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  • Wer keine Schwerbehinderten beschäftigt, zahlt künftig mehr

    • Unternehmen, die jetzt noch Schwerbehinderte oder Gleichgestellte einstellen, können Kosten vermeiden oder verringern
    • Ausgleichsabgabe kommt Betrieben zu Gute, die ihrer Beschäftigungspflicht nachkommen

     

    Rund ein Viertel (ca. 40.000) aller beschäftigungspflichtigen Betriebe in Deutschland beschäftigen nach Angaben der Arbeitsagentur Gießen keine schwerbehinderten oder ihnen gleichgestellte Menschen. Für diese erhöht sich die Ausgleichsabgabe ab 2025 deutlich.

    Arbeitgeber mit einer Betriebsgröße von 20 bis unter 40 zu zählenden Arbeitsplätzen, die 2024 keinen schwerbehinderten oder gleichgestellten Arbeitnehmer beschäftigt haben, zahlen künftig monatlich 210 Euro (bislang 140 Euro) für jeden nichtbesetzten Pflichtplatz. Bei Betrieben mit 40 bis unter 60 Arbeitsplätzen, die keinen Pflichtplatz besetzt hatten, steigt die monatliche Abgabe je unbesetztem Pflichtplatz von 245 Euro auf dann 410 Euro. Arbeitgeber mit 60 und mehr zugrunde zu legenden Arbeitsplätzen, die keinen Schwerbehinderten oder Gleichgestellten beschäftigten, werden dann mit monatlich 720 Euro anstatt 360 Euro pro unbesetztem Pflichtplatz zur Kasse gebeten. Für Betriebe, die zwar schwerbehinderte Menschen beschäftigen, aber ihre individuelle Beschäftigungsquote nicht erfüllen, bleiben die bisherigen Staffelsätze unverändert.

    Mehr als 1.500 schwerbehinderte Arbeitslose im gesamten Agenturbezirk

    Die neuen Sätze kommen bei der Anzeige ab 2025 zum Tragen und betreffen Arbeitgeber, die ihrer Beschäftigungspflicht nach § 154 SGB IX nicht nachkommen und im Jahresverlauf 2024 keinen schwerbehinderten oder gleichgestellten Menschen beschäftigt haben. Soweit Arbeitgeber noch in 2024 einen schwerbehinderten oder gleichgestellten Arbeitnehmer einstellen, können diese Kosten verringert oder vermieden werden, heißt es bei der Arbeitsagentur weiter. Im Kreis Gießen waren im Oktober 730 Schwerbehinderte arbeitslos gemeldet, im Wetteraukreis waren im vergangenen Monat 583 schwerbehinderte Arbeitslose registriert und im Vogelsbergkreis waren 197 Schwerbehinderte ohne Arbeit.

    Die Beschäftigungspflicht gilt für private und öffentliche Arbeitgeber, die mindestens 20 Arbeitnehmer beschäftigen. Arbeitgeber, die ihre Beschäftigungspflicht nicht oder nur teilweise erfüllen, müssen eine Ausgleichsabgabe an ihr zuständiges Integrationsamt zahlen. Die Ausgleichsabgabe dient dazu, einen finanziellen Ausgleich zwischen Arbeitgebern zu schaffen, die ihrer Beschäftigungspflicht nachkommen, schwerbehinderte Menschen beschäftigen und dadurch gegebenenfalls zusätzliche Kosten tragen. Darüber hinaus soll die Ausgleichsabgabe auch dazu motivieren, mehr schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Die Höhe der Ausgleichsabgabe wird in Abhängigkeit von der Betriebsgröße und der Beschäftigungsquote automatisch ermittelt, nachdem Arbeitgeber ihre verpflichtende Anzeige abgegeben haben.

    Die Botschaft an beschäftigungspflichtige Arbeitgeber ohne Schwerbehinderten-Beschäftigte ist klar: Inklusion schafft starke Unternehmen! – noch ist Zeit zum Handeln, um Potentiale von Menschen mit Behinderung zu entdecken. Die Erfahrungen des Arbeitgeberservices der Agentur für Arbeit Gießen zeigen, dass Unternehmen, die Menschen mit Behinderung integrieren, nicht nur finanzielle Vorteile erhalten, sondern auch ein positives Unternehmensimage gewinnen, und auch von der hohen Motivation und Einsatzbereitschaft dieser Menschen profitieren.

  • Gut beraten durch den Winter

    Beratungsangebote der Verbraucherzentrale Hessen zum Energiesparen

    Gerade in der in der kalten Jahreszeit beschäftigen sich viele Verbraucherinnen und Verbraucher mit Themen wie Heizung oder Wärmedämmung. Dabei bleiben oft viele Fragen offen, bei denen die Energieberatung der Verbraucherzentrale weiterhelfen kann – unabhängig, kompetent und individuell. Die Energieberaterinnen und Energieberater informieren zu Heiztechnik, energetischer Sanierung oder Energiesparen.

    Bereits mit wenigen Einstellungen an der Heizungsregelung und den Heizkörperthermostaten lassen sich Energieverbrauch und -kosten reduzieren.

    Wer über einen Heizungstausch nachdenkt, muss sich auch Gedanken über einen geeigneten Aufstellort, die richtige Dimensionierung und sinnvolle Ergänzungen wie etwa nachträgliche Wärmedämmung machen. Gerade die richtige Wärmedämmung kann den Energieverbrauch beträchtlich verringern, doch nicht jede Maßnahme ist gleichermaßen geeignet. So ist es beispielsweise sinnvoll, vorab zu klären, welche Wärmedämmung unter das Dach gehört oder an welchen Stellen Wärmebrücken vermieden werden müssen.

