsicht hat und dass der neue Regionalplan in der zweiten Jahreshälfte 2026 beschlossen werden soll. Zum Thema Windkraft wurde berichtet, dass es in Mittelhessen derzeit 477 Anlagen gibt, die meisten davon im Vogelsbergkreis. Weitere 100 stehen vor der Inbetriebnahme und für 70 laufen Genehmigungsverfahren in allen fünf Landkreisen.

    Informiert wurde zudem über den Arbeitsschutz beim Breitbandausbau – nach wie vor ein wichtiges Thema. Das zeigen die vielen Beschwerden, die beim Regierungspräsidium eingehen. Ein Problem ist beispielsweise die fehlende oder mangelhafte Absicherung von Baustellen. Hier wird bereits viel Aufklärungsarbeit geleistet. Trotzdem rät das Regierungspräsidium, die Arbeitsschützer über problematische Baustellen zu informieren. Nur so lassen sich Gefahren sowohl für die Arbeiter als auch für Verkehrsteilnehmer, Passanten und Schulkinder vermeiden, Mängel beheben und die Bedingungen für Arbeitnehmer verbessern.

     

    Bildunterschrift:

    Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich, Abteilungsleiterinnen und -leiter sowie weitere RP-Beschäftigte begrüßten die Vertreterin und die Vertreter der Kommunen.

     

    Foto: RP Gießen

  • Neue Azubis bei der Arbeitsagentur

    • Sieben junge Menschen starten mit der Ausbildung Fachangestellte/r für Arbeitsmarktdienstleistungen bei der Arbeitsagentur Gießen
    • Auch studieren bei der Arbeitsagentur möglich

    Bei der Agentur für Arbeit Gießen haben jetzt sieben junge Menschen ihre Ausbildung zum Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen begonnen. „Um den zukünftigen Fachkräftebedarf bei der Arbeitsagentur zu decken, investieren wir in die Ausbildung junger Nachwuchskräfte“, sagt Michale Beck, Leiter der Arbeitsagentur Gießen, zur Begrüßung seiner neuen Mitarbeitenden.

    Die Auszubildenden erwartet eine vielseitige Ausbildung. Sie werden alle Fachbereiche der Arbeitsagentur durchlaufen und dabei praktische Erfahrungen in der Beratung von Arbeitsuchenden, der Bearbeitung von Anträgen auf Arbeitslosengeld sowie bei der Unterstützung von Unternehmen sammeln. Nach erfolgreichem Abschluss stehen ihnen vielfältige Ein- und Aufstiegsmöglichkeiten im öffentlichen Dienst offen.

    Die Bundesagentur für Arbeit (BA) bietet bundesweit Ausbildungs- und Studienplätze an, um den eigenen Fachkräftenachwuchs zu sichern. Weitere Informationen zu den Ausbildungsmöglichkeiten, Inhalten und dem Bewerbungsprozess gibt es online unter www.arbeitsagentur.de/karriere.

     

    Bildtext: Von links, vordere Reihe: Michael Beck, Natalia Mischenko, Emilie Kohl, Jasmin Schulz, Leonie Falk, Julina Fogus. Von links, hintere Reihe: Sadik Alp, Davin Weißenberg

     

    Bildquelle: Agentur für Arbeit

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  • Steinreich unterwegs – eine Geo-Rad-Tour durch Gießen

    Steinbrüche, Gerölle oder Felskomplexe – Eine Radtour durch die Erdgeschichte in und um Gießen.

    Die Radtour „Steinreich unterwegs“ verbindet die Gießener Geotope miteinander und unternimmt eine Reise durch die Erdgeschichte. Die Tour ist gut 43 km lang und geht vorbei an den Grauwackensteinbrüchen in Heuchelheim über die Tonschiefer am Hoppenstein, den Basaltsteinbrüchen am Schiffenberg und der Sandgrube am Gießener Nordkreuz.

