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  • Verhaltene Dynamik im November

    • Arbeitslosenquote sinkt im November auf 4,9 Prozent
    • 193 weniger Arbeitslose als im Vormonat, 1294 mehr als im November 2023
    • Der Bestand der jüngeren Arbeitslosen (15 bis unter 20 Jahre) ist entgegen der Entwicklung in den letzten Jahren gestiegen.
    • In beiden Rechtskreisen sinkt die Arbeitslosigkeit leicht

     

    Der Bestand an Arbeitslosen ist zum Vormonat wie im November üblich im Agenturbezirk etwas zurückgegangen. So sank die Zahl der Arbeitslosen um 193 auf aktuell 18838. Die Arbeitslosenquote sinkt damit auf 4,9 Prozent.

    Im Vorjahresmonat waren zum gleichen Zeitraum noch 1294 Menschen weniger gemeldet. Die Quote lag im November 2023 bei 4,6 Prozent.

     

    „Der Arbeitsmarkt zeigt im November eine eher verhaltene Dynamik bei weiterhin hohem Fachkräftebedarf.“, so der Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Gießen, Michael Beck. „Die Integration von Menschen mit Behinderung ist dabei eine wichtige Herausforderung und Chance zugleich. Unter dem Motto „Inklusion bringt weiter“ beteiligen wir uns als Agentur für Arbeit in diesem Jahr wieder an der Woche der Menschen mit Behinderungen und richten die Aufmerksamkeit auf diese motivierte Personengruppe. Viele der schwerbehinderten Arbeitslosen sind Fachkräfte, die oft mit Vorurteilen zu kämpfen haben. Hier können wir mit Information und Beratung Hemmnisse abbauen. Im November waren im Kreis Gießen 724 Schwerbehinderte arbeitslos gemeldet, im Wetteraukreis 594 und im Vogelsbergkreis waren 198 Schwerbehinderte ohne Arbeit. Wir ermutigen Arbeitgeber ihre Rekrutierungsstrategien zu erweitern, um den Herausforderungen des Arbeitsmarktes aktiv zu begegnen und langfristig von qualifizierten Mitarbeitenden zu profitieren. Arbeitgeber können hier auf ein breites Unterstützungsangebot der Agentur für Arbeit bauen.“, verspricht der Agenturchef abschließend.

     

    Unterbeschäftigung

    Im November waren in der sogenannten „Unterbeschäftigung im engeren Sinne“ insgesamt 25737 Personen registriert, damit 26 weniger im Vergleich zum Vormonat und 1011 Personen mehr zu November 2023.

     

    Gemeldete Stellen

    Die Arbeitskräftenachfrage im November ist weiterhin hoch. Im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen meldeten Arbeitgeber insgesamt 989 neue Stellen. Dies waren zwar 231 Stellen weniger als im Oktober, aber 100 mehr als im November 2023.

    Der Bestand an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen hat sich im November im Vormonatsvergleich um 332 verringert. 5740 Arbeitsstellen waren zum Stichtag gemeldet, dies waren 67 Stellen mehr als im Vorjahresmonat.

     

    Männer und Frauen

    Im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen waren im November 10424 Männer erwerbslos gemeldet. Dies waren 162 weniger als im Oktober. Die Quote für diesen Personenkreis beträgt 5,1 Prozent und ist damit um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Im Vorjahresmonat waren 843 Männer weniger registriert. Damals lag die Quote bei 4,8 Prozent.

    Im November waren im gleichen Bezirk 8414 Frauen registriert, 31 weniger als im Vormonat. Die Quote blieb folglich im Vormonatsvergleich bei 4,7 Prozent. Im Vorjahresvergleich waren damals 451 Frauen weniger arbeitslos gemeldet. Seinerzeit lag die Quote bei 4,5 Prozent.

     

    Besondere Personengruppen

    Die Anzahl Jugendlicher unter 25 Jahren, die erwerbslos auf der Suche nach einer Arbeitsstelle waren, ist im November um 31 auf 1813 Personen gesunken. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent zum Vormonat. Im Vorjahresmonat waren 267 Jugendliche weniger gemeldet. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 3,8 Prozent.

    Im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen ist die Anzahl der über 50-jährigen Erwerbslosen im November um 71 Personen auf nun 6184 gesunken. Die Arbeitslosenquote bleibt folglich auch bei 4,6 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 336 ältere Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 4,4 Prozent.

     

    Regionale Unterschiede

    Im November zeichnete sich bei der Betrachtung der Arbeitslosigkeit in den Landkreisen Gießen, Vogelsbergkreis und Wetteraukreis, die alle zum Bezirk der Arbeitsagentur Gießen gehören, eine ähnliche Entwicklung ab – sowohl im Kreis Gießen, im Wetteraukreis als auch im Vogelsbergkreis war ein moderater Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen.

    Im Kreis Gießen waren im November insgesamt 8799 Menschen erwerbslos gemeldet, 112 Arbeitslose weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote bleibt damit bei 5,8 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 5,4 Prozent. Damals waren 722 Menschen weniger registriert.