    Wer sich zuvor beraten lässt, weiß mehr und kann kostspielige Fehler vermeiden. Energieberaterinnen und Energieberater der Verbraucherzentrale beraten nach vorheriger Terminvereinbarung kostenfrei per Telefon, per Video sowie in unseren Beratungsstellen oder, falls erforderlich, auch zuhause für 30 Euro (ab 01.01.2025 für 40 Euro).

    Terminvereinbarung ist möglich unter der kostenfreien Rufnummer 0800 – 809 802 400. Auch ein Blick auf verbraucherzentrale-energieberatung.de lohnt sich, denn hier werden immer wieder neue Online-Vorträge zu Energie-Themen angekündigt.

  • Austausch über Landesgrenzen hinweg

    Führungskräfte der Bezirksregierung von RP Gießen und Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Rheinland-Pfalz treffen sich in Hadamar –
    Themen von elektronischer Akte, KI über Regionalplanung bis Windenergie

     

    Gießen/Hadamar. Es sind zwei sehr verschiedene Regionen und doch beschäftigen sie oft dieselben Themen: einen Tag lang haben sich die Führungskräfte der Oberen Landesbehörde aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz und der Bezirksregierung Mittelhessen intensiv ausgetauscht. Im Schloss von Hadamar kamen die Arbeitswelten der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord und des Regierungspräsidiums (RP) Gießen zusammen. Die SGD Nord entstand nach einer Strukturreform aus den ehemaligen Regierungsbezirken Koblenz und Trier. In der Schlossaula begrüßt Bürgermeister Michael Ruoff die Gäste.

     

    „Durch solche Treffen geben wir gegenseitig einen Einblick in unsere jeweilige Arbeitsweise, können voneinander lernen und gute Ideen mit nach Hause nehmen“, sagt Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich vom RP Gießen als Gastgeber des ersten Treffens, da auch eines der Dezernate für Arbeitsschutz im Schloss untergebracht ist. Im Verlauf des Tages wird deutlich: Die B49 ist nicht das einzige, das die Hauptsitze der beiden Verwaltungen zwischen Gießen und Koblenz verbindet. Als Nachbarn haben die zwei Bezirke neben einer gemeinsamen Landesgrenze auch inhaltlich viele Schnittmengen. Beide vereinen unter anderem Abfallwirtschaft, Gewerbeaufsicht oder Raumordnung sowie den Schutz von Boden, Gewässern und Natur unter einem Dach. Als Bündelungsbehörden stimmen sie in komplexen Genehmigungsverfahren die Interessen und Belange weiterer beteiligter Behörden, Institutionen, der Wirtschaft, Verbände sowie der Bürgerinnen und Bürger miteinander ab und führen diese zusammen. Dadurch gelingt es, Lösungen und Kompromisse zu finden, die im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben umsetzbar und auch im Sinne der Menschen sind.

     

    Die Themendichte ist während des Austauschs entsprechend hoch und zuvor vorbereitet, um die begrenzte Zeit bestmöglich zu nutzen: von organisatorischen Fragen wie elektronischer Akte, dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz oder praktikablen Videokonferenzsystemen über Regionalplanung und Raumordnung, landesübergreifender Zusammenarbeit, Präsenz in Sozialen Netzwerken bis zur Genehmigung von Windenergieanlagen.

     

    „Die oftmals komplizierten Fragestellungen, mit denen wir uns als Bezirksregierungen beschäftigen, enden eben nicht an unseren Landesgrenzen“, betont SGD-Nord-Präsident Wolfgang Treis, „umso wichtiger ist ein offener Erfahrungsaustausch wie dieser hier.“ Besonders interessiert ist er an dem Thema Personalgewinnung. Im Zuge des demografischen Wandels stünden in Zukunft bei zunehmenden Aufgaben weniger Arbeitsplätze zur Verfügung. „Es ist unglaublich wichtig, dass wir uns unter anderem auch darüber unterhalten und voneinander Ideen mit nach Hause nehmen“, sagt Wolfgang Treis zu der 20-köpfigen Gruppe, der auch Prof. Dr. Martin Kaschny (SGD-Nord-Vizepräsident) sowie Jan Schneider (kommissarischer Vizepräsident RP Gießen) angehören. Zum Abschluss des Treffens führen RP-Mitarbeiter Bodo Kratzheller die Gäste durch das Schloss und Hadamars Ehrenbürger Heinz Valentin durch das Glasmuseum.

     

     

    Bildunterschrift:

    Austausch, um voneinander zu lernen: die Führungskräfte der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Rheinland-Pfalz und des Regierungspräsidiums Gießen tauschen sich einen Tag lang intensiv im Schloss von Hadamar aus.

     

    Foto: RP Gießen

  • Mit Unterstützung von Arbeitsagentur und Jobcenter zur Stellenbesetzung

    • Erfolgreicher Bewerbertag bei Rhenus Warehousing Solutions in Gießen
    • Effektive Stellenbesetzung durch Kooperationsveranstaltung
    • Freie Stellen und Arbeitsuchende zusammengebracht

     

    Der Wettbewerb um Arbeitskräfte ist in fast allen Branchen und Tätigkeitsbereichen schwer umkämpft und stellt viele Betriebe vor große Herausforderungen, insbesondere, wenn kurzfristig ein erhöhter Bedarf an Mitarbeitenden festgestellt wird.