    Im Laufe der Erdgeschichte sind in Gießen Kalke, Sandsteine und Basalt entstanden, die heute in verschiedenen Felskomplexen, Steinbrüchen oder Hängen zu entdecken sind. Als Geotope bezeichnet man unbelebte Natur, die einen besonderen Einblick in die Erdgeschichte gibt und besonders schützenswert sind. Gießen kann mit einer ganzen Reihe solcher Geotope aufwarten. Die Geotope sind leicht zu erkennen, eine weiterführende Beschreibung ist im Geotopenführer der Universitäts-stadt Gießen enthalten. Diese digital unter Geotopeführer Gießen  erhältlich.

    Unterwegs gibt es Geotope zu sehen und auch den einzigartigen Naturraum des Landkreises Gießen, wie das Naturschutzgebiet Bergwerkswald und der Hangelstein. Weitere sehenswerte Punkte sind der Schiffenberg oder die Badenburg in Gießen.

    Die Beschreibung der Tour ist in der Broschüre „Aktiv unterwegs in Gießen“ zu finden, die bei uns in der Tourist-Information kostenfrei erhältlich ist.

     

    Über den Button „Mehr erfahren“ gelangen Sie auf unsere Partnerseite vom Lahnwanderweg mit der genauen Beschreibung der Tour.

     

    Die Tour führt an folgenden Geotopen vorbei:

    Grauwackensteinbrüche an der Hardt

    Zeitalter: Beginn vor etwa 350 Mio. Jahren, Karbon, Erdaltertum

    Die Bruchkante des Steinbruchs mit der Gießener Grauwacke sieht man schon von weitem. Früher wurde in den Steinbrüchen hier Grauwacke für den Haus- und Wegebau abgebaut. Sieben Steinbrüche wurden um 1945 gezählt, die aber größtenteils wieder aufgefüllt wurden. Von der Straße aus kann man diesen Steinbruch gut einsehen, bitte keine privaten Grundstücke betreten. Ein geübtes Auge erkennt sogar die verschiedenen Körnungen. Gießener Grauwacken enthalten hier Glimmer, Feldspat und Schieferschüppchen.

    Wer den Steinbruch von oben sehen möchte, kann den Weg bei den Hardtgärten hochgehen und die Aussicht von dort genießen.

    Im Karbon, vor rund 350 Mio. Jahren, wurden im Gießener Bereich Sandsteine abgelagert. Diese nennen sich hier „Gießener Grauwacken“. Entstanden sind sich durch untermeerische Schlammströme und riesige Schuttfächer, die durch Bewegungen des Untergrunds ins Rutschen gerieten. So lagerten sich feste bis grobkörnigen Sedimente aus Sandstein im Boden ab.

     

    Tonschiefer am Hoppenstein

    Zeitalter: Beginn vor etwa 360 Mio. Jahren, Karbon, Erdaltertum

    Der Hoppenstein ist ein bewaldetes Hügelchen direkt am Parkplatz zwischen Dutenhofen und Kleinlinden (auf Höhe der Bahnschranke zu den Seen). Im Östlichen Bereich des Parkplatzes finden sich bräunlich graue Kulm-Tonschiefer. Diese sehr feinen, geschichteten Sedimente sind durch hohen Druck während einer Gebirgsbildungsphase entstanden. Oft treten sie in Wechsellagerung mit Grauwacken auf.

     

    Bergwerkswald – Steinbruch an der Tonhalde, Massenkalkfelsen und Steinberger Kalk

    Alter Steinbruch an der Tonhalde im Bergwerkswald (8,6661340°O 50,5621416°N)

    Zeitalter: vor etwa 440 -420 Mio. Jahren, Silur, Erdaltertum

    Im früheren Brauneisenstein-Abbaugebiet des Bergwerkswaldes finden sich mehrere geologische Highlights. Eines davon ist dieser stillgelegte Steinbruch, der mittlerweile fast vollständig bewachsen ist. In diesem Steinbruch sind die ältesten Gesteine im Stadtgebiet Gießen zu sehen: Kalke. Vor 420 Millionen Haren sind diese Kalke im Meeresbecken abgelagert worden. Später, als sich Gebirge geformt haben, wurden diese Ablagerungen verfestigt und gehoben. Wegen vereinzelt auftretender Versteinerungen werden diese Kalke auch als Orthocerenkalk und Ostracodenkalk bezeichnet.