    Im Wetteraukreis ist die Zahl der Arbeitslosen im November um 67 Personen auf 7575 zurückgegangen. Die Quote sank im Vergleich zu Oktober um 0,1 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 479 Erwerbslose mehr gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote bei 4,2 Prozent.

    Im Vogelsbergkreis ist die Anzahl der Erwerbslosen im November gesunken. 2464 Personen waren arbeitslos gemeldet, 14 Personen weniger als noch im Oktober. Die Arbeitslosenquote sinkt im Vergleich zum Vormonat auf 4,2 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 93 Personen weniger erwerbslos gemeldet. Damals lag die Quote geringer bei 4,1 Prozent.

     

    Die beiden Rechtskreise (nach dem Sozialgesetzbuch II und III)

    Im November hat sich die Arbeitslosigkeit bei der Betrachtung nach Rechtskreisen ähnlich entwickelt. Den neusten Zahlen ist zu entnehmen, dass sowohl im Rechtskreis der Grundsicherung (nach dem Sozialgesetzbuch II; Jobcenter) als auch bei der Arbeitslosenversicherung (nach dem Sozialgesetzbuch III; Arbeitsagentur) ein leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen war.

    Bei der Arbeitsagentur Gießen (und den Geschäftsstellen in Bad Vilbel, Büdingen, Friedberg und Lauterbach) waren im Oktober 6461 Personen gemeldet, 15 weniger als im Vormonat. Im Vorjahresmonat waren 769 Personen weniger registriert.

    Die Anzahl der in den Jobcentern geführten Erwerbslosen sank um 178 Personen auf nun 12377. Ein Jahr zuvor wurden dort noch 525 Personen weniger geführt.

    Das Jobcenter Gießen betreute im abgelaufenen Monat 6319 Arbeitslose, 114 Personen mehr als im Oktober.

    Im Jobcenter Wetterau waren im November 4543 Arbeitslose gemeldet, 41 Personen weniger als im Vormonat.

    Bei der Kommunalen Vermittlungsagentur (KVA) im Vogelsbergkreis wurden insgesamt 1515 Arbeitslose im November geführt, 23 Personen weniger als einen Monat zuvor.

  • Inklusion als Erfolgsmodell: David Schiefner zeigt, wie es geht

    • Am 3. Dezember ist internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen
    • Motivierter junger Mann mit Hörbehinderung David Schiefner startet erfolgreich in den Beruf
    • Bornmann Metallgestaltung und Experten-Netzwerk um die Agentur für Arbeit Gießen machen berufliche Integration möglich

     

    Zum Tag des Menschen mit Behinderungen zeigt eine Erfolgsgeschichte aus Alsfeld, wie Inklusion am Arbeitsplatz gelingen kann – dank der Zusammenarbeit von Agentur für Arbeit Gießen, dem Bildungsträger Kompass Leben e.V., der Firma Bornmann Metallgestaltung und dem Mut eines besonderen Mitarbeiters.

    Mitten auf einer lärmenden Baustelle des Main-Taunus-Zentrums in Sulzbach steht ein junger Mann, der trotz des Baulärms konzentriert und lächelnd arbeitet: David Schiefner. Die Welt ist für den gehörlosen 24-Jährigen immer still, aber nicht langweilig ruhig, dafür sorgt der motivierte Mittelhesse. Denn seitdem er mit drei Jahren vollständig gehörlos wurde, zeigt Schiefner eindrucksvoll, wie man vermeintliche Hindernisse in Stärken verwandelt.

    Seit August ist er festes Teammitglied in der Alsfelder Firma Bornmann Metallgestaltung – ein Erfolg, der nur durch viel Einsatz, Mut und eine gezielte Unterstützung möglich wurde.

     

    Der lange Weg zum Traumberuf

    Um in seinem Traumberuf Metallbauer Fuß zu fassen, mussten einige Herausforderungen überwunden werden. Schon als Kind hatte er Freude daran, mit seinen Händen zu arbeiten und Dinge zu gestalten. „Ich habe schon immer gern mit Lego gebaut und kreativ gearbeitet. Eine Bürotätigkeit wäre nichts für mich gewesen.“, resümiert Schiefner seine Berufswahlentscheidung. Für die Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) zog er nach München ins Internat und besuchte dort das Berufsbildungswerk mit Förderschwerpunkt Hören und Sprache. Es wurde deutlich, dass er das nötige Talent und die Leidenschaft für den Beruf im Metallbau mitbringt. Nach seiner erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung zum Fachpraktiker für Metallbau im Jahr 2023 stand er also vor der Frage: Wie gelingt der Einstieg in die Arbeitswelt? Hier bot die Agentur für Arbeit nach seinem Umzug zurück nach Mittelhessen, durch den ‘Unterstützten Beschäftigungsprozess‘ (UB) gezielt Hilfe an.