    So erging es auch dem Logistik-Unternehmen Rhenus Warehousing Solutions am Standort Gießen. Die Warehousing-Sparte des weltweit operierenden und einer der führenden Logistikdienstleister hatte kurzfristig 62 neue Stellen in der Retouren-Bearbeitung zu besetzen.

     

    Um die Stellenbesetzung effektiv und zeitnah abzuwickeln, wurde in Kooperation mit der Arbeitsagentur und dem Jobcenter ein Bewerbertag veranstaltet.

    Unter dem Motto #AktivmitIhnen hatten Mitarbeiter*innen von Agentur für Arbeit und Jobcenter im Voraus einige passende Bewerber*innen akquiriert und direkt in die Hallen des Unternehmens im VGP Park am alten Flughafen eingeladen.

    Zu Beginn der Veranstaltung erhielten die Besucher und Besucherinnen einen ersten Überblick zum Unternehmen sowie zu den zukünftigen Aufgaben und wurden anschließend durch das 25.000 qm große Lager geführt, um den potenziellen künftigen Arbeitsplatz kennenzulernen. Im Anschluss wurden in persönlichen Einzelgesprächen passende Personen evaluiert.

     

    Das Angebot des Bewerbertages wurde vielfältig genutzt und die Zusammenarbeit zwischen allen Parteien war ein voller Erfolg. Der Assistent der Geschäftsführung am Rhenus Standort Gießen, Jannik Werthebach, bestätigt, dass knapp die Hälfte der verfügbaren Stellen mit Hilfe der Agentur für Arbeit und des Jobcenters besetzt werden konnten. „Wir sind sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit am Bewerbertag und freuen uns, dass alle vermittelten Mitarbeitenden auch weiterhin im Unternehmen tätig sind. Dank unserer flexiblen Schichtmodelle und attraktiven Arbeitsbedingungen konnten wir vielfältigen Talenten eine Chance bieten und freuen uns, sie nach einer entsprechenden Einarbeitung nun als Fachkräfte an Bord zu haben.“, betont Werthebach abschließend.

    Unternehmen, die sich eine ähnliche Kooperation vorstellen können, steht der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur Gießen für Beratung zur Verfügung.

    Die Kontaktaufnahme ist über den/die bekannten Ansprechpartner/-in im Arbeitgeberservice, der kostenfreien Hotline 0800 4555520 oder per E-Mail Giessen.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de möglich.

     

     

    Bildquelle: Agentur für Arbeit Gießen

    Bildtext: Mitarbeitende von Agentur für Arbeit Gießen und des Jobcenters Gießen vor Ort bei Rhenus

  • Werkstudent:in Social Media und Event (m/w/d) gesucht!

    Gestalte mit uns digitale Erlebnisse und unvergessliche Events!

     Du bist kreativ, hast ein Gespür für Trends und willst Berufserfahrungen in der Welt des Social Media- und Eventmanagements sammeln? Dann bist du bei uns genau richtig! Als Werkstudent für Social Media und Event unterstützt du unser Team dabei, unsere Social-Media- und Content-Strategien weiterzuentwickeln und spannende städtische Events wie Stadtfeste und Weihnachtsmärkte mitzugestalten. Dich erwarten abwechslungsreiche Aufgaben im Bereich Social Media Management sowie Eventorganisation – von der Content-Erstellung bis hin zur Konzeptentwicklung für Großveranstaltungen. Wenn du Eigeninitiative, Teamgeist und eine Leidenschaft für digitale Kommunikation und Events mitbringst, freuen wir uns auf deine Bewerbung!

    Die Gießen Marketing GmbH ist ein Public Private Partnership-Unternehmen, das von der Stadt Gießen, den vier BIDs (Business Improvement Districts) in der Gießener Innenstadt sowie dem Verein Gießen Aktiv e. V. gegründet wurde. Mit unserem Team bearbeiten wir die Aufgabengebiete Tourismus-Marketing und Event-Organisation, setzen uns für die Attraktivität unserer vitalen Innenstadt sowie die Entwicklung und Pflege einer positiv aufgeladenen Stadtmarke Gießen ein.

    Deine Aufgaben:

     Social Media Management

    • Weiterentwicklung und Umsetzung unserer Social-Media- und Content-Strategie
    • Betreuung unserer Social-Media-Kanäle
    • Erstellung und Aufbereitung von Social-Media-Content (Text, Grafik, Video) mit Rücksicht unserer Corporate Identity und Zielgruppe
    • Community Management innerhalb der Social-Media-Kanäle
    • Regelmäßige Trendanalysen, Festlegung von neuen Zielen und KPIs

    Event Management

    • Unterstützung bei der Ideenentwicklung, Planung und Umsetzung von unseren städtischen Events (wie das Stadtfest, Weihnachtsmarkt und Messen)
    • Erstellung von Konzepten und Auswertungen
    • Angebotseinholung und Vertragserstellungen mit VA-Partner:innen

    Das bringst du mit:

    • Du hast bereits einen Bachelor (oder bist im 3 Semester) in BWL, Marketing, Eventmanagement oder du hast vergleichbare Berufserfahrung
    • Du hast Erfahrungen mit Social Media und bestenfalls bereits Social-Media-Kanäle mitbetreut
    • Fähigkeiten in der Erstellung von Content und beim Erkennen von Trends
    • Technisches Verständnis im Umgang mit Social-Media-Tools, wie Canva
    • Du bist strukturiert und zielorientiert
    • Spaß an Teamwork und Eigeninitiative

    Was wir dir bieten:

    • Flexibilität. Wir richten uns nach deinen Uni-Zeiten (Vorlesungen und Prüfungsphasen) besprechen mit dir die zwei bevorzugten Arbeitstage
    • Faires Gehalt
    • Eine spannende und abwechslungsreiche Tätigkeit
    • Ein motiviertes Team und ein kollegiales Umfeld
    • Mitwirken bei Gießens wichtigen Events

     

    Neugierig geworden?  Dann freuen wir uns auf deine vollständigen Bewerbungsunterlagen.