    Massenkalkfelsen im Bergwerkswald (8,6732345°O 50,5632559°N)

    Zeitalter: vor etwa 410-370 Mio. Jahren, Devon, Erdaltertum

    Hier sind im ehemaligen Brauneisenstein-Abbaugebiet gewaltige Kalkfelsen an die Oberfläche hervorgetreten: Massenkalkfelsen. Diese Massenkalke entstanden als Riffkalke aus Resten kalkschaliger Organismen (z.B. Korallen, Muscheln). In zusammengepressten Bruchstücken kann man diese noch erkennen. Die rötliche Färbung kommt hier im Bergwerkswald durch Eisen-Mangan-Lösungen, die hier überall vorkommen. Die hier vorkommenden Massenkalke sind wahrscheinlich ein Ergebnis aus Verkarstung der Oberfläche der Kalke. Durch den Abbau der Erze im Bergwerkswald wurden die Massenkalke freigelegt.

    Steinberger Kalk an der Rehhecke (8,6871977°O 50,5519444°N)

    Zeitalter: vor etwa 410-360 Mio. Jahren, Devon, Erdaltertum

    Hier findet sich ein kleiner, versteckt liegender Felsen. Dieser dunkle, knollige Kalkstein nennt sich Steinberger Kalk (vom Ortsnamen Watzenborn-Steinberg abgeleitet). Er ist in Schiefer eingelagert. Der hier offen liegende Kalkfelsen ist, im Gegensatz zu in Gießen sonst üblichen Kalkgesteinen, sehr kompakt, hart und ohne Fossilien.

     

    Der Schiffenberg – Basaltsteinbruch und Basalte am Georgstempel

    Basaltsteinbruch am Schiffenberg – Rocky Hill

    Zeitalter: vor rund 65 Mio. Jahren, Tertiär, Erdneuzeit

    Die Basaltvorkommen im Stadtgebiet Gießen gehören zu den westlichen Ausläufern des Vogelsberges. Im Vogelsberg war im Tertiär über Millionen Jahre ein Vulkan aktiv, der seine Lava an die Oberfläche befördert hat. Hier im Schiffenberger Wald finden sich feste Lavadecken und auch Basalttuffe. Die Tuffe waren lockeres Auswurfmaterial aus dem Vulkan, sie wurden nachträglich im Laufe der Zeit gefestigt. Beeindruckend sind auch Basaltsäulen, die entstehen können, wenn überdeckte Lava langsam abkühlen kann.

    Basalte am Georgstempel im Schiffenberger Wald

    Zeitalter: vor rund 65 Mio. Jahren, Tertiär, Erdneuzeit

    Kurz unterhalb der kleinen Schutzhütte, des Georgstempels, sieht man einige kleine Basaltblöcke. Diese so genannte Blocklava entstand dadurch, dass die beim Erkalten festwerdende Lava durch wieder auftretende Fließbewegungen zerrissen wurde. Teilweise liegen die Blöcke wie „gewürfelt“ in einer Rinne dar, teilweise sieht man aber auch bizarre Gebilde aus ineinander verschlungenen Wurzeln und Basaltblöcken.

     

    Hangelstein – Teufelskanzel und Felsenkanzel sowie Basaltsteinbruch

    Basaltsteinbruch am Hangelstein

    Zeitalter: vor rund 65 Mio. Jahren, Tertiär, Erdneuzeit

    Hier befindet sich ein stillgelegter Basaltsteinbruch, wo früher der begehrte Baustoff abgebaut wurde. Je nach Jahreszeit ist er mehr oder weniger bewachsen, so dass die Sicht ein wenig eingeschränkt sein kann. Hier finden sich nebeneinanderliegende, dünne, aufgeschlossene Basaltsäulen. Die Basalte hier sind fest und dunkelgrau, oft mit Einsprenglingen von Olivin, einem Silikat, das frisch im Bruch leuchtend grün ist, verwittert jedoch bräunlich ist.