     

    UB ebnet den Weg

    Dieses Programm richtet sich an Menschen mit Behinderung, die einen besonderen Unterstützungsbedarf haben, aber nicht das besondere Angebot einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung benötigen. Das Programm unterstützt durch Praktika sowie einer engen sozialpädagogischen Betreuung. Finanziert wurde die UB von der Gießener Arbeitsagentur, gestaltet und entscheidend begleitet wurde sie von Kompass Leben e.V. „Die Arbeitsagentur unterstützt schwerbehinderte Menschen beim Berufseinstieg oder Wiedereinstieg und zeigt Fördermöglichkeiten für Unternehmen auf. Die Geschichte von David Schiefner zeigt einmal mehr, wie bereichernd die Beschäftigung von Menschen mit einer Schwerbehinderung sein kann. Neben dem Mehrwert für die Zusammenarbeit im Betrieb, liegt darin auch eine besondere Chance für den Arbeitgeber, dem Fachkräftemangel zu begegnen“, erklärt Heiko Knorr, Arbeitsvermittler der Arbeitsagentur Gießen und Ansprechpartner für Arbeitgeber.

     

    Ein Gewinn für alle Seiten

    Nach einem viermonatigen Praktikum bei Bornmann Metallgestaltung war klar: David passt nicht nur ins Team, sondern ist ein echter Gewinn für das Unternehmen, sodass er einen Vollzeit-Arbeitsvertrag angeboten bekam. Die abwechslungsreichen Aufgaben, wie Montagen und Sonderprojekte, begeistern den gehörlosen jungen Mann besonders. „Die Arbeit hier macht mir Spaß, und ich freue mich, dass ich zeigen kann, was ich kann“, sagt David selbstbewusst. Der Inhaber der Firma, Jan Bornmann, lobt besonders Davids Zuverlässigkeit und seine Neugier: „Wer Interesse an Handwerk hat, ist bei uns an der richtigen Adresse. Wichtig ist auch, dass es menschlich passt, da spielt es keine Rolle welche körperliche Einschränkung jemand hat. Wir sind sehr zufrieden, David ist nicht mehr wegzudenken“, fasst Bornmann kurz zusammen. Das Familienunternehmen, das derzeit sechs Mitarbeiter beschäftigt, ist weiterhin auf Wachstumskurs und bietet neben hochwertigen Produkten und Dienstleistungen auch Ausbildungsplätze und berufliche Perspektiven für junge Menschen an. „Nicht nur im Handwerk, sind gut ausgebildete Mitarbeitende ein hohes aber leider rares Gut, umso wichtiger ist es, auch Menschen mit Beeinträchtigungen eine Chance zu geben und das Potenzial zu erkennen und dieses Potenzial haben wir bei David gesehen.“ Auch für David sind die Kollegen und die Arbeit eine Bereicherung: „Ich wurde sehr offen empfangen und nicht anders behandelt. Ich übernehme jede Aufgabe und es wird kein Unterschied gemacht.“ Seine Hörbehinderung nimmt dabei kaum Raum ein. Die Frage, ob es Schwierigkeiten gäbe, verneint Jan Bornmann und ergänzt schmunzelnd: „Es entstehen eher lustige Momente, wenn man vergisst, dass David nicht hören oder Lippen lesen kann, wenn man ihn von hinten hinterherruft und er einfach weitergeht“, lacht Bornmann, „aber David versteht alles, auch wenn er nicht alles hört. Ich sehe sein Handicap nicht als Behinderung oder Hindernis.“

    Bornmann war von der recht großzügigen finanziellen Förderung der Agentur für Arbeit überrascht und berichtet positiv, dass entgegen mancher Vorbehalte die Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur und dem Bildungsträger einwandfrei verlief und die Antragsstellung für den Zuschuss unkompliziert war. „Die Förderung war nicht ausschlaggebend, dennoch kann ich es jedem Betrieb nur empfehlen, Menschen mit Behinderung zu unterstützen und mit der Agentur für Arbeit zusammenzuarbeiten.“

    Es ist ein Aufruf an alle Unternehmen: Inklusion ist kein Hindernis, sondern eine Bereicherung. Die Firma Bornmann setzt hier ein starkes Zeichen, indem sie Menschen mit Behinderung berufliche Perspektiven eröffnet und gleichzeitig zeigt, dass Fachkräftemangel durch Offenheit begegnet werden kann. Die abschließende Botschaft des Firmeninhabers ist daher: Nachmachen!

    „Jeder kann es schaffen, auch Gehörlose!“: So lautet das Motto von David Schiefner am Ende des Gesprächs. Ein tolles Beispiel für gelebte Inklusion.

     

    Hintergrund:

    Am 3. Dezember 2024 ist der internationale Tag der Menschen mit Behinderung. Die Bundesagentur für Arbeit wirbt rund um diesen Tag unter dem Motto „Inklusion bringt weiter“ für Inklusion auf dem Arbeitsmarkt. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Potenziale von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt zu stärken und deren Teilhabemöglichkeiten zu verbessern.