    Bitte sende sie digital an:

    Maj-Britt Hahn

    Gießen Marketing GmbH

    Südanlage 4

    35390 Gießen

    Tel: 0641 306-1882

    maj-britt.hahn@giessen.de

    www.giessen-entdecken.de

  • Neues EU-Kennzeichen für Großen-Busecker Wurst

    Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich besichtigt die Produktion der Stumpf Gruppe

     

    Gießen. Bei diesem Austausch ging es auch um die Wurst. Wenig verwunderlich, denn der Gießener Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich besuchte die Stumpf Gruppe, die ihren Sitz in Großen-Buseck hat. Ein zentrales Standbein ist die Produktion von Wurstwaren. Und genau hier entsteht eine Verbindung zwischen dem Regierungspräsidium (RP) Gießen und dem Unternehmen.

    Mit Inkrafttreten einer neuen Verordnung der EU muss bei zugelassenen Lebensmittelbetrieben das Identitätskennzeichen geändert werden, so auch beim Wurstwarenhersteller in Großen-Buseck. Für diese Umstellung ist das Dezernat Veterinärwesen und Verbraucherschutz des RP zuständig, das alle 324 lebensmittelhygienerechtlich zugelassenen Betriebe in Mittelhessen entsprechend informieren wird. Der Regierungspräsident Ullrich nutzte diese Gelegenheit, um sich mit der Geschäftsleitung auszutauschen und den Betrieb zu besichtigen. Neben der Kontrollfunktion, „ist es wichtig, die Kontakte zu den Unternehmen in der Region zu pflegen“, betonte Ullrich. So erfahre man, vor welchen Herausforderungen die Unternehmen stehen, und damit, wie eine effiziente Zusammenarbeit zwischen Behörde und Unternehmen möglich ist.

     

    Der familiengeführte Betrieb hat rund 100 Beschäftigte und ist seit 1998 am Standort in Großen-Buseck. Geschäftsführender Gesellschafter Holger Arnold kennt das Gewerbe seit Kindesbeinen, ist selbst Metzgermeister. Mit seinem Sohn Georg Arnold und seiner Tochter Johanna Arnold ist bereits die nächste Generation in die Geschäftsführung involviert. Um am Markt bestehen zu können, setzt das Unternehmen auf Spezialisierung. Das Portfolio umfasst nur einige wenige Artikel, die dann aber in großen Stückzahlen produziert werden können. Mit einem speziellen Herstellungsverfahren von Rohwurst wurde beispielsweise erfolgreich eine Marktnische besetzt. Diese Produkte müssen auf der Verpackung ein Identitätskennzeichen tragen.

     

    Das bisher in EU-zugelassenen Betrieben zu verwendende Identitätskennzeichen bestand aus den Buchstaben DE vor dem HE, einer fünfstelligen Zahl und den Buchstaben EG. Ab sofort bis spätestens 31. Dezember 2028 sind die in den zugelassenen Betrieben verwendeten Identitätskennzeichen dahingehend umzuändern, dass anstatt der Buchstaben EG die Buchstaben EU verwendet werden. Dem Großen-Busecker Wurstwaren-Produzent wurde, als einem der Ersten, bereits jetzt das neue Identitätskennzeichen zugewiesen.

     

    Wie konkret die hochtechnisierte Produktion der Wurstwaren abläuft, das erläuterte der Betriebsleiter Marek Peetz bei einem Rundgang. Vor allem bei der Hygiene habe man hohe Standards eingeführt, die über die gesetzlichen Forderungen hinausgingen, erklärte Peetz. Auch bei der Qualität der zu verarbeitenden Waren gehe das Unternehmen keine Kompromisse ein. „Jedes Stück Fleisch, das bei uns ankommt, wird vor der Verarbeitung überprüft“, sagte Peetz. Vom Wareneingang, der Produktion bis zur Verpackung erläuterten der Betriebsleiter und die Qualitätsmanagerin Debora Wild die einzelnen Schritte. Lebensmittelhändler, große Supermarkt- und Discounterketten zählen zu den Kunden.

     

    Bildunterschrift 1 (v.l.):
    Unternehmensentwicklung Georg Arnold, Dezernat Veterinärwesen und Verbraucherschutz beim RP Dr. Sabine Wenthe, Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich, Geschäftsführer Holger Arnold, Betriebsleiter Marek Peetz und Qualitätsmanagerin Debora Wild.

     

    Bildunterschrift 2:
    Erläuterungen zum Produktionsablauf (v.r.): Betriebsleiter Marek Peetz, Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich, Dezernat Veterinärwesen und Verbraucherschutz beim RP Dr. Sabine Wenthe, Qualitätsmanagerin Debora Wild, Geschäftsführer Holger Arnold und Unternehmensentwicklung Georg Arnold.