    Felsenkanzel und Teufelskanzel im Hangelstein

    Zeitalter: vor rund 65 Mio. Jahren, Tertiär, Erdneuzeit

    An der Felsenkanzel finden sich Basaltsäulen, deren sechseckige Gestalt sich beim Abkühlen der Lava gebildet hat. Die ca. 150m entfernte Teufelskanzel ist ein großer Monolith aus Basalt. Dieser Basaltblock scheint durch einen Felssturz von einem damals höher gelegenen Basaltkomplex entstanden zu sein.

     

    Grauwacke an der Badenburg

    Zeitalter: Beginn vor etwa 350 Mio. Jahren, Karbon, Erdaltertum

    Hier findet sich wieder die uns bereits bekannte Gießener Grauwacke. An mehreren Stellen entlang des Fahrradwegs zwischen Lollar und der Badenburg sind die kleinen bis zu mehreren Meter mächtigen Grauwacke-Felsen zu sehen.

     

    Sandgrube am Gießener Nordkreuz

    Zeitalter: Beginn vor etwa 65-50 Mio. Jahren, Tertiär, Erdneuzeit

    Der letzte Wegpunkt führt uns zu einem noch aktiven Abbaugebiet. Bitte bleiben Sie auf den öffentlichen Wegen. Hier in der Grube finden sich Meeressande und Tone. Die Tone werden z.B. für die Ziegelherstellung genutzt, die Sande wurden früher für die Kalksandsteinproduktion verwendet.

    Die Meeressande lagerten sich vor rund 50 Mio. Jahren entlang einer schmalen Meeresverbindung in Nord-Süd-Richtung ab. Entlang der Marburger Straße gab es mehrere weitere Sandgruben, die jedoch alle wieder verfüllt wurden.

     

    Wer sich noch genauer über die Geotope in Gießen informieren möchte, kann im Geotopeführer Gießen weitere Infos bekommen.

  • Tag des offenen Denkmals am 14.09.2025

    Am 14.09.2025 öffnen verschiedene Denkmäler und historische Stätten ihre Tore für den Tag des offenen Denkmals 2025. In und um Gießen nehmen 11 verschiedenste Monumente und Museen teil, so auch zun Beispiel das Liebig-Museum oder die Burg Gleiberg.

    Weitere Informationen und alle teilnehmenden Orte finden Sie auf der Website des Tag des offenen Denkmals.

  • Stadtführung: "Chloroform und Cocain" am 13.09.25

    Kostümführung und Histotainment rund um Liebigs Erben – eine Zeitreise ins Jahr 1913

    Frauen- und Kinderärztin Dr. Gloria van Tassel und Klinikarzt Prof. Theodor von Pappenheimer führen die Gäste durch das soeben fertiggestellte Gießener Klinikviertel. Sie erinnern in szenischen Dialogen an die historischen Orte, wegweisende Persönlichkeiten, die zum Wohle der Menschen wirkten, sowie an den Kampf gegen Krankheiten und Seuchen. Im Weiteren sprechen sie über seinerzeit moderne Diagnosemethoden und Therapien.

    Referenten: Dr. Jutta Failing und Peter Meilinger

    Dauer: ca. 2 Std. (am 13.09.2025 von 14-16 Uhr)

    Teilnahme: 26 €

    Tickets erhalten Sie bei der Tourist-Information oder hier online (zzgl. Servicegebühren).

    Eine Teilnahme ohne Ticket ist nicht möglich.