    Mehr als 1,1 Millionen Menschen mit Behinderungen gehen in Deutschland einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Der Zugang zum Arbeitsmarkt ist für die Betroffenen häufig schwieriger als für Menschen ohne Behinderungen.

    Im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen waren 18.838 Menschen im November 2024 erwerbslos gemeldet. Darunter waren 8,0 Prozent oder 1.516 Schwerbehinderte Menschen.

    Für die Beschäftigung Schwerbehinderter können Arbeitgeber verschiedene finanzielle Hilfen erhalten. Von Eingliederungszuschüssen, über Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung bei Aus- und Weiterbildung bis hin zur behindertengerechten Ausgestaltung des Arbeitsplatzes. In der Arbeitsagentur Gießen berät Heiko Knorr unter der Rufnummer 0641 – 9393 302.

     

    Bildquelle: Agentur für Arbeit Gießen

    Bildtext: David Schiefner und Jan Bornmann

  • Den Burger gibt es auch klimafreundlicher

    Verbraucherzentralen stellen neues Online-Tool vor

    Burger und Döner – beides eine Klimasünde? Ganz so einfach ist es nicht, denn je nach Zutat kann die CO2-Bilanz geringer ausfallen, als gedacht. Wie sich Regionalität, Saisonalität und die Wahl tierischer oder pflanzlicher Zutaten auf die Klimabilanz auswirken, veranschaulicht ein neues Online-Spiel der Verbraucherzentralen: „Wie klimafreundlich ist dein Burger?“. Neben dem neuen Online-Tool zeigt auch das digitale Dönerspiel, wie mit wenigen Entscheidungen bei der Lebensmittelauswahl ein Beitrag zum Klimaschutz möglich ist.

    „Unsere Ernährung hat einen großen Einfluss auf die Umwelt. Mit einer bewussten Lebensmittelauswahl kann jede und jeder Einzelne zu mehr Klimaschutz beitragen“, erklärt Stella Glogowski, Leiterin der Fachgruppe Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Hessen, und führt an: „Wir treffen täglich eine Vielzahl von Entscheidungen, wenn es ums Essen geht – die meisten davon, ohne viel darüber nachzudenken. Den eigenen Speiseplan nachhaltiger zu gestalten, fällt daher im hektischen Alltag nicht immer leicht“.

    Dass Klimaschutz trotz Alltagsstress auf den Teller passt und wie das konkret aussehen kann, zeigen die Verbraucherzentralen mithilfe eines neuen Online-Spiels auf https://www.verbraucherzentrale-hessen.de/burgermenue. „Burgerfans können ein digitales Menü zusammenstellen und erfahren, wie sich bereits kleine Veränderungen bei der Auswahl der Zutaten – etwa Fleisch- oder Pflanzen-Patty, mit oder ohne Käse – auf die CO2-Bilanz auswirken“, sagt Glogowski. Überraschen dürfte manche die Antwort auf die Frage, ob importierte oder heimische Tomaten im Winter eine bessere CO2-Bilanz aufweisen: Die Tomaten aus Südeuropa schneiden besser ab, als solche, die außerhalb der Saison in beheizten Gewächshäusern in Deutschland angebaut werden.

    Neben Burgern steht für viele der Döner ganz oben auf der Liste, wenn es mal schnell gehen muss. Dass sich auch hier über die Zutatenwahl die CO2-Bilanz verringern lässt, erfahren Fastfood-Fans beim Dönerspiel „Wie klimafreundlich ist dein Döner?„. „Beide Tools zeigen, welche Rolle Regionalität, Saisonalität und die Wahl einer pflanzlichen Alternative spielt. Klimaschutz muss nicht kompliziert sein, ein paar gute Entscheidungen reichen oft schon“, so Glogowski.

    Workshops rund um klimabewusste Ernährung 

    Zusätzlich zu den digitalen Informationsmöglichkeiten bietet die Verbraucherzentrale Hessen auch Vorträge und Workshops zum Thema klimabewusste Ernährung an. Insbesondere für die junge Zielgruppe eignen sich die Bildungsangebote „Check dein Essen“ und „Alles Veggie„. Hier lernen die Teilnehmenden mehr über den Zusammenhang zwischen Klima und ihrem täglichen Essen und worauf es bei einer fleischfreien Ernährung ankommt.

    Weitere Informationen zu den Bildungsangeboten der Verbraucherzentrale Hessen auf www.verbraucherzentrale-hessen.de/bildung-he

  • Pflegemaßnahmen im Naturschutzgebiet Hangelstein in Gießen

    Douglasien behindern Entwicklung natürlicher Vegetation/ Arbeiten witterungsabhängig

    Gießen. Im Naturschutzgebiet Hangelstein in Gießen stehen Pflegemaßnahmen an, bei denen Nadelholzbestände entfernt werden. Es handelt sich dabei um Douglasien, die hier nicht zur natürlichen Vegetation gehören. Die Umsetzung erfolgt nach gemeinsamer Abstimmung zwischen dem Regierungspräsidium Gießen, dem Forstamt Wettenberg und der Stadt Gießen.