     

    Fotos: RP Gießen

  • 25 Begünstigte erhalten Spendengelder in Höhe von 1,32 Millionen Euro

    Zum Jahresabschluss: 41. Tour der Hoffnung übergibt Schecks
    Medizinisches Kuratorium hatte zuvor über Anträge entschieden

    Heuchelheim. Fast 250 Kilometer legte die Tour der Hoffnung drei Tage im August zurück. Die Strecke der 41. Auflage führte durch Hessen, das Bergische Land und rund um Düsseldorf. Der Erfolg, neben vielen persönlichen Begegnungen, wird vor allem im Spendenerlös gemessen: 1.295.000 Euro haben die 150 Radlerinnen und Radler in den traditionell grünen Trikots und gelben Helmen diesmal eingesammelt. Nachdem das Medizinische Kuratorium über zuvor gestellte Anträge entschieden hatte, fand nun zum traditionellen Jahresabschluss der Benefizradtour im mittelhessischen Heuchelheim die Spendenübergabe statt. 25 Kinderkliniken, Forschungslabore, Elternvereine und Rehaeinrichtungen aus ganz Deutschland profitieren von den Zuwendungen.

    Der Saal ist festlich geschmückt, was den feierlichen Anlass unterstreicht. Umarmungen, strahlende Gesichter und freudige Begrüßungen sind beim Eintritt in den Festsaal im Restaurant Rustico der Gäste zu beobachten, die aus Dresden, Freiburg oder auch Hamburg angereist sind. Hier treffen Menschen aufeinander, die eine Herzensangelegenheit teilen, die der anwesende Prof. Fritz Lampert als Ideengeber der Ur-Tour nach Hamburg im Jahr 1983 initiierte und selbst mitfuhr: an Krebs erkrankten Kindern und Jugendlichen zu helfen. Jeder hat auf die eigene Art und Weise dazu beigetragen, etwa auf Geburtstagsgeschenke verzichtet, sich für Spenden sportlich reingehängt, den Arbeitgeber für das soziale Engagement gewonnen oder der Benefizradtour ehrenamtlich Zeit geschenkt. Alle zusammen haben dafür gesorgt, dass dank einer Nachbewilligung aus dem Spendentopf in diesem Jahr letztendlich sogar 1.320.000 Euro verteilt werden können.

    „Das Ziel der Tour war nicht die Kinder-Onkologie in Düsseldorf, das auch, das Ziel war wie in jedem Jahr der heutige Tag: die Spendenübergabe“, bringt der 2. Vorsitzende Dr. Mathias Rinn die Bedeutung der Veranstaltung auf den Punkt. Ein Dutzend Ehrenamtliche, fast alle im Berufsleben, dazu 40 Helferinnen und Helfer: nur wenige Menschen stehen hinter der Tour der Hoffnung und arbeiten über das ganze Jahr hinweg auf die Spendenübergabe hin. „Das leben wir und deshalb sind wir hier.“ Jürgen Grünwald, früherer Moderator während der Tour und inzwischen „Ehrenmitradler“, führt durch ein zweistündiges Programm mit den fast 120 geladenen Gästen. Darunter ist auch der Rad-Weltmeister Klaus-Peter Thaler und von Beginn an der Tour-Kapitän des Fahrerfeldes. Eine wichtige Personalie aus dem Tour-Vorstand: Der 1. Vorsitzende Karsten Koch ist in diesem Herbst nach Südafrika ausgewandert. „Er hat aber versprochen, alles, was online zu machen ist, wird er auch in Zukunft für die Tour der Hoffnung tun“, berichtet Dr. Mathias Rinn.  Musikalisch begleitet wird das Programm von Rebecca Kollang und Daniel Kleiter.

    Wolfgang Rinn und Benjamin Wagner, beide Vorstandsmitglieder der Tour der Hoffnung, geben mit einer Multimediashow einen Rückblick auf die Tour 2024 über die einzelnen Stationen und das Erlebte.  Fast 250 Kilometer legte der Tour-Tross in drei Tagen zurück durch das Gießener Land in Mittelhessen, das Bergische Land und rund um Düsseldorf. Zwischendurch wird auf Firmengeländen oder auf Einladung von Kommunen vor Rathäusern eingefahren und, worum es ja geht, auf den Bühnen Schecks übergeben.  Zwischen einer der Stopps berichtet Schatzmeister Benjamin Wagner: „Alle organisatorischen Kosten werden aus einem separaten Sponsorentopf finanziert.“ Kein einziger Cent der Spenden geht verloren. Zum Schluss gab es einen besonders emotionalen Empfang an der Kinderklinik in Düsseldorf, was besonders laut Wolfgang Rinn wichtig sei, „zu sehen, wofür macht man eigentlich das Ganze“. Der Initiator des zu Coronazeiten „geborenen“ und immer erfolgreicher werdenden Social Rides, kurz vor der eigentlichen Tour, ergänzt am Ende des Rückblicks mit Blick nach vorn: „Wir sagen danke und wir sehen uns nächstes Jahr wieder – vom 7. bis 10. August.“

    Damit die Übergabe der Spendengelder nach bestem Wissen und Gewissen geschieht, wird ein fachkundiges sechsköpfiges Gremium als medizinisches Kuratorium eingesetzt. Dieses entscheidet unabhängig vom Vorstand der Tour der Hoffnung und ist für die einwandfreie, zweckbestimmte Verwendung der eingehenden Spendengelder verantwortlich. Prof. Arndt Borkhardt berichtet für das medizinische Kuratorium über die diesjährigen Anträge und Entscheidungen. „Über ein Online-Tool gingen bei uns 42 Projektanträge ein. Nach der Tour wird uns die zu verteilende Summe genannt. Alle Anträge werden gelesen, diskutiert und in einer abschließenden Sitzung werden die Begünstigten und die entsprechenden Fördergelder benannt.“