  • „Vor Ihnen allen liegt eine spannende Zeit“

    Regierungsvizepräsident Jan Schneider begrüßt elf Inspektoranwärterinnen und -anwärter sowie vier Technische Oberinspektoranwärterinnen und -anwärter im Regierungspräsidium Gießen

    Gießen. Die einen haben ihr Studium vor sich, die anderen haben es schon abgeschlossen und gehen nun den nächsten Schritt auf der Karriereleiter: Regierungsvizepräsident Jan Schneider hat elf Inspektoranwärterinnen und -anwärter sowie vier Technische Oberinspektoranwärterinnen und -anwärter im Regierungspräsidium Gießen begrüßt. „Vor Ihnen allen liegt eine spannende Zeit. Viele erfahrene Kolleginnen und Kollegen werden Sie dabei begleiten. Langeweile kommt bestimmt nicht auf, das verspreche ich Ihnen“, sagte Jan Schneider.

    Die Inspektoranwärterinnen und -anwärter studieren an der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit (HöMS) am Standort Gießen. Mit dem Studiengang „Bachelor of Arts – Public Administration“ qualifizieren sie sich allesamt für den gehobenen Dienst in der allgemeinen Verwaltung.

    Nach der Ernennung und Vereidigung durch den Regierungsvizepräsidenten steht für die Inspektoranwärterinnen und -anwärter zunächst ein mehrtägiges Einführungsprogramm an. Hierbei erhalten sie einen guten Überblick über die vielfältigen, mehr als 1.000 Aufgaben der sieben Abteilungen des Regierungspräsidiums. Zudem wird über interne Abläufe informiert. Im Verlauf der nächsten drei Jahre erwerben die Anwärterinnen und Anwärter durch die theoretische Ausbildung an der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit und fünf Praktika in den RP-Fachdezernaten umfangreiche Kenntnisse, um ihre künftigen Aufgaben erfolgreich bewältigen zu können.

    Die Inspektoranwärterinnen und -anwärter sind Cherry Arnaut, Ben Bernhardt, Emelie Hähner, Jana Kraft, Julian Lotz, Zehra Özkök, Magdalena Penna, Jana Pöchmann, Vivien Schmidt, Ansgar Schmitt und Tom-Luca Schuster.

    Ebenfalls ernannt und vereidigt wurden drei Technische Oberinspektoranwärterinnen und ein Technischer Oberinspektoranwärter. Damit beginnt für Alicia Nachtigall, Matthias Schütt (beide Fachrichtung Umwelt), Sabrina Rothen und Amelie Pausch (beide Fachrichtung Naturschutz und Landespflege), die bereits einen Hochschulabschluss in der Tasche haben, eine Ausbildung.

    Alicia Nachtigall und Matthias Schütt erhalten im Zeitraum von 15 Monaten einen umfassenden Einblick in das Aufgabenspektrum der Umweltabteilung des Regierungspräsidiums. Ausgebildet wird praxisnah mit Innen- und Außendiensten in den Fachdezernaten in den Bereichen Abfallwirtschaft, Bodenschutz, Immissionsschutz, Strahlenschutz und Wasserwirtschaft. Lehrgänge runden die Ausbildung ab. Sabrina Rothen und Amelie Pausch sind die ersten beiden Technischen Oberinspektoranwärterinnen, die in der Naturschutzverwaltung zum Einsatz kommen. Ihre Ausbildung dauert 18 Monate. In dieser Zeit kommen sie in den drei Naturschutz-Dezernaten des Regierungspräsidiums zum Einsatz, besuchen Lehrgänge und lernen auch die Arbeit in der Kommunalverwaltung, unter anderem in der Unteren Naturschutzbehörde und im Stadtplanungsamt, kennen. Am Ende der Ausbildung folgen jeweils eine schriftliche und eine mündliche Prüfung.

     

    Bildunterschrift:

    Regierungsvizepräsident Jan Schneider (2. v. l.) und Ana Brandt (Ausbildungsleitung; rechts) begrüßten die neuen Inspektoranwärterinnen und -anwärter sowie die neuen Technischen Oberinspektoranwärterinnen und den Technischen Oberinspektoranwärter.

     

    Foto: RP Gießen