    Notwendig ist die Fällung, da sich die typische, arten- und blütenreiche, krautige Vegetation und die natürliche Baumschicht aus Eiche, Ahorn und Linden unter den großen Douglasien nicht entwickeln kann. Aufgrund der Größe und des Umfangs der zu entnehmenden Bäume, werden größere Holzerntemaschinen eingesetzt, die möglichst schonend die Bäume fällen und entfernen. Diese Arbeiten sind witterungsabhängig und können sich dementsprechend über einige Tage bis Wochen ziehen. Das Regierungspräsidium Gießen bittet die Besucher des Naturschutzgebiets um Verständnis für diese notwendige Maßnahme und um entsprechende Vorsicht und Rücksichtsmaßnahme.

    Das Naturschutzgebiet Hangelstein ist eines der ältesten Naturschutzgebiete Hessens. Seit Jahrhunderten ist der Hangelstein unter Pflanzenkundlern bekannt für seinen Artenreichtum und das Vorkommen einer Vielzahl wärmeliebender Pflanzen, die im deutschen Mittelgebirgsraum sehr selten sind.

     

    Fotos: RP Gießen

  • Abhilfe gegen Service-Frust

    Neues Online-Tool der Verbraucherzentralen hilft bei Schwierigkeiten im Kontakt mit Anbietern

    Immer wieder beklagen sich Verbraucherinnen und Verbraucher darüber, dass sie Probleme mit dem Kundendienst haben, etwa wenn es zu Lieferverzögerungen, technischen Problemen oder Vertragsänderungen kommt. Nicht immer bekommen sie dann von ihren Vertragspartnern die Hilfe oder die Informationen, die sie brauchen. Häufige Beschwerden sind: schlechte oder keine Erreichbarkeit – zum Teil nur über teure 0180-Nummern, schlechte Qualität des Kundenservice, fehlende oder unzureichende Dokumentation von Anliegen. Um hier konkret weiterzuhelfen, haben die Verbraucherzentralen ein Online-Tool entwickelt, mit dessen Hilfe sich Betroffene Musterschreiben für die gängigsten Probleme mit dem Kundenservice erstellen lassen können.

    Wenn Unternehmen nicht erreichbar sind, Absprachen nicht einhalten oder Kunden ihre Anliegen immer wieder neu vortragen müssen, ist das nicht nur ärgerlich, es kann auch dazu führen, dass die Unternehmen die Rechte von Verbrauchern verletzen. Die Digitalisierung vieler Prozesse führt außerdem dazu, dass klassische Kommunikationswege, wie der Weg in die Filiale, immer häufiger nur noch eingeschränkt zur Verfügung stehen. „Falschauskünfte oder nicht vorhandene Kontaktdaten können auch vertragliche Konsequenzen haben, etwa wenn es gilt, wichtige Fristen einzuhalten“, erklärt Peter Lassek, Leiter der Fachgruppe Verbraucherrecht. „Mit dem neuen Angebot möchten wir daher Verbrauchern helfen, ihre Rechte durchzusetzen“, so Lassek weiter. „Unternehmen, die ihren Kunden Steine in den Weg legen, können so zur Erfüllung ihrer gesetzlichen und vertraglichen Pflichten aufgefordert werden.“

    Das Online-Tool ist ab sofort kostenfrei auf der Website der Verbraucherzentralen unter www.verbraucherzentrale-hessen.de/kundenhilfe verfügbar.

    Bei individuellen Fragen hilft die Beratung der Verbraucherzentrale Hessen. Terminvereinbarung über www.verbraucherzentrale-hessen.de/beratung-he.

  • Erfolgreich Katzenwelse aus Weiher in Uckersdorf entnommen

    Entnahme der invasiven Fischart erfolgt / Schutz für heimische Tierarten

    Gießen/Uckersdorf. Erfolgreich wurde am Freitagabend das Abfischen des Steinbruch-Weihers in Herborn-Uckersdorf durchgeführt. Dies war nötig geworden, weil in dem Gewässer der invasive Amerikanische Katzenwels nachgewiesen wurde. Während der insgesamt dreitägigen Aktion wurden rund 100 Exemplare des Katzenwelses aus dem Weiher entnommen.

    Darüber hinaus wurden über 200 weitere Exemplare verschiedener Fischarten gefangen. Darunter waren Giebel, Spiegelkarpfen, Rotaugen und Flussbarsche, die mit Unterstützung der Fischereibiologen und des örtlichen Angelsport ASV Katzenfurt in geeignete Teichanlagen umgesetzt wurden. Die in Uckersdorf vorkommenden Europäischen Edelkrebse wurden ebenfalls entnommen und in ein Ausweich-Gewässer umgesiedelt. Diese waren zuvor auf das Nicht-Vorhandensein der Krebspest hin untersucht und fischereifachlich für geeignet eingestuft worden.