    16 wissenschaftliche und neun Therapieunterstützende sowie -begleitende Anträge werden bewilligt. „Wir wollen die spannendsten und vielversprechendsten Projekte fördern“, sagt der Mediziner. Ein Rechenschaftsbericht der Begünstigten dient im Nachhinein als Erfolgskontrolle der unterstützten Projekte. Die Vorstandsmitglieder Henning Puvogel und Dr. Michael Ferchland übergeben im Anschluss die Spendenschecks an die anwesenden Begünstigten, begleitet von Beifall. Prof. Borkhardt bedankt sich ausdrücklich bei den Ehrenamtlichen: „Das sind eigentlich 24/7 und das 365 Tage im Jahr, die es braucht, um die Tour am Laufen zu halten.“

    Auch die Begünstigten kommen zu Wort und verdeutlichen den vielfältigen Einsatz der Spendengelder. Andreas Domaske vom „Kinderplanet Halle“ berichtet etwa von zwei Projekten: Sporttherapie und Nachhilfeprojekt. In letztem wurden bislang 38 Kinder von der ersten bis zur zwölften Klasse unterstützt. „Wir wollen das Projekt noch ausbauen und das kann nur gelingen durch solche Vereine wie die Tour der Hoffnung“. Dr. Dr. Nurul Khalida Ibrahim von der Medizinischen Hochschule Hannover berichtet von dem Arzneistoff Asparaginase, ein Enzym, das aus Bakterien gewonnen wird und in der Medizin therapeutisch eingesetzt wird, an dem sie und ihre Kollegen forschen. „Vielen Dank für die Unterstützung durch die Tour der Hoffnung.“ Gemeinsam könne der Kampf gegen Leukämie gewonnen werden.

    Dr. Alexander Puzik von der Uniklinik Freiburg ist mit seiner Arbeit auf das Diamond-Blackfan-Anämie-Syndrom konzentriert, eine seltene, angeborene Erkrankung, deren Patienten ein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen aufweisen. Und da sind Falk Noack und Andreas Führlich vom „Sonnenstrahl e.V. Dresden“, die sich um die Eltern und Angehörigen von jungen Krebspatienten kümmern. Ende 2025 soll ein Neubau fertiggestellt sein, der nicht nur Familien mehr Platz für Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe der Uniklinik bieten soll. Die Spendengelder der Tour der Hoffnung 2024 werden in den Aufbau der dort integrierten Transitionssprechstunde fließen. Diese wird helfen, den Übergang zwischen Kinder- und der Erwachsenenonkologie bestmöglich zu gestalten. In dem Kooperationsprojekt zwischen Verein und Uniklinik stehen dann zwei Räume plus Empfangsbereich zur Verfügung. „Vielen herzlichen Dank und macht weiter so“, sagt Andreas Führlich in Richtung des Tour der Hoffnung-Teams.

    „Wir sind uns sicher, das Geld ist bei Ihnen in den richtigen Händen. Vielen Dank für das, was Sie tun, ich bin schwer beeindruckt von dem, was Sie in Ihren Einrichtungen und Laboratorien erreichen“, sagt Dr. Mathias Rinn vor einem kurzen Ausblick auf die kommende 42. Tour der Hoffnung. „Denn nach der Tour ist vor der Tour.“ Vom 7. bis 10. August 2025 wird der grün-gelbe Tross größtenteils in Hessen unterwegs sein. „Der Prolog wird wieder rund um Gießen stattfinden und wir freuen uns sehr, eine Station bei der Kinderklinik im Universitätsklinikum Gießen-Marburg einlegen zu können.“ Was steht heute ansonsten schon fest? Der Start am zweiten Tag wird in Fronhausen bei der Firma Seidel sein. Übernachtet wird in Frankfurt im Maritim-Hotel, deren Social-Partner die Tour der Hoffnung ist. Ein weiterer Stopp wird vermutlich in Bad Homburg eingelegt. Alles Weitere wird sich im Laufe des nächsten halben Jahres entscheiden.

    Schirmherrin Petra Behle schließt am Ende der feierlichen Spendenübergabe den Bogen: „Jetzt ist der Staffelstab übergeben worden an die Menschen,  die mit den betroffenen Kindern arbeiten.“ Es sei eine Berufung, die Arbeit am Menschen ausüben zu können. „Wir sind froh, dass wir diese Arbeit unterstützen können.“ Während der Tour der Hoffnung-Etappen seien überwiegend fröhliche Gesichter zu sehen. „Die Arbeit mit krebskranken Kindern bringt aber sicher auch traurige, schwierige Momente mit sich. Ich habe davor sehr großen Respekt. Wir drücken Ihnen ganz fest die Daumen, dass Sie Ihre Ziele erreichen, die Sie sich gesetzt haben.“

     

    Bildunterschrift:
    Einsatz für krebskranke Kinder: Die Tour der Hoffnung beendet mit einer Jahresabschlussfeier die 41. Saison. 25 Begünstigte erhalten Spendengelder in Höhe von 1,32 Millionen Euro zur Betreuung der Patientinnen und Patienten, deren Angehörigen oder auch der Forschungsarbeit. Die Schecks sind im mittelhessischen Heuchelheim übergeben worden.

    Fotonachweis: Tour der Hoffnung / Christian Schell

  • Bargeld ist wichtiges Kulturgut

    Verbraucherzentrale Hessen fordert Strategie zum Erhalt des Bargelds in Deutschland

    Portemonnaie, Smartphone oder Iris-Scan – beim heutigen Hessischen Verbrauchertrag in der Evangelischen Akademie in Frankfurt diskutierten Expertinnen und Experten aus Politik, Unternehmen und Bankenwelt darüber, wie die Menschen in Deutschland künftig bezahlen werden. Die Verbraucherzentrale Hessen spricht sich grundsätzlich für einen digitalen Euro aus. Gleichzeitig macht sie sich für den Erhalt des Bargelds stark und fordert konkrete Maßnahmen der Politik.

    Laut der Deutschen Bundesbank war Bargeld im Jahr 2023 noch immer das beliebteste Zahlungsmittel. Karten-, Online- und Smartphone-Zahlungen nehmen zu, während die Europäische Zentralbank die Einführung eines digitalen Euros vorbereitet.

    Bargeld verschwindet schleichend

    Für Verbraucherinnen und Verbraucher wird es immer aufwändiger, sich mit Bargeld zu versorgen: Das Angebot an Bankfilialen und Geldautomaten wird vielerorts reduziert, Auszahlungen im Einzelhandel sind nicht immer verfügbar und manche Läden nehmen gar kein Bargeld mehr an.

    „Dieser Entwicklung muss die Politik etwas entgegensetzen“, sagt Philipp Wendt, Vorstand der Verbraucherzentrale Hessen. „Bargeld ist ein wichtiges Kulturgut, es ermöglicht die Teilhabe am Wirtschaftsleben, hinterlässt keine Datenspuren beim Einkauf und stärkt die Finanzkompetenzen insbesondere junger Menschen.“

    Bargeld stärkt den sozialen Zusammenhalt

    Wenn Kinder sich zum ersten Mal etwas am Kiosk kaufen, machen sie das mit Bargeld. Großeltern, die das Taschengeld ihrer Enkel aufbessern wollen, verschenken zumeist Geldscheine. Oder wenn Jugendliche sich in der Nachbarschaft mit kleinen Gefälligkeiten nützlich machen, bekommen sie als Dank oft ein paar Münzen.

    Bargeld funktioniert ohne technische Hürden und ist ausfallsicher

    Menschen, die sich eine mehrstellige PIN nicht oder nicht mehr gut merken können, benötigen Bargeld für ihre täglichen Einkäufe. Verbraucherinnen und Verbraucher haben zuletzt viele Störungen von Kartenzahlungssystemen erlebt. Wer sicher sein will, bezahlen zu können, sollte deswegen über Bargeld verfügen.

    Bargeld ist anonym

    Und wer in der Apotheke oder in anderen datensensiblen Bereichen etwas bar bezahlt, kann sich darauf verlassen, dass niemand davon erfährt.

    Forderungen der Verbraucherzentrale Hessen

    „Um Bargeld in Deutschland zu erhalten, sind politische und gesetzgeberische Maßnahmen erforderlich. In der EU wird eine Verordnung diskutiert, die zum Beispiel für den Handel eine grundsätzliche Pflicht zur Annahme von Bargeld vorschreibt. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung“, so Wendt weiter. Die vorgeschlagenen Maßnahmen auf europäischer Ebene sollten nach seiner Vorstellung auf nationaler Ebene ergänzt werden. In England gebe es Vorgaben, die sich die Politik in Deutschland zum Vorbild nehmen sollte:

    • Bezugspunkte für Bargeld sichtbar machen
      „Es gibt in Deutschland derzeit offenbar keinen offiziellen Überblick über die Standorte und die regionale Verteilung von Bargeld-Automaten. Das sollte sich ändern“, fordert Wendt. Alle vorhandenen Bargeld-Automaten sollten kartiert und so veröffentlicht werden, dass jeder sehen kann, wo die nächste Möglichkeit besteht, sich mit Bargeld zu versorgen. „Viele Menschen sind dabei auf eine wohnortnahe Versorgung angewiesen“, so Wendt weiter.
    • Bargeldautomaten als öffentliche Versorgungseinrichtungen definieren
      Wenn die Politik festlegt, dass Bargeld-Automaten zu den öffentlichen Versorgungseinrichtungen gehören, ist deren Schließung nicht mehr ohne weiteres möglich. „Wie in England sollte der Schließung von Bank-Automaten eine kommunale Beteiligung vorausgehen. Dann wäre es möglich abzuschätzen, welche Folgen die Schließung einzelner Bargeld-Bezugspunkte wie Bank-Filialen oder Geldautomaten für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort hätte“, sagt Wendt. Auch dafür sei es wichtig, die Zahl und die Standorte der Bargeld-Bezugspunkte in Deutschland zu erfassen.

    „Bargeldlose Bezahlsysteme sind für viele Menschen bequem und haben Vorteile. Aber: Wenn wir das Bargeld heute nicht sichern, wird das dazu führen, dass es in naher Zukunft kein Bargeld mehr geben wird. Dafür braucht es Anstrengungen auf europäischer und nationaler Ebene“, resümiert Wendt.

  • Ein Zufall, der Geschichte schrieb

    Zum Internationalen Tag der Röntgenstrahlung am 8. November: RP Gießen genehmigt und kontrolliert rund 3.000 Röntgenanlagen in Mittelhessen

     

    Gießen. Es war ein Zufall, der ihm letztlich den ersten Physik-Nobelpreis einbrachte: Wilhelm Conrad Röntgen entdeckt am 8. November 1895 in seinem Labor nebenbei das Phänomen der nach ihm benannten Strahlen. Seitdem hat die Möglichkeit, Menschen durchleuchten zu können, die Medizinwelt komplett verändert. Der Internationale Tag der Röntgenstrahlung erinnert an diesen Tag und an seinen Namengeber, der 1923 auf dem Alten Friedhof in Gießen beerdigt worden ist. In den fünf mittelhessischen Landkreisen werden derzeit rund 3.000 Röntgenanlagen betrieben. Genehmigt und kontrolliert werden sie von einem achtköpfigen Strahlenschutz-Team im Regierungspräsidium Gießen.