    Ein wesentliches Ziel war es, die weitere Verbreitung des invasiven Katzenwels in den Amdorfbach und damit letztendlich in das Gewässersystem der Lahn zu verhindern. Zugleich soll der Standort in Uckersdorf als Lebensraum für heimische Arten wie den europarechtlich und in Deutschland streng geschützten Edelkrebs sowie verschiedene Amphibienarten erhalten werden.

    Neben Mitarbeitern des Regierungspräsidiums (RP) Gießen waren weitere Kräfte im Einsatz. Nach einer Lagebesprechung mit allen Beteiligten – dem Technischen Hilfswerk (THW), dem beauftragten Büro für Fischereibiologie und Gewässerökologie Dümpelmann, der Stadt Herborn, dem Naturpark Lahn-Dill-Bergland, Hessen-Forst sowie dem Angelsportverein ASV Katzenfurt – wurde ab Mittwochnachmittag vergangener Woche der Steinbruch-Weiher vom THW, welches mit Einsatzkräften aus Dillenburg und Wetzlar vor Ort war, planmäßig abgepumpt. Gleichzeitig wurde die stets kleiner werdende Wasserfläche von Fischereibiologen befischt. Im Nachgang zur erfolgreichen Maßnahme erfolgen nun noch kleinere Rest- und Aufräumarbeiten sowie eine Erfolgskontrolle.

     

    Hintergrund

    Die Europäische Union hat eine Vielzahl gebietsfremder invasiver Tier- und Pflanzenarten auf die sogenannte Unionsliste gesetzt. Diese Arten dürfen innerhalb der EU unter anderem nicht mehr gehandelt und freigesetzt werden. „Immer mehr Tier- und Pflanzenarten werden in einer globalisierten Welt verschleppt, die sich dann in Gebieten außerhalb ihres natürlichen Herkunftsbereiches ansiedeln. Dort können diese dann große Schäden auf die heimische Biodiversität sowie auf die Wirtschaft und/oder die menschliche Gesundheit verursachen“, erklärt Gerrit Oberheidt als zuständiger Dezernatsleiter für Artenschutz und Fischerei den gesetzlichen Auftrag des Regierungspräsidiums Gießen und appelliert zugleich: „Setzen Sie bitte deshalb nichts aus, was in ein Aquarium oder Terrarium gehört.“

    Deshalb weist das Regierungspräsidium Gießen darauf hin: Grundsätzlich ist das Aussetzen von Tieren und Pflanzen in der Natur ohne die dazu erforderliche Berechtigung nicht erlaubt und kann mit einem Bußgeldverfahren verfolgt werden.

     

    Fotos: RP Gießen

  • Neues Stadtführungsprogramm 1. HJ 2025

    Ab Montag, den 02. Dezember ist das neue Halbjahresprogramm in der Tourist-Information erhältlich – 51 öffentliche Stadtführungen sind von März bis Juli geplant.

    Hier kommen Sie direkt zu unseren Stadtführungen

    Download Programmflyer 

    Wer zu Weihnachten Zeit mit Freunden und Familie verschenken möchten, kann dies mit einer Stadtführung der Gießen Marketing machen.

    Die ersten Führungen starten im März 2025, wenn die Temperaturen wieder milder werden.

    Im 1. Halbjahr 2025 werden über 51 öffentliche Stadtführungen angeboten, das sind etwa ein Drittel mehr Termine als im Vorjahr. Darunter sind zwei neue Themenführungen und eine Wiederaufnahme.

    Zwei neue Führungen im Programm

    2025 feiert die Engel-Apotheke am Marktplatz ihr 375-jähriges Bestehen. Der perfekte Anlass, um bei einem Rundgang mehr über die Geschichte(n) der alten Gießener Apotheken und Drogerien zu erfahren, über ihre Heilmittel und Rezepturen. Erzählt wird vom Kampf gegen die Pest, von Scharlatanen, Leichenhäusern und den Erfolgen der Medizin. Mit einem (alkoholfreien) „Jungbrunnen“-Exilier im Restaurant Schlosskeller klingt die Zeitreise aus. Pesthauch, Apotheken, Wundermittel – zu Risiken und Nebenwirkungen in Gießen. Premiere am 26.04.2025 um 15 Uhr.

     Kommissar Franz Josef Wanniger löst einen Mordfall mit Hintergrundwissen zu historischen Orten in Gießen. Um den Mörder zu entlarven und die Identität des Todesopfers  herauszufinden, müssen verstecke Hinweise gefunden und Spuren analysiert werden. Kommissar Wanninger begleitet die Ermittlungen in historischer Uniform.

    Premiere Krimiführung – Spurensuche durch die Stadt am 16.06.2025 um 15 Uhr.

    Wieder im Programm ist die Führung „Straßennamen erzählen Geschichte(n) – vom kalten Loch zum Teufelslustgärtchen“. Was verursachte den Gestank in der Wolkengasse, warum gab es in der Mäusburg keine Mäuse und wo stand das Narrenhaus? Viele Straßennamen in Gießen stammen noch aus alter Zeit und haben entsprechend viel zu erzählen. In der Führung bekommen Sie am 22.03.2025 um 15 Uhr, Straßen, Gassen und Schleichwege aus einer ganz neuen Perspektive gezeigt.

    Auch weitere tolle Klassiker sind wieder im Portfolio der Stadtführungen:

    • Gießen historisch
    • (Un)heimliches Gießen
    • die Geschichte des Alten Friedhofs
    • und ein Rundgang zur Gießener Sportgeschichte

    Wer im letzten Jahr kein Ticket für die vielen neuen Stadtführungen ergattern konnte, hat nun noch einmal die Gelegenheit. Es gibt neue Termine für die Führungen „Die Gießener Hochschulen“, „Fotowalk durch Gießen“ und „Gießen sakral“. Die beliebten Führungen „Mondänes Gießen“, „Schlemmerführung über den Wochenmarkt“ und die „Kneipenführung“ sind auch wieder dabei. Mit dem Fahrrad kann das ehemalige US-Depot bei einer Stadtführung erkundet werden oder die vielfältige Street Art im Stadtgebiet.

    Rückblick auf 2024

    Die Gießener Stadtführungen sind auch 2024 wieder ein voller Erfolg gewesen. In diesem Jahr haben über 1.650 Personen an einer Führung in Gießen teilgenommen. Für viele Führungen haben wir zusätzliche Termine angeboten, damit alle Interessierten an den Wunschführungen teilnehmen konnten, insgesamt wurden 80 Führungen durchgeführt. Im Vergleich zum Vorjahr konnten 30% mehr Termine angeboten werden.

    Auch die Nachfrage für gebuchten Gruppenführungen ist auch in diesem Jahr gestiegen und erfreut sich einer hohen Nachfrage. Insgesamt wurden 125 Führungen für Gruppen durchgeführt und über 2.900 Personen konnten die fassettenreiche Geschichte Gießens erleben.

    Die Gießen Marketing GmbH bedankt sich herzlich für den Einsatz der Gießener Gästeführer und Gästeführerinnen im Stadtführungsjahr 2024. Die Gießener Stadtführungen leben von dem Engagement, der Begeisterung für Gießen und Kreativität der Stadtführer und Stadtführerinnen

    In akribischer und detaillierter Arbeiten setzen sie sich mit verschiedenen Themen unserer Stadt auseinander und bereiten diese für das interessierte Publikum vor, so dass immer neue Themen entstehen und viel Wissenswertes erzählt werden kann.

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  • Gefährliche Gummibärchen

    Verbraucherzentrale Hessen warnt vor Lebensmitteln mit der psychoaktiven Substanz Muscimol

    Sie werden online, an Automaten oder in Kiosken verkauft und locken mit bunten Verpackungen: Gummibärchen, Lollies oder Brownies mit Muscimol, einer psychoaktiven Substanz, die aus dem Gift des Fliegenpilzes gewonnen wird. Die bunten Süßigkeiten sind jedoch alles andere als berauschend: Sie greifen in die Psyche ein und können zu Vergiftungen führen.

    Sie scheinen zuletzt wie Pilze aus dem Boden zu schießen: Süßigkeiten mit Muscimol. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) rät in einer kürzlich veröffentlichten Lebensmittelwarnung dringend davon ab, die halluzinogenen Lebensmittel zu essen. Schon in den Monaten zuvor wurde immer wieder vor Gummibärchen mit dem giftigen Inhaltsstoff gewarnt. Nun ruft die Malkmus Holistic GmbH ihre Muscimol Gummies, Brownies und Lollies wegen der davon ausgehenden Gesundheitsgefahr zurück.

    Besonders für Kinder gefährlich

    „Besonders Kinder sind durch die Verwechslungsgefahr mit regulären Süßigkeiten gefährdet“, warnt Lisa Scholz von der Verbraucherzentrale Hessen. Ihr geringes Körpergewicht macht sie zudem anfälliger für die schädliche Wirkung von Muscimol-Gummies und Co. Hinzu kommt, dass der Verkauf über Automaten einen besonders leichten Zugang für Kinder und Jugendliche bietet.

    Schon ein Gummibärchen kann zu Vergiftungserscheinungen führen

    „Auch Jugendliche und Erwachsene sollten dringend auf die gesundheitsschädlichen Süßigkeiten verzichten“, betont Scholz. Bereits geringe Mengen, etwa sechs bis zehn Milligramm Muscimol, können zu Halluzinationen und Vergiftungserscheinungen, wie Schwindelgefühl, leichte Bewegungsstörungen oder Muskelkrämpfe, führen. Dafür reichen oft schon ein bis zwei Gummibärchen, die häufig bis zu fünf Milligramm Muscimol pro Stück enthalten. In höheren Mengen, ab etwa 15 Milligramm, drohen Koordinationsstörungen, Verwirrung oder Sinnestäuschungen.