    „Die Spanne reicht hierbei vom klassischen Röntgengerät beim Zahnarzt, Tierarzt oder beim Orthopäden über universitäre Großforschungseinrichtungen bis hin zu industriellen Anwendungen wie Schweißnahtprüfungen zur Qualitätssicherung“, erläutert Dezernatsleiter Dr. Jens Gerlach. Die Aufgabe des RP Gießen ist es, den Strahlenschutz in diesen Bereichen sicherzustellen, damit eine sichere Anwendung für alle beteiligten Personen, von dem bedienenden Personal bis zur Patientin im medizinischen Anwendungsbereich gewährleistet ist. „Dabei sind wir für die Genehmigungs- und Anzeigefahren zuständig und führen regelmäßige Begehungen direkt in den Betriebsorten durch, um den sicheren Betrieb und die ordnungsgemäße Anwendung der Röntgengeräte sowie alle Aspekte des Strahlenschutzes zu prüfen.“

    Dass alle Röntgenanlagen genehmigt und kontrolliert werden, hat einen einfachen Grund: geht ionisierende Strahlung durch Materie, zum Beispiel durch eine Zelle oder einen Organismus, gibt sie Energie ab. Ist diese hoch genug, kann es zu Schädigungen kommen. Was heute zum medizinischen Einmaleins zählt, ließ nach der Entdeckung die Fachwelt Kopf stehen. Blitzschnelle und zuverlässige Diagnosen waren auf einmal möglich. Und das durch puren Zufall: denn eigentlich will der kauzige Professor an diesem 8. November 1895 nur kurz die schillernden Lichtreflexe eines Experiments mit Kathodenröhren betrachten. Dabei stellt Wilhelm Conrad Röntgen aber fest, wie ein paar Meter weiter ein weiteres Glas leuchtet, das eigentlich zu weit von dem Versuch hätte sein müssen. Er hält ein schwarzes Papier dazwischen. Das Glas strahlt weiter. Er greift zu einem Holzbrett. Die Strahlung ist weiterhin sichtbar. Der Wissenschaftler erkennt die Bedeutung und forscht weiter. Er findet heraus, dass die bislang unbekannte Strahlung durch fast alles dringt. Als wohl erstes Röntgenbild eines menschlichen Körperteils gilt die Aufnahme der Hand seiner Frau vom 22. Dezember 1895. Der Rest ist Geschichte.

    Für meisten Diagnosen werden bis heute bildgebende Verfahren wie Röntgenstrahlen eingesetzt. Ergänzt werden sie durch modernere Techniken, wie die strahlungsarme Computer- oder die strahlenersetzende Kernspintomografie. Außerdem werden Röntgenstrahlen heute auch therapeutisch angewendet. So werden unter ihrer Kontrolle etwa Laserstrahlen gegen Tumore an die richtige Position gebracht. Das erspart umfangreiche Operationen.

    Auch in der Industrie spielen Röntgenstrahlen eine große Rolle. So helfen die Geräte in der Lebensmittel-Industrie unter anderem dabei, Verunreinigungen zu finden und Befüllungen zu kontrollieren. Allen Reisenden auch bestens bekannt: An Flughäfen wird Gepäck damit durchleuchtet. In Maschinenhallen prüfen sie Werkstoffe auf Risse und Archäologen untersuchen damit ihre Funde, von Gesteinen bis Mumien. Und sogar in Schulen werden Röntgeneinrichtungen in Form von Vollschutzgeräten zu praktischen Versuchen genutzt.

     

    Bildunterschrift:

    Das Röntgen-Denkmal im Gießener Theaterpark erinnert an den Entdecker Wilhelm Conrad Röntgen: Am 8. November ist der Internationale Tag der Röntgenstrahlen.

     

    Fotos: RP Gießen

  • Kreuzung soll zum Kreisverkehr umgebaut werden

    Umgestaltung des Odenhäuser Kreuzes: Regierungspräsident Ullrich unterzeichnet Vorlagebericht – In Wiesbaden wird über Schaffung des Baurechts entschieden

     

    Gießen. Die Kreuzung L 3126 / L3146 zwischen Rüddingshausen, Kesselbach, Weitershain und Odenhausen soll umgebaut werden. Das Vorhaben hat nun eine weitere Hürde genommen: Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich hat den Vorlagebericht für den Umbau unterzeichnet, für den seine Behörde das verwaltungsrechtliche Anhörungsverfahren durchgeführt hat. Die Planfeststellungsbehörde im Wirtschaftsministerium in Wiesbaden wird nun über den Fortgang zur Schaffung des Baurechts entscheiden.

     

    Der Plan von Hessen Mobil Marburg sieht vor, die bestehende Kreuzung zu einem Kreisverkehr umzugestalten. Aus zahlreichen Unfällen in den vergangenen Jahren und einem hohen Verkehrsaufkommen ergab sich Handlungsbedarf, die Verkehrssicherheit am Odenhäuser Kreuz zu verbessern. Der Umbau des Knotenpunktes L 3126 / L 3146 ist Bestandteil der Sanierungsoffensive des Landes Hessen.