    Einige Produkte tragen den Hinweis, dass der Konsum nicht empfohlen werden kann. „Gerade für Jugendliche kann diese Warnung das Produkt aber womöglich erst besonders interessant machen“, gibt Scholz zu bedenken. Auch die nachträgliche Information der Kundschaft, zum Beispiel durch Aushänge, reicht im Sinne des vorsorgenden Verbraucherschutzes nicht aus, um alle Personengruppen ausreichend zu schützen. Wegen der davon ausgehenden Gesundheitsgefahr sind Produkte mit Muscimol aus Sicht der Verbraucherzentrale Hessen nicht verkehrsfähig und sollten deshalb nicht verkauft werden.

  • Herbstzeit ist Duftzeit: So sorgen Sie für einen sicheren Umgang mit Aromaölen und Raumsprays

    Regierungspräsidium Gießen gibt Tipps zum Kauf und Umgang mit Duftstoffen,
    die gesundheitsschädlich sein können

     

    Gießen. Der Herbst hat Einzug gehalten, und mit ihm die kühlen, ungemütlichen Tage. In vielen Haushalten werden jetzt wieder Duftkerzen, Aromaöle und Raumsprays verwendet, um eine behagliche Atmosphäre zu schaffen. Klassische Düfte wie Orange, Zimt, Vanille und Anis versüßen uns die dunklen Nachmittage und Abende. „Duftstoffe gehören einfach zur Herbst- und Winterzeit und sind sehr beliebt. Dennoch sollten bei Kauf und Anwendung einige Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigt werden“, betont Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich. Dessen Regierungspräsidium (RP) Gießen ist neben Arbeitsschutz auch für Produktsicherheit zuständig.

    Viele dieser Duftstoffe enthalten potenziell allergieauslösende Inhaltsstoffe wie Limonen oder Citral. Diese Stoffe können bedenklich für Mensch und Umwelt sein, selbst wenn sie als „100% pflanzlich“ oder „bio“ deklariert sind. Auch natürliche ätherische Öle, die aus Pflanzen gewonnen werden, gelten oft als gefährliche Substanzen. Eine zu hohe Konzentration kann Haut- und Schleimhautreizungen oder Allergien auslösen. Besonders gefährdet sind Kinder, Asthmatiker und Menschen mit empfindlichen Atemwegen, die auf Duftstoffe mit Symptomen wie Atemnot, Schwindel oder Augenreizungen reagieren können.

    Beim Kauf von Aromaölen und Duftprodukten ist es daher wichtig, auf einen möglichst geringen Gehalt allergieauslösender Stoffe zu achten. Auch die richtige Anwendung spielt eine entscheidende Rolle: „Weniger ist mehr“, lautet der Rat der Experten im Bereich Chemikaliensicherheit des Regierungspräsidiums. So reicht es oft schon, sparsam mit Duftlampen, Kerzen oder Raumsprays umzugehen, um einen angenehmen Raumduft zu erzeugen. Duftöle sollten sparsam dosiert werden – ob sie langsam von einer Oberfläche verdunsten oder schnell in der Luft verteilt werden. Und egal wie gut es duftet: Regelmäßiges Lüften ist ein Muss, insbesondere vor dem Schlafengehen.

    Darüber hinaus sollte direkter Hautkontakt mit den Flüssigkeiten vermieden und Duftbehälter sicher außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Falls es doch zu einem Vorfall kommt, wie dem Verschlucken von Flüssigkeit, raten die Experten, umgehend den Giftnotruf (in Hessen unter 06131 19240) zu verständigen und die Produktverpackung bereitzuhalten.

    Niklas Meinen, zuständig im Bereich Chemikaliensicherheit beim RP Gießen, macht zudem auf die gesetzlichen Vorgaben zur Kennzeichnung aufmerksam: Produkte mit potenziell gefährlichen Inhaltsstoffen müssen gemäß Chemikaliengesetzgebung entsprechend verpackt und mit Warnsymbolen versehen werden. Seit fast vier Jahren gibt es darüber hinaus den UFI, den „Unique Formula Identifier“. Diese 16-stellige Kennnummer ermöglicht es der Giftnotrufzentrale, im Notfall das Produkt genau zu identifizieren und wichtige Informationen schnell bereitzustellen.

    Die RP-Experten erinnern daran: Für eine gemütliche und sichere Atmosphäre ist eine bewusste und sparsame Nutzung von Duftstoffen unerlässlich.

    Für weitere Auskünfte, auch zu anderen Verbraucherprodukten, stehen die Dezernate für Arbeitsschutz und Produktsicherheit des Regierungspräsidiums Gießen unter der Mailadresse arbeitsschutz-giessen@rpgi.hessen.de und dem Betreff „Aromaöle“ zur Verfügung.

     

    Bildunterschrift:

    Die Auswahl ist groß: Es gibt viele unterschiedliche Duftkerzen und Aromaöle.

     

    Foto: RP Gießen